Adaption
Charlie Kaufman (Nicolas Cage), ein berühmter Drehbuchautor, erhält den Auftrag, Susan Orleans (Meryl Streep) Buch „Der Orchideendieb“, das vom Leben von John Laroche (Chris Cooper) handelt, für das Kino zu adaptieren. Allerdings leidet Kaufman an einer Schreibblockade, was ihn dazu verleitet, bald über sich selbst und seine Probleme mit dem Skript zu schreiben. Letztendlich bittet er seinen Bruder Donald (ebenfalls Cage) um Hilfe, der aus dem beschaulichen Werk einen Thriller schreiben will. Gemeinsam spionieren sie Orlean hinterher und finden heraus, dass die Autorin und Laroche ein ganz besonderes Verhältnis haben.
Nicolas Cage gehört sicherlich nicht zu den gefragtesten Charakterdarstellern Hollywoods. Denn neben einigen eher mittelmäßigen Action-Reißern hat die Karriere des Herrn Cage wahrlich nichts Besonderes zu bieten. Wären da nicht die zweifellos großartigen „Leaving Las Vegas“ (1995) und der von Spike Jonze („Being John Malkovich“) gedrehte „Adaption“ (2002). Letzterer überzeugt vor allem durch das geradezu virtuos konstruierte Drehbuch von Charlie Kaufman (dem echten), der sich bereits für so skurrile Filmperlen wie „Vergiss mein nicht“ verantwortlich zeigte. Doch in „Adaption“ treibt Kaufman die ihm seither als Thema dienende Selbstreflexion auf die Spitze. Denn die Handlung beschreibt nichts anderes als den zuweilen absurden Entstehungsprozess des Films selbst. Das trägt derart kompromisslose Früchte, dass wenn der Protagonist glaubt, in sein Skript gehöre zum Ende hin neben einer Prise Action noch eine Portion Hollywood-Thriller, der Zuschauer eben jenes zu sehen bekommt. Besser und in jedem Sinne anschaulicher lässt sich filmische Kritik am Hollywood-Einerlei wohl kaum verarbeiten. So erscheint selbst die (doppelte) Besetzung von Nicolas Cage in einem neuen Licht.
Aufgrund einiger zuweilen parallel verlaufenden Handlungsstränge und Erzählebenen ist „Adaption“, wenn auch nicht schwer verständlich, dann aber doch zumindest nicht für jeden geeignet. Denn neben erforderlicher Konzentration benötigt es vor allem das Gespür dafür, zu welchen Zeitpunkten der Film sich selbst karikiert, um den womöglich interessantesten Hollywood-Film der letzten zehn Jahre in all seinen Facetten genießen zu können.
Daten:
USA 2002, 110 Minuten, FSK: 12
Regie: Spike Jonze
Genre: Komödie | Krimi | Drama
Darsteller: Nicolas Cage, Meryl Streep, Chris Cooper, uvm.
Für Fans von:
Lost in Translation, Being John Malkovich, Schräger als Fiktion
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviepilot.de: 7,7 von 10
moviemaze.de: 93 von 100%
Auszeichnungen:
- Chris Cooper bekam den Oscar als Bester Nebendarsteller
- Chris Cooper und Meryl Streep wurden bei den Golden Globes als beste Nebendarsteller ausgezeichnet
- Spike Jonze erhielt auf der Berlinale 2003 einen Silbernen Bären
Zitate:
“Habe ich überhaupt einen originellen Gedanken in meinem Kopf, in meinem kahlen Schädel?”
“Ich bin wahrscheinlich der klügste Kerl den ich kenne.”
“Was hab” ich hier verloren? Warum bin ich überhaupt heute hier? Hier kennt nich” mal jemand meinen Namen. Seit 40 Jahren leb” ich auf diesem Planeten und bin weit davon entfernt irgendwas zu kapieren. Warum bin ich hier? Wie bin ich hier her gekommen?”
Adaption bei Amazon:
auf DVD oder Blu-Ray
Weitere Filme von Spike Jonze:
1997 How They Get There
1998 Amarillo by Morning
1999 Being John Malkovich
2009 Wo die wilden Kerle wohnen
2010 I’m Here
Weitere Filme mit:
Links zum Film:
Adaption auf film-zeit.de
Trailer zum Film: (engl.)
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Kommentare zu Adaption
Ein Kommentar
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“Adaption” gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Und das, obwohl ich eigentlich überhaupt gar nichts für Nicolas Cage übrig habe. Und das soll schon etwas heißen!
Die Story ist wirklich brillant erzählt und Cage liefert die beste Leistung seiner Karriere. Er ist noch eine ganze Ecke besser als der in der Kritik erwähnte “Leaving Las Vegas”. Und der ist auch nicht von schlechten Eltern. “LLV” sollte daher auch noch auf Mojoba aufgenommen werden, finde ich. “Adaption” ist jedenfalls eine richtige Hausnummer hier.
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