Babel
Der Schuss aus einem Jagdgewehr verändert den Lauf der Dinge. Susan (Cate Blanchett) ist mit ihrem Ehemann Richard (Brad Pitt) in Marokko unterwegs, sackt von der Kugel getroffen im Reisebus zusammen und benötigt dringend ärztliche Versorgung – mitten in einem Wüstendorf. Zuhause in Amerika löst dieses Ereignis eine Reihe von Kettenreaktionen aus, die u. a. das Kindermädchen Amelia ins Unglück stürzen, die auf Susans und Richards Kinder aufpassen soll. Und selbst in Tokio spielen die Geschehnisse eine Rolle und beeinflussen das Leben der taubstummen Chieko (Rinko Kikuchi) und das ihres Vaters.
„Babel“ ist nach „Amores Perros“ und „21 Gramm“ der dritte und letzte Film von Alejandro González Iñárritus Trilogie, in der Menschen in Grenzsituationen geraten und diesen mehr oder minder hilflos ausgeliefert sind. „Babel“ ist aber vor allem ein Film, der eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt, ohne dabei an Hollywood oder an europäische Filme zu erinnern. In klaren, beinahe befremdlich-direkt wirkenden Bildern erzählt der Film seine Geschichte, die sich in Episoden zu einem Ganzen fügt und von der Unfähigkeit zur Kommunikation
berichtet. Denn wenn Richard mitten in der Wüste nach ärztlicher Hilfe fleht oder die Mexikanerin Amelia sich mit ignoranten Grenzpolizisten herumschlagen muss, dann befinden sie sich zwar in verschiedenen Ländern, Situationen und Leben, teilen aber dennoch das gleiche Schicksal – und nach Meinung Iñárritus das Schicksal Aller. Wenngleich man sich als Zuschauer den Ansichten des Regisseurs natürlich nicht zwangsläufig anschließen muss, zeigt der Film dennoch ein nachvollziehbares Bild einer Welt auf, in welcher der eine den anderen nicht versteht oder verstehen will.
„Babel“ ist sicherlich kein Film für zwischendurch. Vor allem die durchaus fordernde Dramaturgie setzt ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit voraus, ohne die der Zuschauer zwar nicht den Faden verliert, doch aber der subtilen Stimmung entgeht, welche den Film zu einem großen Teil ausmacht. „Babel“ gehört zweifellos zu den ambitioniertesten Werken der letzten Jahre und ist folglich für jeden Cineasten ein Muss.
Daten:
USA 2006, 148 Minuten, FSK: 16
Regie: Alejandro González Iñárritu
Genre: Episoden-Drama
Darsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, uvm.
Für Fans von:
Der ewige Gärtner, Flug 93, L.A. Crash
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 7,6 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviepilot.de: 7,5 von 10
ofdb.de: 7.39 von 10
Auszeichnungen:
- Oscar 2007 in der Kategorie “Beste Filmmusik”
- BAFTA-Award 2007 für die “Beste Filmmusik”
- Golden Globe 2007 (Bester Film “Drama”)
- César 2007 (nominiert als bester ausländischer Film)
- Mehrere Preise bei den internationale Filmfestspiele von Cannes 2006
- Directors Guild of America 2007 (nominiert in der Kategorie Beste Regie)
- Online Film Critics Society Awards 2007 (nominiert in 8 Kategorien)
- Satellite Awards 2006 “Beste Filmmusik”
Babel bei Amazon:
auf DVD oder Blu-Ray
Weitere Filme von Alejandro González Iñárritu:
1996: El Timbre
2000: Amores Perros
2001: Powder Keg from The Hire
2002: 11’09″01 – September 11
2003: 21 Gramm
2010: Biutiful
Weitere Filme mit:
Brad Pitt
Links zum Film:
Babel auf film-zeit.de
Trailer zum Film (deutsch):
Statistik: 9.140 mal gelesen seit dem 21. Mai 2010
Diesen Film weiterempfehlen:
Webseite durchblättern
Zurück: Slumdog Millionär Weiter: Matrix
Kommentare zu Babel
Kommentare abonnieren ohne selbst einen Kommentar abzugeben:




gute Filme


