Carlito’s Way
Gangster Carlito (Al Pacino) entgeht aufgrund der Künste seines korrupten Anwalts Kleinfeld (Sean Penn) einer dreißigjährigen Haftstrafe und kommt bereits nach wenigen Jahren frei. Von nun an schwört er der Kriminalität ab und will sein Geld ehrlich verdienen, um sich auf den Bahamas ein neues Leben aufzubauen. Doch als sich sein kleinkrimineller Cousin mit Mafiosi anlegt und Carlito diese in Notwehr erschießen muss, fangen die Probleme an. Nicht zuletzt bringt ihn nämlich der opportunistisch veranlagte Kleinfeld ins Fadenkreuz der Taglialucci-Familie, was Carlitos Traum von einem redlichen Leben unmöglich macht.
Brian De Palma und Al Pacino? Ähh, da war doch was. Man muss kein ausgemachter Film-Guru sein, um bei dieser Konstellation an „Scarface“ denken zu müssen. Neben Coppolas „Der Pate“ und Scorseses diversen Mafiafilmen gehört Tony Montanas Aufstieg zum Unterwelt-Krösus schließlich zu den großen modernen Hollywood-Gangster-Epen des 20. Jahrhunderts. Dass De Palma und Pacino gut zehn Jahre nach „Scarface“ mit „Carlito’s Way“ abermals für einen Vertreter des speziellen Genres verantwortlich zeichneten, wird hingegen gerne einmal vergessen. Im Gegensatz zu Michael Corleone und Tony Montana hat sich Carlito Brigante nämlich nicht im allgemeinen Filmbewusstsein verwurzeln können. Die Frage nach dem „Warum?“ ist dabei nicht eindeutig zu klären. Einige werden sagen, „Carlito’s Way“ fehle es im Vergleich mit „Der Pate“ an Stil. Andere werden wiederum erklären, der Film versprühe nicht die Wucht von „Scarface“. So mancher eingefleischter Cineast allerdings wird dagegenhalten, dass „Carlito’s Way“ aufgrund der stringenten, wenig romantisierten Charakterentwicklung und der ungeschminkten Brutalität zu den Highlights des Mafiafilms gehört und den Größen des Genres in Sachen Authentizität ein Schnippchen schlägt.
Führt man sich einmal vor Augen, welch großartige Leistungen Al Pacino speziell in Mafiafilmen vollbracht hat, stellt sich die Frage, warum Old Al in seiner Karriere nicht noch öfter auf die Seite des organisierten Verbrechens gewechselt ist. Vielleicht behält sich Pacino seinen allergrößten Mafia-Auftritt aber auch nur für sein Alterswerk vor. Uns würde es jedenfalls freuen.
Daten:
USA 1993, 145 Minuten, FSK: 16
Regie: Brian De Palma
Genre: Krimi | Drama | Thriller
Darsteller: Al Pacino, Sean Penn, Penelope Ann Miller, uvm.
Für Fans von:
Donnie Brasco, Scarface, Serpico
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 7,9 von 10
moviepilot.de: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
Filmzitate:
“Du wirst dich nie ändern, dir geht nur die Puste aus.”
“Ich kenne nur ein Gesetz: Rette deinen Arsch!”
“Die Zeiten haben sich geändert! Wo sind die Miniröcke geblieben? Wo das Marihuana? Jetzt gibt´s nur noch Plateausohlen, Kokain und Tänze, die ich nicht tanze.”
Auszeichnungen:
- Zwei Nominierungen bei den Golden Globe Awards 1994
Carlito’s Way bei Amazon:
auf DVD oder Blu-Ray
Weitere Filme von Brian De Palma:
1966: The Responsive Eye
1968: Murder à la Mod
1968: Greetings
1969: The Wedding Party
1970: Hi, Mom – Confessions of Peeping John
1972: Hilfe, ich habe Erfolg!
1973: Die Schwestern des Bösen
1974: Das Phantom im Paradies
1976: Schwarzer Engel
1976: Carrie – Des Satans jüngste Tochter
1978: Teufelskreis Alpha
1979: Home Movies – Wie du mir, so ich dir
1980: Dressed to Kill
1981: Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren
1983: Scarface
1984: Der Tod kommt zweimal
1986: Wise Guys
1987: The Untouchables – Die Unbestechlichen
1989: Die Verdammten des Krieges
1990: Fegefeuer der Eitelkeiten
1992: Mein Bruder Kain
1996: Mission: Impossible
1998: Spiel auf Zeit
2000: Mission to Mars
2002: Femme Fatale
2006: The Black Dahlia
2007: Redacted
Weitere Filme mit:
Trailer zum Film (deutsch):
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