Der Eissturm

Der EissturmInternatsschüler Paul Hood (Tobey Maguire) ist unglücklich in seine Mitschülerin Libbets (Katie Holmes) verliebt, kann sich jedoch nicht auf die Unterstützung seiner Familie verlassen. Die hat nämlich ihre ganz eigenen Probleme. Während sein Vater Ben (Kevin Kline) sich mit einer Affäre vergnügt, flüchtet sich seine Mutter Elena (Joan Allen) in ihre eigene Welt. Zudem sorgt seine Schwester Wendy (Christina Ricci) mit Weltverbesserer-Tiraden und sexuellen Ausschweifungen für Spannungen. Als Paul zu Thanksgiving nach Hause fährt, geraten die Familienverhältnisse endgültig in Schieflage.

Gehört Regisseur Ang Lee heutzutage zu den renommiertesten Filmemachern überhaupt, galt der Taiwanese Mitte der 90er Jahre noch als Geheimtipp unter den Regie-Talenten. Als maßgeblich für seinen späteren Erfolg in Hollywood gilt heute das Familien-Drama „Der Eissturm“, das mittlerweile längst zu den großen Klassikern des 90er-Kinos zählt. Neben der Vielzahl bekannter Hollywood-Schauspieler ist es nicht zuletzt das für das US-Kino unübliche Drehbuch, das den Film Zeit seines Erscheinens vor allem bei den Kritikern ankommen ließ. „Der Eissturm“ verfügt nämlich weder über einen festen Handlungsstrang, ist aber genauso wenig als üblicher Episodenfilm zu verstehen. Die Charakterisierung der verschiedenen Protagonisten findet in einem geschlossenen System statt und ermöglicht es dem Zuschauer, die schwelenden Probleme der Hood-Familie in tieferem Zusammenhang zu begreifen. In diesem Sinne funktioniert der Film weniger als Erzählung, sondern vielmehr als stets unterhaltsames Sozial-Gemälde einer Familie, deren übergeordnetes Problem sich aus den subjektiven Lebenssackgassen der Hauptfiguren ableiten lässt. Im Zusammenspiel mit den hervorragenden Schauspieler-Leistungen und der liebevollen Inszenierung dürften demnach selbst jene Cineasten auf ihre Kosten kommen, die ansonsten eher weniger Begeisterung für „Familienfilme“ aufbringen.

Wie so oft spielt die Länge eines Films, in dem eine Vielzahl von Protagonisten auftreten, auch bei „Der Eissturm“ eine nicht zu unterschätzende Rolle. Angesichts der Spiellänge von ca. 110 Minuten könnte man nämlich durchaus einwenden, dass es dem Film noch besser zu Gesicht gestanden hätte, zwanzig bis dreißig Minuten draufzupacken, um den innerfamiliären Verwicklungen noch umfassender auf den Grund gehen zu können


Daten:

USA 1997, 112 Minuten, FSK: 12
Regie: Ang Lee
Genre: Drama
Darsteller: Kevin Kline, Joan Allen, Sigourney Weaver, uvm.


Für Fans von:

Keine Sorge, mir geht’s gut, Paranoid Park


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 8,2 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

“Ist dir in letzter Zeit irgendwas an Mikey aufgefallen? Er scheint mir heute etwas weggetreten zu sein.”

“Deine Familie ist das Nichts, aus dem du kommst, und auch der Ort, an den du zurückkehrst, wenn du stirbst. Und das ist das Paradoxe: Je mehr man hineingezogen wird, desto tiefer dringt man ins Nichts!”

“Wenn man darüber nachdenkt, dann fällt es einem schwer nicht einfach aus dem Leben rauszuspazieren. Es ist so als ließe ständig jemand die Tür offen zur nächsten Welt und wenn du dich nicht vorsiehst kann es passieren, dass du einfach durchgehst, und dann bist du tot.”



Auszeichnungen:

  • Bestes Drehbuch bei den Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1997
  • Beste Nebendarstellerin für Sigourney Weaver bei den British Academy Film Awards 1998
  • Eine Nominierung bei den Golden Globe Awards 1998



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Weitere Filme von Ang Lee:

1992: Schiebende Hände
1993: Das Hochzeitsbankett
1994: Eat Drink Man Woman
1995: Sinn und Sinnlichkeit
1999: Wer mit dem Teufel reitet
2000: Tiger and Dragon
2003: Hulk
2005: Brokeback Mountain
2007: Gefahr und Begierde
2009: Taking Woodstock


Links zum Film:

Der Eissturm auf film-zeit.de


Trailer zum Film (deutsch):




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Kommentare zu Der Eissturm

Ein Kommentar


  1. Walter am 21. Mai 2012 22:11

    Absoluter Top-Film!!!!
    Super Drehbuch, super Story, geniale Schauspieler und stimmige Musik.

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