Dogville
Von der Mafia und Polizei verfolgt, flüchtet sich Grace Mulligan (Nicole Kidman) in das abgeschiedene Dorf Dogville, wo sie von den Bewohnern versteckt und versorgt wird. Im Gegenzug übernimmt Grace kleinere Arbeiten für jeden der Bewohner, was sie bald zum unverzichtbaren Teil der Gemeinde werden lässt, bis sich schließlich das dunkle wahre Gesicht von Nächstenliebe und Barmherzigkeit offenbart und Dogville ins Inferno stürzt.
„Apocalypse Now“, „Die letzte Versuchung Christi“ oder Werner Herzogs „Fitzcarraldo“ – es gibt diese Filme, die mehr sind als bloße Erzählung, als eine Aneinanderreihung von Szenen und gesprochenem Wort. Der Auftakt zu Lars von Triers Amerika-Trilogie gehört zweifellos dazu. Und dabei schlägt „Dogville“ dennoch eine andere Richtung ein – hier nämlich erwächst das Epische aus dem Nichts. Nicht einmal Häuserwände, Hintergrund oder wilde Kamerafahrten braucht es, um die beinahe nicht auszuhaltende Intensität der filmischen Demaskierung menschlicher Natur zu entwickeln. Wie schleichend, wie entlarvend nachvollziehbar sich die Bewohner gegen die hilfsbedürftige Grace wenden, die ihrerseits zum Ende des Films ihrer eigenen Schwäche apokalyptischen Lauf lässt, bildet die Grundlage für einen Jeden, sich die Frage zu stellen, ob anderes überhaupt möglich gewesen wäre. Von Trier bietet eine grundlegende, zweifellos dämonisch anmutende Definition über den Menschen an sich an, die gleichsam zweifellos in ihrer Herleitung unantastbar bleibt. Nie seit Jahrzehnten wurde das Grauen Menschsein derart nachfühlbar in einem Film transportiert, was „Dogville“ zu einem der wichtigsten und größten Filme der neueren Zeit macht, wenngleich der schwächere, im ähnlichen Stil funktionierende Nachfolger „Manderlay“ aufzeigt, dass auch ein Lars von Trier nicht dazu berufen scheint, eine neue Ära der wirklich besonderen Filme zu begründen, so wie es einst in den 70er und 80er Jahren im Zuge des New Hollywood oder des Deutschen Autorenfilms geschah.
Daten:
Länge: 179 Minuten, FSK: 12
Regie: Lars von Trier
Genre: Drama
Darsteller: Nicole Kidman, Harriet Andersson
Für Fans von: Manderlay, Das Fest, Hudsucker
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 9 von 10
moviemaze: 89 von 100%
Dogville bei Amazon:
Weitere Filme von Lars von Trier:
1980 Nocturne
1981 Den sidste detalje
1982 Relief
1984 Element of Crime
1987 Epidemic
1988 Medea
1991 Europa
1994 Hospital der Geister
1996 Breaking the Waves
1997 Hospital der Geister II
1998 Idioten
2000 Dancer in the Dark
2003 The Five Obstructions
2005 Manderlay
2006 The Boss of it All
2007 To Each His Cinema
2009 Antichrist
Trailer:
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