Es war einmal in Amerika
David „Noodles“ Aaronson (Robert De Niro) kehrt nach vielen Jahren nach Brooklyn zurück, wo er einstmals mit seinem Freund Max (James Woods) in einer Gangster-Bande sein Unwesen trieb. In Rückblenden erinnert sich Noodles an die gemeinsame Kindheit und den Aufstieg in das kriminelle Milieu der von Prohibition geprägten Zeit. Vor allem aber ist das Rekapitulieren seiner persönlichen Verhältnisse zu Max und seiner unerfüllten Liebe Deborah (Elizabeth McGovern) der beherrschende Tenor seiner Erinnerung.
Wenn Sergio Leone einen Film drehte, dann machte er keine halben Sachen. Und wenn das heißt, dass ein Film eben über 200 Minuten lang sein muss, dann hat das alles seine Richtigkeit. Und neben all den episch angelegten Filmen, die die Filmgeschichte bisher anzubieten hat, ist „Es war einmal in Amerika“ eben DAS Epos, das nicht wenige in die Top 3 der besten Filme aller Zeiten wählen würden, machte man sich den Aufwand, danach zu fragen. Hier nämlich wird sich endlich einmal die Zeit genommen, ein Leben in aller Gründlichkeit darzulegen, mit all den Träumen, all den Rückschlägen und mannigfaltigen Veränderungen, die ein Mensch eben in seiner Zeit auf dieser Welt durchlebt – und wenn es sich dabei auch noch um so ein erzählenswertes Leben wie das des Ganoven Noodles handelt, dann besteht kein Zweifel, dass jede einzelne Minute des Films gerechtfertigt ist. Ennio Morricones gewöhnungsbedürftige Filmmusik gibt dem Meisterwerk dann noch zusätzlich eine ganz besondere Note, so dass heute ein jeder Cineast mehr mit einem weinenden Auge auf den Abschluss Leones Amerika-Trilogie schaut – eben weil er genau weiß, dass die Zeit, in der derart Außerordentliches erschaffen wurde, schon eine ganze Weile zurückliegt und womöglich niemals wieder kommt. Und selbst weniger Filminteressierten ist dieses Werk ein Begriff, ganz so wie es sich für Protagonisten einer Kunstform gehört.
Daten:
Italien, USA 1984, 228 Minuten, FSK: 16
Regie: Sergio Leone
Genre: Gangster-Drama
Darsteller: Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern, uvm.
Für Fans von:
Der Pate, Miller’s Crossing, Road to Perdition
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 8,4 von 10
moviepilot.de: 8,4 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
Es war einmal in Amerika bei Amazon:
Filmzitate:
“Ich habe dir dein Leben geraubt. Ich habe an deiner Stelle gelebt. Ich habe dir alles weggenommen. Ich habe dein Geld genommen. Ich habe deine Frau genommen. Und 35 Jahre Gewissensbisse habe ich dir gelassen wegen meines Todes. Also, warum schießt du nicht?”
“Also kann ich nur dahin gehen, wo ich schon immer hinwollte: Ganz nach oben!”
“Du wirst den Gestank der Straße nicht los. Das ist dein Problem.”
Auszeichnungen:
- Golden Globe Award 1985
- BAFTA-Award
- Kinema Junpo Award
- Sant Jordi Award
Weitere Filme von Sergio Leone:
1955: Die schöne Helena
1959: Ben Hur
1959: Die letzten Tage von Pompeji
1960: Der Koloß von Rhodos
1964: Für eine Handvoll Dollar
1965: Für ein paar Dollar mehr
1966: Zwei glorreiche Halunken
1968: Spiel mir das Lied vom Tod
1971: Todesmelodie
1973: Mein Name ist Nobody
1975: Nobody ist der Größte
Weitere Filme mit:
Trailer zum Film:
Statistik: 36.918 mal gelesen seit dem 24. Februar 2010
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Kommentare zu Es war einmal in Amerika
3 Kommentare
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gute Filme



Der Film, “Es war einmal in Amerika” ist für mich der beste Film aller Zeiten. Jede Rolle ist perfekt besetzt und perfekt gespielt als wäre die Schauspielerei etwas ganz normales. Es gibt relativ belanglose Szenen die sind so einzigartig in der gesamten Filmgeschichte umgesetzt (z.B. die Szene auf dem WC, alleine schon wie lange die dauert ist unglaublich und als der Junge das Törtchen aufaß, oder wie das Telefon über einer 1 Minute läutet und all´die szenischen Übergänge im Film) das ist einfach großartig wie der Film atmet und sich in seiner Komplexität verdichtet und es wirkt alles so echt, natürlich und hautnah als wäre man selber mitten im Geschehen dabei. Die Filmmusik ist noch dazu genial, besonders bei der brutalen Szene wo “Cockeye” erschossen wird, da drückt die Panflöte Emotionen und Gefühle aus die sich dramatisch so verdichten und zum Schluss mit immer mehr verlangsamenden Tempo zart auflösen so quasi jetzt ist der Junge tot und kommt/ist ins/im Paradies und so klingt auch die Musik die regelrecht malerisch erzählt. Oft gibt es Szenen da glaubt man plötzlich, jetzt bleibt die Zeit stehen und man hat keine Ahnung wie es weitergeht, es ist so gut wie nichts vorhersehbar.
Dieser gesamte Film ist ein grandioses Kunstwerk wie in der bildenden Kunst die Sixtinische Kapelle von Michelangelo, in der klassischen Musikliteratur die 32 Klaviersonaten von Beethoven, die Kantaten von J.S. Bach oder in der Literatur die Werke von Shakespeare und Goethe.
Es wäre durchaus überlegenswert das gesamte Filmmaterial von Sergio Leone mit 6 Stunden Länge zu zeigen bzw. auf DVD herauszugeben mit der Mono-Synchronisatin von 1984 auf Deutsch wo J. Kerzel Robert de Niro synchronisiert und nicht von Ch. Brückner.
Es gibt einen Spruch von K. H. Waggerl, “alles Wahre ist einfach” und dieser Film wurde wahrhaftig einfach genial umgesetzt.
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Winni am 5. April 2013 13:22
Ich kann mich Deiner Meinung nur anschliessen – ein grandioses Meisterwerk
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Immer wieder überraschend, wie wenig Beachtung die offensichtliche Frauenfeindlichkeit des Films findet.
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