Hudsucker

HudsuckerNorville Barnes ist ein talentfreier Jedermann aus einfachen Verhältnissen. Das hindert die Vorstandsmitglieder des millionenschweren Hudsucker-Konzerns aber nicht daran, Barnes nach dem Selbstmord des Firmengründers Waring Hudsucker zum Chef zu befördern. Der Vorstand will nämlich erst den Aktienkurs der Firma drücken, um dann selbst die Aktienmehrheit zu übernehmen. Doch Barnes erfindet mit dem Hula-Hoop-Reifen einen Millionenseller und durchkreuzt so die hinterlistigen Pläne. Bald ergreift Vorstandsmitglied Sidney J. Mussburger härtere Maßnahmen, um den inzwischen machtbesessenen Barnes aus dem Weg zu räumen.

„Hudsucker“ gehört zweifellos zu den eher weniger beachteten Werken der Coen-Brüder. Dass der Film darüber hinaus an den amerikanischen Kino-Kassen floppte und bis heute mehr oder minder in Vergessenheit geraten ist, könnten Gründe genug dafür sein, von der mangelnden Qualität des fünften Spielfilms der Coens zu sprechen. Wahrheit ist aber, dass „Hudsucker“ eine geradezu meisterhafte Satire ist, die allerdings nicht für den handelsüblichen Kinogänger gemacht ist. Der Film wirkt mit seinen grotesken Figuren und aufgrund der Entwicklung einer eigenständigen und immer überzeichneten „Hudsucker“-Welt wie ein großes Kaleidoskop der Absurdität, in dem Manager grundlos aus dem Fenster springen und alles ein bisschen so aussieht wie in einem Möbelhaus-Prospekt. Das Spezielle ist es demnach, was „Hudsucker“ nicht für die Allgemeinheit zugänglich werden lässt. Dabei bewegt sich der Film stets zwischen echter Kapitalismuskritik und irrer, zitatreicher Screwball-Farce, was Grund genug sein sollte, dem zu Unrecht verschmähten Werk der Coens eine Chance zu geben.

Um es zum Ende noch einmal ganz deutlich zu formulieren: „Hudsucker“ ist kein „The Big Lebowksi“ – will es aber auch gar nicht sein. Jeder, der etwas mit Satiren der besonderen Art anfangen kann, wird demnach seinen Spaß mit dem schwarzen Schaaf der Coens haben. Und hin und wieder einen Film anzuschauen, der bei den Medien keine besondere Wertschätzung genießt, hilft bekanntlich dabei, das eigene Cineasten-Auge zu schärfen.


Daten:

UK/D/USA 1994, 111 Minuten, FSK: 6
Regie: Ethan und Joel Coen
Genre: Komödie | Satire
Darsteller: Tim Robbins, Jennifer Jason Leigh, Paul Newman, uvm.


Für Fans von:

Being John Malkovich, Ladykillers, Barton Fink



Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,4 von 10
Filmstarts.de: 3,5 von 5
moviepilot.de: 7,9 von 10

Filmzitate:

“Das wird der Knüller des Jahrhunderts, und die Konkurrenz guckt in die Röhre. Mann, wir wirbeln damit so viel Staub auf, dass alle denken, wir arbeiten in der Wüste.”

“Pech gehabt, Kleiner! Hattest einen schnellen Aufstieg, aber runter geht”s noch schneller!”



Auszeichnungen:

  • Nominierung für die Goldene Palme auf den Filmfestspielen von Cannes als bester Film



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Weitere Filme von Ethan und Joel Coen:

1984: Blood Simple
1987: Arizona Junior
1990: Miller’s Crossing
1991: Barton Fink
1996: Fargo
1998: The Big Lebowski
2000: O Brother, Where Art Thou?
2001: The Man Who Wasn’t There
2003: Ein (un)möglicher Härtefall
2004: Ladykillers
2006: Paris, je t’aime
2007: No Country for Old Men
2008: Burn After Reading
2009: A Serious Man

Weitere Filme mit:



Trailer zum Film (engl.):



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