Lost in Translation
Der abgehalfterte Filmstar Bob Harris (Bill Murray) reist nach Tokio, um einen Werbespot für eine Whiskey-Marke zu drehen. Doch die Dreharbeiten erweisen sich aufgrund der Sprachbarriere als Farce und auch in seiner Freizeit weiß Harris nichts im befremdlichen Tokio mit sich anzufangen. Als er auf Charlotte (Scarlett Johansson) trifft, die sich an der Seite ihres vielbeschäftigten Ehemanns John (Giovanni Ribisi) ebenso verloren fühlt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine zarte Freundschaft. Bald streifen sie gemeinsam durch das nächtliche Tokio und kommen sich dabei immer näher.
„Lost in Translation“ ist zweifellos die berührendeste Liebesgeschichte des vergangenen Film-Jahrzehnts und gehört überhaupt zu den sehenswertesten Filmen der letzten Jahre. Und dass sich mit Regisseurin Sofia Coppola eben eine Coppola für das moderne Meisterwerk verantwortlich zeigt, ist im Hinblick auf ihren berühmten Vater Francis Ford Coppola („Der Pate“) beinahe nur eine anekdotische Randnotiz. Denn gänzlich unbeeindruckt von großen Schatten der Vergangenheit entwickelt „Lost in Translation“ eine einzigartige Atmosphäre, die gemeinsam mit dem charmant-zurückhaltenden Spiel Bill Murrays und der zauberhaften Erscheinung Scarlett Johanssons einen Film formt, der geradezu in melancholischer Traurigkeit dahinfließt. Doch das Traurige wirkt in keinem Falle erdrückend, sondern nimmt es den Zuschauer vielmehr mit auf eine Reise, die aufgrund der zuweilen kurios anmutenden Umstände der Verlorenheit ironische Züge erhält. Dennoch nimmt der Film seine Protagonisten zu jedem Zeitpunkt ernst, was vor allem im in Erinnerung bleibenden Finale seinen bitter-süßen Ausdruck findet.
Mit seinen langen, europäisch geprägten Einstellungen ist „Lost in Translation“ in erster Linie ein Film für Film-Liebhaber. Denn wer sich nicht auf die maßgebenden Untertöne des Films einlassen kann, der wird keine Freude mit Sofia Coppolas Überraschungserfolg haben. Wer allerdings Gefallen an „Lost in Translation“ findet, dem sei darüber hinaus „Broken Flowers“ von Jim Jarmusch ans Herz gelegt, in dem Bill Murray eine ähnliche Rolle spielt und eine ebenso gute Figur abgibt.
Daten:
USA, Japan 1997, 97 Minuten, FSK: 6
Regie: Sofia Coppola
Genre: Drama | Romanze
Darsteller: Bill Murray, Scarlett Johansson, uvm.
Für Fans von:
About Schmidt, Broken Flowers, Terminal
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviepilot.de: 7,6 von 10
moviemaze.de: 90 von 100%
Auszeichnungen:
- Oscar 2004: Bestes Originaldrehbuch
- César: Bester ausländischer Film
- Bundesfilmpreis: Bester ausländischer Film
- Golden Globe Award: Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Darsteller (Bill Murray)
- Filmfestspiele von Athen: Bester Film
- Dänischer Filmpreis: Bester US-Film
Zitate:
“Das Leben wird viel komplizierter wenn man Kinder hat.”
“Ich frag mich nur, wann ich endlich ‘n korrekten Whisky kriege.”
“Lass uns nie wieder hierherkommen. Es würde nie wieder so lustig werden.”
“Je mehr man über sich selbst und über das, was man will, weiß, desto weniger lässt man an sich ran.”
Lost in Translation bei Amazon:
auf DVD oder Blu-Ray
Weitere Filme von Sofia Coppola:
1998 Lick the Star (Kurzfilm)
1999 The Virgin Suicides
2006 Marie Antoinette
2010 Somewhere
Trailer zum Film: (engl.)
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