Mississippi Burning

Mississippi BurningMitte der 60er Jahre verschwinden im US-amerikanischen Südwesten drei Bürgerrechtler, die sich für das Wahlrecht der ansässigen Schwarzen eingesetzt haben. FBI-Agent Anderson (Gene Hackman) und sein Kollege Ward (Willem Dafoe) übernehmen den Fall, stecken mit ihren Ermittlungen allerdings schon bald in einer Sackgasse. Der offenkundige Rassismus der Weißen, die Verschwiegenheit der Schwarzen und die Furcht unbeteiligter Mitwissender machen es nämlich beinahe unmöglich, die Geschehnisse zu rekonstruieren. Und als die Agenten schließlich selbst Ziele der Anfeindungen werden, sieht Anderson keine andere Chance, als die Gewalttäter mit den eigenen Waffen zu schlagen.

Obwohl „Mississippi Burning“ aus einer anderen (nämlich weißen) Perspektive erzählt wird, erinnert Alan Parkers Film vor allem atmosphärisch an Norman Jewisons „In der Hitze der Nacht“. Denn ähnlich wie der Sidney-Poitier-Klassiker nutzt auch „Mississippi Burning“ die Schwüle des amerikanischen Südens, um den Geschehnissen die nötige Schwere zu verleihen. Denn so wie sich die beiden Protagonisten durch die feuchte Hitze des umliegenden Mississippi-Deltas quälen müssen, macht es die fremdenfeindliche, träge Haltung der Bewohner beinahe unmöglich, etwas über die Tatumstände herauszufinden. Folgerichtig mäandernd schreitet der Film voran, um den Zuschauer an der vorherrschenden Ohnmacht teilhaben zu lassen, nur um im letzten Drittel des Films entsprechend der Stromschnellen des Flusses neue Fahrt aufzunehmen. Wer auf einen vor Action strotzenden Krimi hofft, kommt demnach kaum auf seine Kosten. Wer allerdings ein exzellent bebildertes, stets nachvollziehbares Krimi-Drama sehen will, das atmosphärisch zu den Größen des Genres zählt, der wird mit „Mississippi Burning“ reich belohnt werden.

Die Kritik, dass Alan Parkers Film die Problematik des Rassismus aus der Sicht von weißen Ermittlern erzählt und somit den Kern der Anklage verfehlt, bleibt fragwürdig. Denn eben das Vordringen der Protagonisten in eine „fremde“ Welt verleiht dem Film eine komplexe Moralität, die etwa „In der Hitze der Nacht“ verwehrt bleibt und zur Freude aller Cineasten in keiner Minute aufgesetzt wirkt.



Daten:

USA 1988, 127 Minuten, FSK: 16
Regie: Alan Parker
Genre: Krimi | Drama | Mystery | Thriller
Darsteller: Gene Hackman, Willem Dafoe, Frances McDormand, uvm.


Für Fans von:

In den Straßen der Bronx, L.A. Confidential, French Connection


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
moviepilot.de: 7,3 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

“Wir mögen hier keine Fremden, die uns sagen wollen, wie wir uns zu verhalten haben.”

“Wir sind keine Killer. Der ist der Unterschied zwischen denen und uns.” – “Das ist der Unterschied zwischen denen und Ihnen!”

“Niemals, niemals, niemals sage ich: Denn der Ku-Klux-Klan gewinnt ewiglich. … Die vom Ku-Klux-Klan können gut lynchen, aber gut dichten können sie nicht!”



Auszeichnungen:

  • Beste Kamera bei den Oscars 1989
  • Sechs Nominierungen bei den Oscars 1989
  • Vier Nominierungen bei den Golden Globe Awards 1989



Mississippi Burning bei Amazon:

Amazon auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Alan Parker:

1974: Our Cissy
1974: Footsteps
1976: Bugsy Malone
1978: 12 Uhr nachts – Midnight Express
1982: Du oder beide (
1982: Pink Floyd The Wall
1984: Birdy
1987: Angel Heart
1990: Komm und sieh das Paradies
1991: Die Commitments
1994: Willkommen in Wellville
1996: Evita
1999: Die Asche meiner Mutter
2003: Das Leben des David Gale


Links zum Film:

Mississippi Burning auf film-zeit.de


Trailer zum Film (englisch):




Webseite durchblättern

Zurück:    Weiter:



Kommentare zu Mississippi Burning

Jetzt ist deine Meinung gefragt!





Kommentare abonnieren ohne selbst einen Kommentar abzugeben: