Sweet and Lowdown
Emmet Ray (Sean Penn) ist ein Säufer, Frauenheld und der zweitbeste Jazz-Gitarrist der Welt. In den 1930er Jahren gibt es nur einen Gitarristen, der besser mit seinem Instrument umgehen kann: Django Reinhardt. Vor ihm hat Ray einen Heidenrespekt und fällt auch schon mal in Ohnmacht, kommt er ihm zu nahe. Doch im Grunde bestimmen vor allem die Frauen Emmet Rays Leben. Ist es erst die geistig zurückgebliebene Hattie (Samantha Morton), mit der Ray eine ungewöhnliche Beziehung verbindet, treibt es ihn schließlich in die Arme von Schriftstellerin Blanche (Uma Thurman).
Obwohl Regisseur Woody Allen sein Biopic mit Zeitzeugeninterviews würzt, die durchaus glaubhaft den Eindruck vermitteln, dass es sich bei Emmet Ray um eine Galionsfigur des Jazz handelt, sollte man wissen: Emmet Ray ist eine fiktive Figur und hat niemals tatsächlich existiert. Virtuos spinnt Allen ein Netz aus fiktiven und realen Figuren, aus erfundenen Geschichten und dokumentarischen Zeitzeugnissen, das eine eigentümliche, ganz eigene Atomphäre der Authentizität erzeugt und den Zuschauer in die Welt des Swing entführt. Dass dabei vor allem der grandiose Soundtrack überzeugt und der Film in den „Jazz-Momenten“ seine besten Szenen hat, beweist, dass „Sweet and Lowdown“ genau weiß, worum es bei einer Musiker-Biographie geht. Sean Penn liefert als raubeiniges Genie darüber hinaus eine beeindruckende Vorstellung ab, die bis heute zu den absoluten Höhepunkten seiner außergewöhnlichen Karriere zählt, wenngleich der Film nicht unbedingt zu den populärsten seiner Zunft gehört. Ebenso erwähnenswert ist das Spiel Samantha Mortons, welche als Hattie den zuweilen unerträglichen Charakter Emmet Rays in stummer und bitter-süßer Traurigkeit erträgt.
Musiker-Biopics gibt es wie Sand am Meer. Filme wie „Walk the Line“ über Johnny Cash oder „Ray“ über Ray Charles machten gar vor ganz großem Publikum auf sich aufmerksam. „Sweet and Lowdown“ ist hingegen ein kleinerer Film, den die meisten erst noch für sich entdecken müssen. Aber das ist manchmal gar nicht so schlecht.
Daten:
USA 1999, 95 Minuten, FSK: 6
Regie: Woody Allen
Genre: Komödie | Musik
Darsteller: Sean Penn, Anthony LaPaglia, Samantha Morton, uvm.
Für Fans von:
Crazy Heart, High Fidelity, Jazzclub, School of Rock
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb.de: 7,2 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviepilot.de: 7,0 von 10
Auszeichnungen:
- Auszeichnung für Sean Penn als Bester Hauptdarsteller & Samantha Morton als Beste Nebendarstellerin bei den Academy Awards und Golden Globes 2000
Sweet and Lowdown bei Amazon:
auf DVD oder Blu-Ray
Weitere Filme von Woody Allen:
1969: Woody, der Unglücksrabe
1971: Bananas
1972: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten…
1973: Der Schläfer
1975: Die letzte Nacht des Boris Gruschenko
1977: Der Stadtneurotiker
1978: Innenleben
1979: Manhattan
1980: Stardust Memories
1982: Eine Sommernachts-Sexkomödie
1983: Zelig
1984: Broadway Danny Rose
1985: The Purple Rose of Cairo
1986: Hannah und ihre Schwestern
1987: Radio Days
1987: September
1988: Eine andere Frau
1989: New Yorker Geschichten, dritter Teil Ödipus Ratlos
1990: Verbrechen und andere Kleinigkeiten
1990: Alice
1991: Schatten und Nebel
1992: Ehemänner und Ehefrauen
1993: Manhattan Murder Mystery
1994: Bullets Over Broadway
1995: Geliebte Aphrodite
1996: Alle sagen: I love you
1997: Harry außer sich
1998: Celebrity
2000: Schmalspurganoven
2000: Cuba Libre – Dümmer als die CIA erlaubt!
2001: Im Bann des Jade Skorpions
2002: Hollywood Ending
2003: Anything Else
2004: Melinda und Melinda
2005: Match Point
2006: Scoop – Der Knüller
2007: Cassandras Traum
2008: Vicky Cristina Barcelona
2009: Whatever Works
2010: You Will Meet a Tall Dark Stranger
2010: Midnight in Paris
Weitere Filme mit:
Sean Penn
Uma Thurman
Links zum Film:
Sweet and Lowdown auf film-zeit.de
Trailer zum Film (engl.):
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