Uhrwerk Orange

Uhrwerk OrangeAlex (Malcolm McDowell) und seine Jugendbande „Droogs“ terrorisieren im London der Zukunft zumeist schutzlose Menschen. Nach der Vergewaltigung einer Frau wird Alex von den Droogs verraten und landet im Gefängnis. Dort schließt er sich einem Resozialisierungsprogramm an, das durch eine spezielle Gewalt-Therapie dafür sorgen soll, dass Alex zukünftig keine Gewalttaten mehr begeht. Doch die Therapie macht aus Alex einen wehrlosen Menschen, der den Rachegelüsten seiner ehemaligen Opfer ausgesetzt ist. Letztendlich wird er zu einem Spielball der Regierung, die mit der Verkündung seiner Heilung Stimmen gewinnen will.

Stanley Kubricks „A Clockwork Orange“ gehört zu den großen Skandalen der Filmgeschichte. Zeit seines Erscheinens wurde der Regisseur angefeindet, der Film glorifiziere Gewalt und Sexismus und berste voller moralischer Niederträchtigkeit. Und tatsächlich nimmt der Film keinen eindeutigen moralischen Standpunkt ein, was bis heute für Diskussionen bei Kritikern und Fans sorgt. Doch abgesehen von diesen Kontroversen strahlt „A Clockwork Orange“ eine unbändige Energie aus, die den Film zu einem der bemerkenswertesten Werke der Filmhistorie werden lässt. Denn unabhängig von expliziten Gewaltexzessen überzeugt der Film vor allem durch seine geradezu psychedelische Atmosphäre, die gleichermaßen verwirrend und beindruckend anmutet. Denn ohne sich auf dramaturgische Gesetzmäßigkeiten zu verlassen, entwickelt der Film zuweilen anarchische Pfade, die den Zuschauer geradewegs in den Irrsinn der gezeichneten Welt entführen – ohne die Aussicht auf eine Verschnaufpause.

Die Verfilmung von Anthony Burgess’ gleichnamigen Roman ist wild, ungestüm und schert sich nicht um geltende Konventionen. Dabei nimmt es der Film billigend in Kauf, dass Grenzen überschritten und Zuschauererwartungen mit einem Paukenschlag nach dem anderen pulverisiert werden. Letztendlich ist „A Clockwork Orange“ ein echter Brocken von Film, der ohne Übertreibung zu den interessantesten Filmen überhaupt gehört und von keinem Film-Fan links liegen gelassen werden kann. Denn ein Film, an dem man als Zuschauer noch lange zu knabbern hat, hat es mehr als verdient, an dieser Stelle empfohlen zu werden.


Daten:

USA 1971, 131 Minuten, FSK: 16
Regie: Stanley Kubrick
Genre: Krimi | Drama | Sci-Fi
Darsteller: Malcolm McDowell, Patrick Magee, Michael Bates, uvm.


Für Fans von:

Taxi Driver, Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,5 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviepilot.de: 8,2 von 10
moviemaze.de: 96 von 100%

Filmzitate:

“Plötzlich sah ich vor mir was zu tun wahr. Und was ich schon längst hätte tun solln und das war: endlich Schluß zu machen, ins Gras zu beissen, sich zu verpissen, wie eine Rakete aus dieser elenden Welt abzuzischen. Ein kurzer Schmerz vielleicht, ja, dann aber konnte ich Schlafen! Schlafen, Schlafen für immer und für immer!”

“Der gute alte Ludwig Van.”

“…und dann stürzten sich in einer einzigen Welle von Dreck und Gestank alte Männer mit knochigen Rookern und gierigen Klauen auf euren ergebenen Erzähler! Und ich wagte mich nicht zu wehren, oh meine Brüder, denn es war immer noch besser, diesen Racheakt der Alten an der Jugend über sich ergehen zu lassen, als sich wieder übergeben zu müssen! Und die unerträglichen Bauchschmerzen weiter zu haben…”



Auszeichnungen:

  • 1972: Oscar-Nominierungen in den Kategorien Regie, Bester Film, Bestes Adaptiertes Drehbuch und Schnitt



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Weitere Filme von Stanley Kubrick:

1953: Fear and Desire
1955: Der Tiger von New York
1956: Die Rechnung ging nicht auf
1957: Wege zum Ruhm
1960: Spartacus
1962: Lolita
1963: Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben
1968: 2001: Odyssee im Weltraum
1975: Barry Lyndon
1980: Shining
1987: Full Metal Jacket
1999: Eyes Wide Shut


Links zum Film:

Uhrwerk Orange auf moviepilot.de
Uhrwerk Orange auf film-zeit.de


Trailer zum Film (deutsch):




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Kommentare zu Uhrwerk Orange

3 Kommentare


  1. Nerdrage am 26. April 2011 23:51

    Die Gang heißt nicht Droogs, Droogs ist ein Wort das Anthony Burgess in seinem Roman als Wort für Freunde/Kumpel in einer in diesem Buch gesprochenen fiktiven Jugendsprache entwickelt hat. :P

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  2. Droog am 28. April 2011 11:26

    Ich denke aber schon, dass man bei Alex’ Leuten von den “Droogs” sprechen kann. Ob offizieller Gang-Name oder nicht.

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  3. Nerdrage > Monate später! am 30. Oktober 2012 22:01

    Hast du falsch verstanden. Droog ist ein Wort das in dem Roman soviel bedeutet wie Freund/Kumpel. Also kann man natürlich seine Freunde als die Droogs bezeichnen. Anthony Burgess hat eigens für das Buch eine eigene Jugensprache entwickelt, die auch im Film gesprochen wird. Das Besondere ist, dass der Protagonist im Buch halt auch in dieser Sprache schildert, man also auch in der Sprache liest.
    Ziemlich gut gemacht.
    [...]Alex (Malcolm McDowell) und seine Jugendbande „Droogs“ terrorisieren im London der Zukunft[...]
    Mein Kritikpunkt war nur, dass der erste Satz so formuliert ist, als ob seine Gang so heißen würde. Das kann gerade bei Leuten ohne Hintergrundwissen zu Irritationen führen.
    Wollte auch nur n bisschen rumflamen. :P
    Gute Film Adaption. =)

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