Was vom Tage übrig blieb

Was vom Tage übrig bliebEinst war Butler Stevens (Anthony Hopkins) bei Lord Darlington (James Fox) angestellt und kümmerte sich gemeinsam mit Haushälterin Miss Kenton (Emma Thompson) um das Wohl des Herren. Jahre später, längst nach Darlingtons Tod, macht sich Stevens auf den Weg, um Miss Kenton für seinen neuen Arbeitgeber zu gewinnen. Auf der Reise erinnert sich Stevens an die alten Zeiten, in denen Darlington im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges dem nationalsozialistischen Deutschland nicht energisch genug entgegentrat. Im Mittelpunkt steht für ihn allerdings seine unerfüllte Liebe zu Miss Kenton.

Regisseur James Ivory arbeitete bereits 1992 mit Anthony Hopkins und Emma Thompson zusammen und erntete für die Literaturverfilmung „Wiedersehen in Howards End“ von allen Seiten großes Lob. Ein Jahr später nahm sich die Troika schließlich Kazuo Ishiguros Roman „Was vom Tage übrig blieb“ vor und schuf einen der berührendsten Filme der 90er Jahre. Denn als ob der mitreißende Handlungsstrang um die Verfehlungen des Lord Darlington nicht genug wäre, um den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, gehört die behutsam erzählte Liebesgeschichte zwischen Butler Stevens und Miss Kenton zum Ergreifendsten, was das englischsprachige Kino in den letzten 20 Jahren hervorgebracht hat. Die schmerzliche Zurückhaltung, mit der Anthony Hopkins seiner Figur eine geradezu traurige Würde verleiht, steht dabei im Mittelpunkt der eigentlichen Geschichte. Denn wenn auch der Zuschauer weiß, dass die beiden Liebenden im Eigentlichen zusammengehören, ist ein Happy End noch lange nicht vorprogrammiert. Nah am Wasser gebaute Cineasten und Cineastinnen können demnach schon mal eine Vorratspackung Taschentücher bereit legen.

Im Gunde spricht nichts dagegen, „Was vom Tage übrig blieb“ einen perfekten, komplexen, traurigen Liebesfilm zu nennen, in dem es derart mitreißend zur Sache geht, dass gewöhnliche Liebesschnulzen ihre Existenzberechtigung verlieren. Und wer denkt, dass Anthony Hopkins in seiner Rolle als Kult-Kanibale Hannibal Lecter die Rolle seines Lebens gespielt hat, der sollte seine Meinung angesichts der bewundernswerten Vorstellung als Butler Stevens vielleicht noch einmal überdenken.


Daten:

UK und USA 1993, 134 Minuten, FSK: 16
Regie: James Ivory
Genre: Drama | Romanze
Darsteller: Anthony Hopkins, Emma Thompson, James Fox, uvm.
Für Fans von:

Das Labyrinth der Wörter, Volver, Good Will Hunting


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 7,3 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Auszeichnungen:

  • Nominiert in acht Kategorien bei den Oscars 2004
  • Nominiert in fünf Kategorien bei den Golden Globes 1994
  • Ausgezeichnet von der Dallas-Forth Worth Film Critics Association 1994



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Weitere Filme von James Ivory:

1963: The Householder
1965: Shakespeare-Wallah
1970: Hollywood in Bombay
1972: Unter Wilden
1974: Wild Party
1975: Autobiographie einer Prinzessin
1977: Der Tanzpalast
1978: Der große Trubel um Georgies und Bonnies Bilder
1979: Die Europäer
1980: Jane Austen in Manhattan
1981: Quartett
1982: Hitze und Staub
1984: Die Damen aus Boston
1985: Zimmer mit Aussicht
1987: Maurice
1988: Großstadtsklaven
1989: Mr. & Mrs. Bridge
1991: Wiedersehen in Howards End
1994: Jefferson in Paris
1996: Mein Mann Picasso
1998: Zeit der Jugend
2000: The Golden Bowl
2003: Eine Affäre in Paris
2005: The White Countess
2007/09: The City of Your Final Destination


Trailer zum Film (englisch):




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