Das verlorene Wochenende
Der erfolglose Schriftsteller und Alkoholiker Don Birnam (Ray Milland) lebt mit seiner Verlobten Helen (Jane Wyman) in einem Appartement in New York. Sein Bruder Wick lädt ihn und Helen ein, für ein Wochenende aufs Land zu fahren, damit sich Don von seinem letzten Entzug erholen kann. Kurz vor der Abreise gelingt es Don, die beiden zu überreden, alleine zu fahren und verbringt das Wochenende für sich. Unmittelbar begibt sich Don auf die Suche nach verstecktem Alkohol in der Wohnung und findet sich schließlich in einer Bar wieder.
Berühmte Trinker-Filme sind so manche im Umlauf. Unvergessen bleibt etwa der Auftritt von Nicolas Cage in „Leaving Las Vergas“. Und auch die Leistungen von Mickey Rourke in „Barfly“ oder von Harald Juhnke in „Der Trinker“ gehören fraglos zu den erinnerungswürdigsten Schauspieler-Leistungen der moderneren Filmgeschichte. Als Ur-Vater all jener beeindruckenden Alkoholiker-Dramen ist allerdings Billy Wilders „Das verlorene Wochenende“ anzusehen. Dabei fällt dem Film innerhalb der Filmgeschichte ein ganz besonderer Stellenwert zu. Denn ohne sich an den damaligen Sehgewohnheiten des Publikums zu orientieren, traute es sich der Film, die Abgründe seines Protagonisten derart explizit auszuführen, dass es einem regelrechten Skandal gleichkam. Und selbst heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Produktion, hat „Das verlorene Wochenende“ nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt. Die Abgründe des Don Birnam besitzen nämlich noch heute ihre Gültigkeit und beweisen damit die Virtuosität, mit der Billy Wilder sein Alkohol-Drama in Szene gesetzt hat. Die Albtraum-Szenen, in denen der gequälte Protagonist sich im Delirium befindet und seinen alkoholgetränkten Dämonen gegenübersteht, gehören schließlich nicht umsonst bis heute zu den legendärsten Film-Sequenzen überhaupt.
Obwohl Billy Wilder gleich eine ganze Reihe hochkarätiger Klassiker in seinem Oeuvre zu bieten hat, gehört „Das verlorene Wochenende“ fraglos zu seinen stärksten und eindringlichsten Filmen. Und das soll in Anbetracht von Wilder-Meisterwerken wie „Sunset Blvd.“ oder „Zeugin der Anklage“ schon etwas heißen.
Daten:
USA 1945, 96 Minuten, FSK: 12
Regie: Billy Wilder
Genre: Drama | Film-Noir
Darsteller: Ray Milland, Jane Wyman, Phillip Terry, uvm.
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 8,1 von 10
moviepilot.de: 7,9 von 10
Filmzitate:
“Du kommst mir vor wie jemand, der vom Empire State Building springt und erwartet, dass er nur ein Stockwerk runterfällt.”
“Ich betrinke mich nicht ab und zu mal, sondern ich trinke.”
Auszeichnungen:
- Vier Auszeichnungen bei der Oscar-Verleihung 1946
- Drei Golden Globe Awards 1946
- Zwei Preise bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1946
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auf DVD oder Blu-Ray
Weitere Filme von Billy Wilder:
1942: Der Major und das Mädchen
1943: Fünf Gräber bis Kairo
1944: Frau ohne Gewissen
1945: Die Todesmühlen
1948: Kaiserwalzer
1948: Eine auswärtige Affäre
1950: Boulevard der Dämmerung
1951: Reporter des Satans
1953: Stalag 17
1954: Sabrina
1955: Das verflixte 7. Jahr
1957: Lindbergh – Mein Flug über den Ozean
1957: Ariane – Liebe am Nachmittag
1957: Zeugin der Anklage
1959: Manche mögen’s heiß
1960: Das Appartement
1961: Eins, zwei, drei
1963: Das Mädchen Irma la Douce
1964: Küss mich, Dummkopf
1966: Der Glückspilz
1970: Das Privatleben des Sherlock Holmes
1972: Avanti, Avanti
1974: Extrablatt
1978: Fedora
1981: Buddy, Buddy
Links zum Film:
Das verlorene Wochenende auf film-zeit.de
Trailer zum Film (englisch):
1.748 Aufrufe seit dem 16. Dezember 2011
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Kommentare zu Das verlorene Wochenende
2 Kommentare
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ach du scheiße! ihr seit die besten!!! der film ist wahrscheinlich einer der besten filme aller zeiten!
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Kann ich mich persönlisch nur anschließen. Ich hab den Film schon tausendmal gesehen und werde es heute abend wieder tun.
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