Die Verachtung

Die VerachtungKrimi-Autor Paul Javal (Michel Piccoli) wird von Filmproduzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) gebeten, das Drehbuch zu einer Odyssee-Verfilmung zu überarbeiten, die von Fritz Lang (als er selbst) gedreht werden soll. In der Folge macht er seine Ehefrau Camille (Brigitte Bardot) mit Prokosch bekannt und muss mit ansehen, wie sich ein Flirt zwischen den beiden entwickelt. In einer Diskussion über die Beziehung schwört seine Frau ihm zwar ewige Liebe, allerdings scheint dieser Schwur nicht von Bedeutung. Denn als Paul schließlich ablehnt, das Drehbuch zu überarbeiten, ergreift Camille die Flucht.

Einer der wichtigsten Regisseure des 20. Jahrhunderts vor der Kamera, einer dahinter, dazu mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli und Jack Palance echte Schauspiel-Schwergewichte aus Frankreich und den USA. Jean Luc-Godards „Die Verachtung“ wirkt bereits aus diesem eher nüchternen Blickwinkel wie eine einzige Reflexion über das Kino und beweist auch bei genauerem Hinsehen schier unendlichen selbstreflexiven Charakter. Die typisch französische, dialogfreudige Ausarbeitung des Liebespaar-Konfliktes zwischen Piccoli und Bardot bleibt nämlich allein Sattelpunkt für eine der eingehendsten Meditationen über das Kino und dessen Schöpfer, welche die Filmgeschichte jemals gesehen hat. Godards stets sinnlich anmutende Reflexe, zwischen Kunst und Kommerz, schöpferischen Instanzen und geldgierigen Geschäftemachern in personifizierter Inszenierung zu unterscheiden, sind zwar altbekannt, jedoch in keinem seiner Werke derart überwältigend in Szene gesetzt wie in „Die Verachtung“. Dabei bestechen insbesondere jene Szenen, in den Regie-Altmeister Fritz Lang auftritt und wie das weise Gewissen einer längst vergangenen Zeit wirkt, in denen noch filmische Meisterwerke aus selbstredender Selbstverständlichkeit geschaffen wurden, ohne sich der Sehgewohnheit des Publikums zwecks Profitsteigerung zu bedienen. Godards vielleicht bester Film mutet in diesem Sinne schon beinahe an wie ein filmisches Manifest.

Angesichts der vielschichtigen Metaebenen, die dem Film erst seine Intention verleihen, ist es erwähnenswert, dass Godard von den Produzenten gezwungen wurde, Nackt-Szenen von Brigitte Bardot zu drehen, um das Werk an den Kinokassen attraktiver zu machen. Manchmal ist die Realität der Fiktion eben zwei Schritte voraus.


Daten:

Frankreich, Italien 1963, 102 Minuten, FSK: 6
Regie: Jean-Luc Godard
Genre: Drama
Darsteller: Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang, uvm.


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,7 von 10
moviepilot.de: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5

Filmzitate:

“Oh, Götter, ich mag Götter. Ich mag sie sogar sehr. Ich weiß ganz genau, wie sie fühlen.”

“”Film ist was wunderbares. Du siehst Frauen über Frauen, alle bekleidet. Dann heißt es Aufnahme, und sie hängen ihren Hintern in die Sonne.”"

“”Wenn ich das Wort Kultur höre, zücke ich mein Scheckbuch.”"



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Weitere Filme von Jean-Luc Godard (Auszug):

1954: Opération Beton
1960: Außer Atem
1966: Made in U.S.A.
1966: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
1967: Das älteste Gewerbe der Welt
1967: Die Chinesin
1967: Weekend
1968: Liebe und Zorn
1968: Eins plus Eins
1969: Ostwind
1972: Alles in Butter
1972: Letter to Jane
1975: Numéro 2
1982: Passion
1984: Maria und Joseph
1985: Detective
1987: King Lear
1987: Schütze deine Rechte
1988: Kraft des Wortes
1990: Nouvelle Vague
1993: Weh mir
1995: Godard über Godard
1996: Forever Mozart
1998: Geschichte(n) des Kinos
2001: Eloge de l’amour
2002: Dans le noir du temps
2004: Notre musique
2010: Film socialisme



Links zum Film:

Die Verachtung auf film-zeit.de


Trailer zum Film (deutsch):




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