Eraserhead

EraserheadHenry (Jack Nance) lebt in einer von Industrieanlagen geprägten Welt. Als er erfährt, dass seine Freundin Mary X (Charlotte Stewart) von ihm ein Kind erwartet, ändert sich sein Leben. Nach kurzer Schwangerschaft bringt Mary X ein missgebildetes Wesen zur Welt, um das sich das Paar nun kümmern muss. Vom ständigen Brüllen des „Kindes“ entnervt, verlässt Mary X das gemeinsame Haus und überlässt Henry sich selbst. Hat er zunächst vor, sich allein um das Wesen zu kümmern, bringt das unaufhörliche Quäken bald auch ihn an den Rand des Wahnsinns.

Wer David Lynch und seine Filme „Lost Highway“, „Mullholland Drive“ und „Inland Empire“ kennt, der weiß, dass der eigenwillige Regisseur nichts mit Mainstream-Kollegen aus Hollywood gemein hat. Eine Vielzahl seiner Filme muten nämlich an wie die Albträume eines schizophrenen Genies, das sich gerade in einer „schwierigen Phase“ befindet. Lynchs Spielfilm-Debüt „Eraserhead“ ist dabei so etwas wie die Ur-Vision der abgründigen Finsternis, die den meisten erwähnenswerten Projekten des Filmkünstlers zugrunde liegt. Denn hier ist alles noch etwas bizarrer, noch etwas verrückter, noch etwas kryptischer. Ohne Rücksicht auf Verluste (oder das Publikum) betreibt Lynch in „Eraserhead“ Experimente mit der stets existenziell anmutenden Wirkung von Lichteffekten, Atmosphäre und Cronenberg-mäßigen Ekel-Wesen. Einen expressionistischeren Film von dieser Qualität gibt es wohl keinen einzigen auf der Welt. Und das soll schon etwas heißen.

Da es sich bei „Eraserhead“ um einen Film handelt, der so manchem Kino-Freund mit Spielberg-Collection im Schrank übel aufstoßen könnte, sei der Film nur jenen Cineasten empfohlen, die etwas für den düsteren Lynch-Anspruch übrig haben. Ärgerlich ist nur, dass man sich durchaus darum bemühen muss, den Film überhaupt zu Gesicht bekommen zu können. Denn weder die handelsübliche Großraum-Videothek von nebenan noch einschlägig bekannte Arthaus-Sender der deutschen TV-Landschaft können damit punkten, dass sie „Eraserhead“ zur Verfügung stellen. Wie so oft muss der interessierte Cineast die Angelegenheit also selbst in die Hand nehmen ;-)


Daten:

USA 1977, 89 Minuten, FSK: 16
Regie: David Lynch
Genre: Drama | Fantasy | Horror | Sci-Fi
Darsteller: Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, uvm.

Für Fans von:

Der Elefantenmensch, PI, Lost Highway


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,4 von 10
moviepilot.de: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviemaze.de: 92 von 100%


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Weitere Filme von David Lynch:

1980: Der Elefantenmensch
1984: Dune – Der Wüstenplanet
1986: Blue Velvet
1990: Industrial Symphony No. 1
1990: Wild at Heart
1992: Twin Peaks – Der Film
1997: Lost Highway
1999: The Straight Story
2001: Mulholland Drive – Straße der Finsternis
2006: Inland Empire
2007: More Things That Happened


Trailer zum Film (englisch):




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