Fitzcarraldo

FitzcarraldoDer Abenteurer Fitzcarraldo (Klaus Kinski) ist der fixen Idee verfallen, ein Opernhaus mitten im peruanischen Dschungel errichten zu lassen. Um dieses Vorhaben finanzieren zu können, besorgt er sich unter Mithilfe von seiner Geliebten Molly (Claudia Cardinale) ein Dampfschiff, mit dem er auf dem Fluss Kautschuk-Handel betreiben will. Doch eine von Stromschnellen durchzogene Flusspassage macht es unmöglich, per Wasserweg zu den Kautschuk-Feldern zu kommen. Schließlich befiehlt Fitzcarraldo, das tonnenschwere Schiff über einen Berghang ziehen zu lassen. Die Männer und eine Vielzahl von Eingeborenen machen sich an die Arbeit.

„Fitzcarraldo“ wäre an sich bereits ein mehr als beeindruckender Film geworden. Denn dank eines Klaus Kinski ins Hochform sprudelt Werner Herzogs vielleicht berühmtester Film nur so vor bedingungsloser Entschlossenheit über. Doch wenn man sich vor Augen hält, dass Herzog sich keiner Tricks bemüht hat, sondern im peruanischen Dschungel tatsächlich ein echtes Dampfschiff über einen Berghang hat ziehen lassen, dann wird das grenzüberschreitende Ausmaß von „Fitzcarraldo“ erst deutlich. In diesem Sinne erscheinen die Dreharbeiten zum Film gewissermaßen größer als der Film selbst und machen das aberwitzige Vorhaben Fitzcarraldos zu einem schier monströsen Werner Herzogs. Wohl in keinem anderen Film der Filmgeschichte verschmelzen die Arbeiten hinter und vor der Kamera zu einem derart bildgewaltigen Monument, das in der Kunst als solches seinesgleichen sucht. Dank des unbändigen Willen von Werner Herzog und der diabolischen Vermessenheit, mit der Kinski seine Darstellung bis an die Grenzen der Schauspiel-Kunst treibt, können Cineasten mit „Fitzcarraldo“ eines der außergewöhnlichsten Werke der Filmgeschichte erleben.

In Zeiten, in denen bildgewaltige Abenteuer mit CGI-Effekten in ein beliebiges Ausmaß getrieben werden können, erlangen Filme wie „Fitzcarraldo“ noch größere Bedeutsamkeit. Die wahren Abenteuer werden nämlich nicht vor einer grünen Leinwand erlebt. Schon als die Produzenten Werner Herzog zwingen wollten, die „Schiffs-Szenen“ per Modell im Studio zu erstellen, wiegelte dieser ab – wohlwissend, dass es bei seinem Film um etwas anderes geht.


Daten:

USA 1982, 158 Minuten, FSK: 12
Regie: Werner Herzog
Genre: Abenteuer | Drama
Darsteller: Klaus Kinski, Claudia Cardinale, José Lewgoy, uvm.


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 7,2 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5




Auszeichnungen:

  • Eine Nominierung bei BAFTA Awards 1983
  • Bester Regisseur bei Internationale Filmfestspiele von Cannes 1982
  • OCIC Award bei den Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián 1982



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Weitere Filme von Werner Herzog (Auszug):

1990: Echos aus einem düsteren Reich
1990: Wodaabe – Hirten der Sonne
1991: Das exzentrische Privattheater des Maharadjah von Udaipur
1991: Cerro Torre: Schrei aus Stein
1992: Lektionen in Finsternis
1993: Glocken aus der Tiefe
1994: Die Verwandlung der Welt in Musik
1995: Gesualdo – Tod für fünf Stimmen
1997: Little Dieter Needs to Fly
1999: Mein liebster Feind
1999: Wings of Hope / Schwingen der Hoffnung
2001: Invincible / Unbesiegbar
2001: Pilgrimage
2003: Rad der Zeit
2004: The White Diamond
2005: Grizzly Man
2005: The Wild Blue Yonder
2006: Rescue Dawn
2007: Encounters at the End of the World
2009: Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen
2009: My Son, My Son, What Have Ye Done
2010: Happy People: A Year in the Taiga
2010: Die Höhle der vergessenen Träume 3D
2011: Into the Abyss
2012: Death Row


Weitere Filme mit:



Links zum Film:

Fitzcarraldo auf film-zeit.de


Trailer zum Film (deutsch):




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