Funny Games

Funny Games Georg (Ulrich Mühe), seine Ehefrau Anna (Susanne Lothar) und ihr gemeinsamer Sohn verbringen ihren Urlaub in einem entlegen gelegenen Ferienhaus nahe eines Sees. In der idyllischen Umgebung hofft das Ehepaar Entspannung vom Alltag zu finden. Doch als es an der Türe klingelt, nimmt der Albtraum seinen Lauf. Paul (Arno Frisch) und Peter (Frank Giering) geben zunächst vor, einige Eier zu benötigen, nehmen die Familie dann allerdings gefangen und beginnen, sie zu quälen. Als das Ehepaar begreift, dass die beiden scheinbar ohne Motive handeln, versuchen sie zu fliehen.

Explizite Gewaltszenen gehören in Filmen dazu wie das Salz in der Suppe. Nur die wenigsten Zuschauer stoßen sich noch daran, wenn Schieß- und Prügelorgien für Mord und Totschlag sorgen. Und spätestens seit „Saw“ überbieten sich Horrorfilme beinahe beiläufig mit unterhaltsam inszenierten Foltersequenzen. Bei Michael Hanekes „Funny Games“ stellt sich die Situation allerdings etwas anders dar. Denn nur auf den ersten Blick erscheint der Film als blutrünstiger Thriller, in dem es darum geht, eine unschuldige Familie zu quälen. Im Gegensatz zu „Saw“ und Co. nimmt die Gewalt in „Funny Games“ nämlich einen ernstgemeinten Charakter an, der jenseits von comichaften Verstümmelungen zunehmend verstörende Züge entwickelt. Bis ins schier Unerträgliche lässt Haneke seine Bösewichte walten, die aus purer Lust am Schrecklichen operieren. In diesem Sinne ist „Funny Games“ als ein mahnender Kommentar auf beiläufige Gewalt in Filmen zu verstehen, die zumeist bloßes und vor allem opferloses Entertainment ist. In „Funny Games“ hingegen wird das Grauen tatsächlich offenbar und damit in ein realitätsnäheres Licht gerückt. Virtuoseres und zugleich erbarmungsloseres Kino hat man nur selten gesehen.

Dass Michael Haneke zu den anerkanntesten Filmemachern unserer Zeit gehört und mit seinen Filmen sowohl bei Kritikern als auch Cineasten regelmäßig für Jubelstürme sorgt, ist allgemein bekannt. Warum Haneke allerdings im Jahre 2007 ein detailgetreues US-amerikanisiertes Remake von „Funny Games“ auf den Markt geworfen hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht hilft es in dieser Angelegenheit ja, den allmächtigen Dollar zu befragen.


Daten:

Österreich 1997, 104 Minuten, FSK: 18
Regie: Michael Haneke
Genre: Krimi | Drama | Mystery | Thriller
Darsteller: Susanne Lothar, Ulrich Mühe, Arno Frisch, uvm.


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,6 von 10
moviepilot.de: 7,4 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5

Filmzitate:

“Bitte entschuldigen Sie die Störung. Ich komm von nebenan.”

“Sie dürfen den Unterhaltungswert nicht vergessen.”



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Weitere Filme von Michael Haneke:

1984: Wer war Edgar Allan?
1989: Der siebente Kontinent
1992: Benny’s Video
1994: 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls
2000: Code: unbekannt
2001: Die Klavierspielerin
2003: Wolfzeit
2005: Caché
2007: Funny Games U.S.
2009: Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte


Trailer zum Film (deutsch):




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Kommentare zu Funny Games

2 Kommentare


  1. Loki am 15. Oktober 2011 00:47

    Auch wenn alle immer von -Das weiße Band- sprechen. Für mich ist und bleibt -Funny Games- der beste Film von Haneke. Ein toller Film. Schön, dass er hier aufgeführt wird.

    [Antwort]

  2. Ch Ruti am 8. Dezember 2011 13:18

    Funny Games ist einer meiner persönlichen Lieblingsfilme. Es ist nicht die skurile Brutalität die gezeigt wird, sondern dass der Zuschauer an bestimmten teilen des Films einbezogen wird! Eine meisterhafte Leistung die dem Drehbuchautor dort gelungen ist. Dazu kommen noch 2 fantastisch gut gespielte Progatonisten die mit einer beängstigen Ruhe und Gelassenheit ihre Opfer “freundlich” an den Rand des Wahnsinns bringen. Die alte orginal Fassung besticht durch denn schweizer Dialekt und die Neuauflage mit einer guten Portierung die dem Orginal in nichts nachsteht. Wer einen Thriller sehen will der zu seiner Zeit das Genre auf eine neue Ebene hob und einen fesselt muss zugreifen!

    [Antwort]

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