Midnight Cowboy
Joe Buck (Jon Voight) hat das behütete Leben in Texas satt und macht sich auf den Weg nach New York. Dort kauft er sich eine Cowboy-Kluft und hofft, als Gigolo über die Runden zu kommen. Doch die Versuche, sich den Damen zu nähern, scheitern kläglich und lassen Joe verzweifelt zurück. Schließlich trifft er auf den Kleinkriminellen Razzo (Dustin Hoffman), der anbietet, ihm im Sex-Geschäft auf die Füße zu helfen. Joe lässt sich auf den Deal ein und ist bald sein letztes Geld los. Dennoch tun sich die beiden weiter zusammen.
Filme, die das Selbstverständnis des US-amerikanischen Kinos maßgeblich mitgeprägt haben, gibt es dekadenübergreifend viele. Filmische Meisterwerke wie John Schlesingers „Midnight Cowboy“, die in der Folge Filmschaffende und Cineasten gleichermaßen grundlegend prägen sollten, gibt es allerdings nur eine Handvoll. Dass „Midnight Cowboy“ dabei ur-amerikanische Themen aufgreift, ist kein besonderer Zufall. Joe Bucks aberwitzige Abenteuer als personifiziertes Symbol für den American Dream und den American Way of Life zu bezeichnen, fällt nämlich nicht besonders schwer. Bis zum tragischen, aber dennoch nicht desillusionierenden Ende versucht der Protagonist alles, um seinen Traum vom luxuriösen wie sorgenlosen Leben in der Großstadt wahr werden zu lassen. Dass er sich dabei zum Affen macht und an jeder nur erdenklichen Ecke über den Tisch ziehen lässt, offenbart den kritischen Charakter des Films, der seine Figuren zwar nicht karikiert, aber die gesamte Härte der Realität spüren lässt. Dass „Midnight Cowboy“ nicht zuletzt aufgrund des unverzagten Mutes des Protagonisten kein melodramatischer, sondern stets beschwingt daherkommender Film ist, gehört fraglos zu seinen ganz großen Qualitäten.
„Midnight Cowboy“ wurde Ende der 1960er Jahre wohlwollend von Publikum und Zuschauern aufgenommen und gehört über 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung zu den erklärten Lieblingen unzähliger Cineasten weltweit. Einen der wichtigsten Hollywood-Filme der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einfach an sich vorbei streichen zu lassen, sollte wohl kein Kino-Fan in seiner Vita stehen haben.
Daten:
USA 1969, 108 Minuten, FSK: 16
Regie: John Schlesinger
Genre: Drama
Darsteller: Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles, uvm.
Dieser Film wurde bewertet von:
IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
Auszeichnungen:
- 1970: Drei Oscars
- Drei Awards bei den Laurel Awards 1970
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Weitere Filme von John Schlesinger:
1961: Nur ein Hauch Glückseligkeit
1963: Geliebter Spinner
1965: Darling Darling
1967: Die Herrin von Thornhill
1971: Sunday, Bloody Sunday
1973: München 1972
1975: Der Tag der Heuschrecke
1976: Der Marathon-Mann
1979: Yanks – Gestern waren wir noch Fremde
1981: Da steht der ganze Freeway kopf
1983: Gentleman in Moskau
1983: Getrennte Tische
1985: Der Falke und der Schneemann
1987: Das Ritual
1988: Madame Sousatzka
1990: Fremde Schatten
1993: … und der Himmel steht still
1996: Auge um Auge
1996: Cold Comfort Farm
2000: Ein Freund zum Verlieben
Weitere Filme mit:
Trailer zum Film (englisch):
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