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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,43 von 10 (37x bewertet)
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Als sich Priester James Lavelle (Brendan Gleeson) auf die Beichtstunde vorbereitet, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben von Grund auf verändern wird. Denn schon bald berichtet ihm ein Beichtender, dass er in der Kindheit von einem Priester missbraucht worden sei und nun einen unbescholtenen Geistlichen töten wolle, um für Aufsehen zu sorgen. Obwohl Lavelle die Stimme des Mannes erkennt, besinnt er sich auf das Beichtgeheimnis und versucht in den kommenden Tagen, die Sünden der Welt besser zu verstehen. Und u. a. seine Freunde geben ihm dabei ausreichend Anschauungsmaterial.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Warum ein Film, der im englischen Original einen treffenden, theologisch aufgeladenen Titel („Calvary“) besitzt, in der deutschen Version wie ein fragwürdiger 90er-Teenie-Horror-Streifen heißen muss, ist das große Frage für alle Rätselfreunde zu Beginn. Ob John Michael McDonaghs Drama (inklusive humoristischer Spitzen) einen näheren Blick wert ist, ist hingegen nicht mit einem Fragezeichen versehen. Der brummlige Brendan Gleeson als trinkfester, todgeweihter Priester ist nämlich ein einziges Highlight. Das pointierte Drehbuch, die für die plakativen Lacher zuständigen Nebendarsteller und die eindringliche Bildersprache treten schlichtweg kollektiv in den Hintergrund, wenn Gleeson seinen Hals samt bärtiger Visage gen Kamera streckt und faktisch jede einzelne Szene für sich beansprucht und einnimmt.

Dass McDonagh und Gleeson harmonieren, wissen Cineasten ja bereits seit „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“. Dass Gleeson allerdings über die Urgewalt verfügt, um ein letztlich durchaus mehr als ernstgemeintes Drama allein schultern zu können, ist eine eher neue Erkenntnis. Cineasten und Gleeson-Fans können sich also gleichermaßen auf ein kleines Meisterwerk freuen, dass unendlich viel sehenswerter ist, als es der peinliche deutsche Titel vermuten lässt. Wir sagen daher: „Calvary“ ist eine echte Offenbarung!

John Michael McDonagh und sein Bruder Martin haben bis hierhin gemeinsam mit „Brügge sehen… und sterben?“, „7 Psychos“, „The Guard“ und nun eben „Calvary“ gleich vier größere Kino-Perlen vorzuweisen. Wir können deshalb nur empfehlen, die irischen Geschwister auch zukünftig nicht aus den Augen zu verlieren.


Daten:

IE/UK 2014, 101 Minuten, FSK 16
Regie: John Michael McDonagh
Genre: Drama
Darsteller: Brendan Gleeson, Chris O’Dowd, Kelly Reilly, uvm.


Für Fans von:

The Guard – Ein Ire sieht schwarz, Lang lebe Ned Devine!


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,1 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


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Weitere Filme von John Michael McDonagh:

2000: Der zweite Tod
2011: The Guard – Ein Ire sieht schwarz