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Danny (Edward Furlong) ist bekennender Neonazi und eifert seinem Bruder Derek (Edward Norton) nach, der als Held der Szene gilt, nachdem er zwei Schwarze, die sich an seinem Auto zu schaffen machten, getötet hat. Als Derek aus dem Gefängnis entlassen wird, muss Danny einsehen, dass sich sein Bruder geändert hat. Durch Erlebnisse im Knast zur Vernunft gebracht, schwört Derek der rechten Ideologie ab und versucht nun, seinen Bruder aus den Fängen von Szene-Anführer Cameron (Stacy Keach) zu befreien. Doch natürlich bringen Dereks alte Mitstreiter kein Verständnis für seinen Sinneswandel auf.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wohl nur wenige Hollywood-Filme erregten in den 90er Jahren derart viel Aufsehen wie Tony Kays „American History X“. Der Film scheut sich nämlich nicht davor, seiner Thematik offensiv zu begegnen und schreckt dabei auch nicht vor brutalen Szenen zurück, die sich bis heute ins allgemeine Filmgedächtnis eingebrannt haben. Dank Handkamera und nach Independent-Produktion riechender Inszenierung hebt sich der Film wohltuend vom Mainstream-Einerlei des US-amerikanischen Kinos ab und kommt wie ein ambitioniertes, aber zu keinem Zeitpunkt überfrachtet wirkendes Drama daher.

Mit Edward Norton und Edward Furlong übernehmen zudem zwei Ausnahmetalente die Hauptrollen und zeigen insbesondere im direkten Zusammenspiel eine erinnerungswürdige Vorstellung. Kays durchaus etwas gewöhnungsbedürftiger Stil spricht dabei vor allem Cineasten jüngeren Alters an, wobei die Kritik, der Regisseur habe ohne Rücksicht auf (qualitative) Verluste versucht, ein ernstzunehmendes Neonazi-Drama in MTV-Optik zu gestalten, natürlich nur unzureichend zutrifft. Dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich „American History X“ stets um einen eigenen, durchaus plakativ anmutenden Stil bemüht und daher nicht frei von Kritik bleiben kann.

Galten Edward Norton und Edward Furlong in den 90er Jahren noch als Größen ihrer Schauspieler-Generation, ist es im letzten Jahrzehnt um beide beängstigend ruhig geworden. Während Furlong mehr mit Drogen- als mit Drehproblemen zu kämpfen hatte, konnte Norton seine Erfolge aus den 90er Jahren nicht bestätigen und gilt heute als abgestürztes Talent. Immerhin bleibt mit „American History X“ ein ewiger Beweis ihres schauspielerischen Vermögens.


Daten:

USA 1998, 114 Minuten, FSK: 16
Regie: Tony Kaye
Genre: Krimi | Drama
Darsteller: Edward Norton, Edward Furlong, Elliott Gould, uvm.


Für Fans von:

Hass, Hooligans, Fight Club


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,6 von 10
moviepilot.de: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Hass ist Ballast. Das Leben ist viel zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert.“

„Ich kenn deine Sorte, Mann. Abgekochter weißer Macker, der Streit sucht. Aber ich sag dir jetzt mal was: Sei bloß vorsichtig, denn hier im Bau seid ihr die Nigger, nicht wir!“

„Ich seh die Scheiße die hier passiert und ich seh keinen der was dagegen unternimmt.“



Auszeichnungen:

  • Eine Nominierung bei den Oscars 1999 in der Kategorie Bester Hauptdarsteller
  • Eine Nominierung bei den Saturn-Awards 1999 in der Kategorie Bester Hauptdarsteller



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Tony Kaye:

2000: The 100 Greatest TV Ads
2001: Die Zehn Gebote der Kreativität
2002: Snowblind
2002: Who Is Alan Smithee?
2005: Best Ever Ads
2006: Lake of Fire