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Roman Kogler (Thomas Schubert) sitzt seit fünf Jahren im Jugendgefängnis und hofft, endlich entlassen zu werden. Um in Freiheit zu gelangen, benötigt er allerdings einen festen Arbeitsplatz und bewirbt sich bei einem Bestattungsunternehmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erhält er eine Anstellung und muss sich mit den Anfeindungen von seinem Vorgesetzten Kienast (Georg Friedrich) auseinandersetzen. Bald versucht Roman, Kontakt zu seiner leiblichen Mutter aufzunehmen, die ihn im Kindesalter der Jugendfürsorge übergeben hatte. Dabei muss er feststellen, dass das Leben manchmal seine eigenen Wege geht und kaum Raum für Interpretationen lässt.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Achja, die Jugend. Ein Jeder durchlebt sie einmal und ein Jeder verliert sie. Roman Koglers Jugend ist allerdings keine wie jede andere. Nach Jahren im Jugend-Knast geht es nämlich darum, den eigenen Platz im Leben zu finden und die bittere Vergangenheit aufzuarbeiten. Dass dabei nicht die hochdeutsche, sondern eben die österreichische Sprechart Verwendung findet, verleiht „Atmen“ eine besondere Intensität. Lakonisch bei aller Tragik, humoristisch bei düster Ausgangslage. So ist das Regie-Debüt von Schauspieler Karl Markovics nicht zuletzt Kontrastprogramm zum klassischen spröden Drama aus Deutschland. Denn trotz des pessimistischen Grundtenors versprüht „Atmen“ eine ungewöhnliche Leichtigkeit, die vergleichbaren reduziert aufgezogenen Dramen eher untypisch ist. Letztlich ist „Atmen“ also ein Film für waschechte Cineasten, für Film-Fans, die sich weniger für Genre-Schubladen interessieren als für kreatives, ehrliches Kino. Die Geschichte des Roman Kogler ist unserer Meinung nach also mehr als sehenswert. Alle Mojoba-Daumen nach oben!

Karl Markovics gehört fraglos zu den interessantesten Figuren der modernen deutschsprachigen Filmlandschaft. Zunächst in Serien wie „Kommissar Rex“ oder „Stockinger“ aktiv zeigt Markovics spätestens seit dem KZ-Drama „Die Fälscher“ von 2007 sein enormes Potenzial. Dabei sei nicht zuletzt seine zweite Regie-Arbeit „Superwelt“ erwähnt, in welcher der Wiener das außergewöhnliche Leben der Supermarkt-Kassiererin Gabi Kovanda schildert. Wir können daher nur empfehlen, Karl Markovics auch weiterhin auf dem Kino-Rader besondere Aufmerksamkeit zu widmen.


Daten:

AT 2011, 90 Minuten, FSK: 12
Regie: Karl Markovics
Genre: Drama
Darsteller: Thomas Schubert, Karin Lischka, Gerhard Liebmann, uvm.


Für Fans von:

Victoria, Die Fälscher, Auf der anderen Seite


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: von 10
moviepilot.de: 8.3 von 10
Filmstarts.de: 4.0 von 5


Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2011
  • Zwei Auszeichnungen beim Sarajevo Film Festival 2011
  • Bester deutschsprachiger Film 2011



Weitere Filme von Karl Markovics:

2015: Superwelt