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Nachdem Ärztin Barbara Wolf (Nina Hoss) einen Antrag auf Ausreise gestellt hat, werden die Behörden der DDR-Regierung misstrauisch und lassen sie unversehens inhaftieren. In der Folge wird sie in ein kleines Krankenhaus an der Ostseeküste versetzt und muss sich dort unter prüfenden Blicken ihres neuen Oberarztes Reiser (Ronald Zehrfeld) zurechtfinden. Während Reiser von der Stasi angehalten wird, Barbara zu überwachen, versucht diese, gemeinsam mit ihrem in der BRD befindlichen Freund die Flucht in den Westen vorzubereiten. Doch schon bald gerät der von langer Hand ausgearbeitete Plan ins Wanken.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Woraus andere Regisseure und andere Hauptdarstellerinnen einen charakterlosen Sat.1-Stasi-Schundfilm zum Fremdschämen gezimmert hätten, haben Christian Petzold und Nina Hoss im Verbund (mal wieder) etwas ganz Besonderes gemacht. Das Stasi-Drumherum und der DDR-Firlefanz treten Petzold-typisch nämlich wohltuend in den Hintergrund und formen sich mit zunehmender Spieldauer zum sinngebenden Rahmen einer Petzold-typischen, psychologisierten Erweckungsgeschichte der Petzold-typischen Hauptfigur. Es ist demnach ein offenes Geheimnis: Wer bislang nichts mit den filmischen Ergebnissen der Zusammenarbeit zwischen Petzold und Hoss anfangen konnte, der wird auch nicht mit „Barbara“ auf den Geschmack kommen.

Denn auch wenn „Barbara“ wesentlich einsteigerfreundlicher anmutet als Werke wie etwa „Yella“ oder „Wolfsburg“, verbleibt der Film in unmittelbarer Nähe zum Arthaus-Kino und dürfte unbedarfte Cineasten insbesondere aufgrund seiner reduzierten Inszenierung irritieren. Die Berliner Schule ist und bleibt eben nun mal ein eher anspruchsvolles Film-Pflaster und findet in der Zusammenarbeit von Petzold und Hoss immer wieder aufs Neue herausfordernde Interpretationen. Wer sich auf der Suche nach einem klassisch angehauchten DDR-Film à la „Das Leben der Anderen“ befindet, bewegt sich mit „Barbara“ demnach auf dem Holzweg.

Wer sich hingegen bereits mit dem Gesamtwerk Christian Petzolds auseinandergesetzt und es für interessant befunden hat, der kann mit „Barbara“ natürlich kaum etwas falsch machen. Die tiefgreifende, doch stets introvertierte Intensität, mit der Nina Hoss die Leiden ihrer Figur zum Ausdruck bringt, ist nämlich (mal wieder) schlichtweg atemberaubend.


Daten:

Deutschland 2012, 105 Minuten, FSK: 6
Regie: Christian Petzold
Genre: Drama
Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock, uvm.


Für Fans von:

Das Leben der Anderen, Der Baader Meinhof Komplex, Der Untergang


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,1 von 10
moviepilot.de: 8,0 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären bei den Berliner Filmfestspielen 2012
  • Leserpreis der Berliner Morgenpost im Rahmen der Filmfestspiele Berlin 2012
  • Acht Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2012



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Christian Petzold:

2000: Die innere Sicherheit
2003: Wolfsburg
2005: Gespenster
2007: Yella
2008: Jerichow