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Einst war Schauspieler Riggan Thomson (Michael Keaton) ein gefeierter Star für seine Darstellung des Comic-Superhelden Birdman. Nun muss sich Thomson allerdings mit allerhand Alltagsproblemen herumschlagen und flüchtet sich zunehmend in die Fantasiewelt seines Alter Egos. Schließlich übernimmt er eine Rolle in einem Bühnenstück, das von seinem besten Freund Jack (Zack Gafifianakis) inszeniert wird, um sich wieder ins Gespräch zu bringen. Doch mit Schauspiel-Kollege Mike Shiner (Edward Norton) tritt bald ein Konkurrent auf den Plan, mit dem Thomson nicht gerechnet hat.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Erstens: Ein etwas abgehalfterter Schauspieler, der mit seiner Rolle gezielt auf seine eigene Karriere-Problematik Bezug nimmt und gewissermaßen eine Meta-Darstellung seiner selbst gibt? Woran erinnert das bloß? Achja: „The Wrestler“ mit Mickey Rourke von Darren Aronofsky. Zweitens: Eine Steadicam-lastige Inszenierung, die sich Indie-mäßig auf den Hauptdarsteller konzentriert? Wieder: „The Wrestler“. Drittens: Eine Hauptfigur, die von Visionen ihres Über-Ichs heimgesucht wird? Dieses Mal: „Black Swan“ von Aronofsky. Will uns Alejandro González Inárritu mit „Birdman“ also zeigen, dass Darren Aronofsky zuletzt ein paar ganz interessante Ideen hatte? Das dann wohl eher nicht! Denn „Birdman“ erinnert trotz vermeintlicher Gemeinsamkeiten kaum an einen echten Aronofsky.

Michael Keatons Meta-Verarbeitung seiner einstigen Batman-Karriere funktioniert zumeist nämlich weniger als existenzielle Aufarbeitung eines in der Auflösung begriffenen Lebens, sondern ist vielmehr – etwas überraschend – ein Stück handfeste schwarze Komödie. Während „The Wrestler“ und „Black Swan“ aus bleischweren Geschützen feuern, ist „Birdman“ eine ordentliche Prise Wes Anderson beigemischt, die Inárritus durchaus melancholischen Ansatz erfrischend auflockert. Und bei derart vorzüglich ausgewählten Zutaten ist es dann auch kein Wunder, dass 2015 der Oscar als bester Film serviert wurde und „Birdman“ überhaupt zu den ganz großen Filmen des Jahres zählt. Michael Keaton kann demnach auch ohne eigenen Oscar mehr als zufrieden sein – Mickey Rourke weiß da Bescheid.

Interessierten Cineasten können sich im Übrigen einen Spaß daraus machen und die sichtbaren Schnitte des Films zählen. Viel Spaß und Erfolg!


Daten:

USA 2014, 119 Minuten, FSK 12
Regie: Alejandro González Inárritu
Genre: Komödie | Drama
Darsteller: Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton, uvm.


Für Fans von:

Brügge sehen… und sterben?, Adams Äpfel, St. Vincent


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8.0 von 10
moviepilot.de: 7.5 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„60 ist das neue 30 Motherfucker!“

„Du verwechselst Liebe mit Bewunderung.“

„Sieh dir das an. Diese Leute wissen nicht wozu du imstande bist.“



Auszeichnungen:

  • Zwei Auszeichnungen und fünf Nominierungen bei dem Golden Globe Award
  • Drei Auszeichnungen drei Nominierungen bei dem Independent Spirit Award
  • Vier Auszeichnungen und eine Nominierung bei den Filmfestspielen von Venedig



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Alejandro González Inárritu (Auszug):

2000: Amores Perros
2003: 21 Gramm
2006: Babel
2010: Biutiful