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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,20 von 10 (371x bewertet)
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Schülerin Adele (Adele Exarchopoulos) wird von ihren Freundinnen dazu gedrängt, mit ihrem älteren Mitschüler Thomas anzubandeln. In der Folge geht Adele tatsächlich eine Beziehung mit Thomas ein, wird mit ihm allerdings nicht glücklich. Nach einer weiteren Enttäuschung mit einer lesbischen Mitschülerin wird sie auf Emma (Léa Seydoux) aufmerksam, die sie in der Fußgängerzone trifft. Nach anfänglicher Zurückhaltung geht Emma schließlich auf Adele ein und die beiden werden ein Paar. Während Emma offen mit ihrer lesbischen Beziehung umgeht, verschweigt Adele ihrer Familie gegenüber die Wahrheit.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Achja, die Franzosen! Ob Nouvelle-Vague-Gangsterfilm, Rohmer-Elegie oder moderne leichte Komödie – am Ende geht es irgendwie immer wieder um die Liebe und ihre Anhängsel, genannt: Sex und Probleme. So auch im Drama „Blau ist eine warme Farbe“, das beeindruckend leidenschaftlich zwischen Coming-of-Age-Stück und Liebestragödie oszilliert, ohne dabei überladen zu wirken. Dabei treten einzelne Handlungsfetzen und mögliche Plot-Wendungen von Beginn an in den Hintergrund. Abdellatif Kechiches Film konzentriert sich nämlich vollends auf die beiden Protagonistinnen und begeht damit wahrlich keine Dummheit.

Mit welcher Intensität Adele Exarchopoulos und Léa Seydoux die wuchtvolle Beziehung ihrer Figuren entwickeln, ist nämlich schlichtweg atemberaubend. Vom ersten Blickkontakt an zündelt zwischen den beiden Heranwachsenden eine erotische Energie, die sich im Laufe des Films vor allem in emotionalen Wirrungen entlädt – (sehr explizite) Bettszenen inklusive. Darüber hinaus gelingt es Kechiche, die drögen Klischees eines klassischen Lesben-Dramas zu umschiffen und verlässt sich in den besten Moment auf das Fingerspitzengefühl der beiden Hauptdarstellerinnen. Authentischer als in „Blau ist eine warme Farbe“ ist es im französischen Kino schließlich zuletzt kaum zugegangen.

Dass Adele Exarchopoulos und Léa Seydoux fraglos die außerordentliche Qualität des Films definieren, schlug sich einst auch bei den Filmfestspielen von Cannes nieder. Erstmals überhaupt wurde nämlich der Hauptpreis sowohl an den Regisseur als auch die beiden Hauptdarstellerinnen überreicht. Historisch gut, lautet demnach nicht zufällig das abschließende Urteil.


Daten:

FR/BE/ES 2013, 179 Minuten, FSK: 16
Regie: Abdellatif Kechiche
Genre: Drama | Romanze
Darsteller: Léa Seydoux, Adele Exarchopoulos, Salim Kechiouche, uvm.


Für Fans von:

Die Träumer, Brokeback Mountain, Transamerica


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,0 von 10
moviepilot.de: 8,0 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Auszeichnungen:

  • Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes 2013
  • Großer Preis des FIPRESCI 2013
  • Bester Fremdsprachiger Film bei den New York Film Critics Circle Awards 2013



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Weitere Filme von Abdellatif Kechiche:

2000: Voltaire ist schuld
2003: L’Esquive
2007: Couscous mit Fisch
2010: Vénus noire