39,90

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,02 von 10 (317x bewertet)
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39,90Octave Parango (Jean Dujardin) ist das gefeierte Genie seiner Werbefirma und befindet sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Als ihn jedoch seine große Liebe Sophie (Vahina Giocante) verlässt, gerät Octave in eine existenzielle Lebenskrise. Er kommt in der Folge nicht mehr mit der ihm nun verlogen erscheinenden Welt der Werbung zurecht und beschließt, seiner Firma den besten Kunden abspenstig zu machen. Zudem wendet er sich den Drogen zu, was letztlich für eine Katastrophe sorgt. Bald geht es für Octave nämlich nur noch um das nackte Überleben.

Berücksichtigt der interessierte Cineast, dass „39,90“ von Jan Kounen gedreht wurde, der 1997 für die grotesk-unterhaltsame Gewalt-Orgie „Dobermann“ verantwortlich zeichnete, erübrigen sich ausgedehnte Recherchen über den Grundtenor des Films. Mit diesem partiellen Hintergrundwissen wird nämlich bereits deutlich, dass es sich bei „39,90“ nicht um einen „normalen“ Film handeln kann. Es stimmt demnach nicht weiter verwunderlich, dass Octave Parangos nachgezeichnete Katharsis mehr als spezielle Züge trägt. Ganz im Sinne der vermeintlich flippigen Werbewelt hält sich die Inszenierung mit flippigen Einfällen nicht zurück und wartet gleich mit einer ganzen Fülle von übertriebenen Schnittfolgen, abstrusen Einstellungen und überbordenden Rückblenden auf. Dass die handelnden Figuren ebenso überdreht agieren und zuweilen wie frisch aus dem Werbekatalog ausgeschnitten in die Kamera blinzeln, rundet das Gesamtkonzept stilsicher ab. Dennoch verbleibt „39,90“ nicht auf der bloßen Ebene einer überzeichneten Satire. Der Zuschauer wird mit zunehmender Spieldauer vielmehr in bedrohliche Sphären hinabgeführt, die in ihrer absurden Komik eine durchaus ernstzunehmende Tragik vermitteln. Insbesondere für Cineasten, die sich nicht daran stören, wenn Filme intentional für angestrengtes Zwinkern sorgen, ist Jan Kounens Interpretation von Frédéric Beigbeders gleichnamigen Roman mehr als einen flüchtigen Blick wert. Dass der Film in Drastik und Unmittelbarkeit nicht an „Dobermann“ heranreicht, darf in diesem Fall keinen Kritikpunkt darstellen. Denn während Kounens fraglos kultigster Film wie ein naives Gewalt-Coming-out jugendlichen Übermutes anmutet, gehört „39,90“ zur reflektierteren Fraktion sehenswerter Filme aus französischen Landen.


Daten:

Frankreich 2007, 100 Minuten, FSK: 16
Regie: Jan Kounen
Genre: Komödie | Drama
Darsteller: Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin, Patrick Mille, uvm.


Für Fans von:

Free Rainer, Thank You for Smoking, Ohne Limit


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,1 von 10
moviepilot.de: 6,0 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviemaze.de: 80 von 100%


Filmzitate:

„Alles ist nur provisorisch, die Liebe, die Kunst, der Planet Erde, Sie und ich. Vor allem ich.“

„Der Mensch ist ein Produkt wie jedes andere. Mit einem Verfallsdatum.“

„Der Schnellzug der Mittelmäßigkeit hat keine Minute Verspätung. Er ist dem Fahrplan sogar voraus.“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei Étoile d’Or, Prix Lumière 2008
  • Eine Auszeichnung bei dem Patrick-Dewaere-Preis 2008
  • Eine Nominierung bei César 2008



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Weitere Filme von Jan Kounen:

1997: Dobermann
2004: Blueberry und der Fluch der Dämonen
2009: Coco Chanel & Igor Stravinsky


Links zum Film:

39,90 auf film-zeit.de


Trailer zum Film (deutsch):

Kommentare zu 39,90

Ein Kommentar bisher. Sag auch was dazu!


  1. Anna am 11. Juli 2012 16:28

    Dankeschön das ihr denn Film reingestellt habt 😀

    Der Film ist wirklich klasse und wirklich sehr komisch auch wenn einiges übertrieben dargestellt wird ist auch vieles wahres dran.

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