Userwertung:

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,10 von 10 (407x bewertet)
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Investmentbanker Patrick Bateman (Christian Bale) frönt in den 80er Jahren den Vorzügen des Luxus und verbringt seine Zeit mit oberflächlichem Geschwätz mit seinen Kollegen. Wenn Bateman nicht gerade damit beschäftigt ist, Visitenkarten zu vergleichen, streift er nächtens durch die Stadt und vergnügt sich mit Prostituierten, denen er anschließend blutig zu Leibe rückt. Bateman verspürt nämlich den unbändigen Drang zu töten und scheut dabei vor keiner noch so abscheulichen Brutalität zurück. Als er es zu weit treibt, heftet sich schließlich Detectiv Kimball (Willem Dafoe) an seine Fersen.

Bereits die aalglatte Wohnungseinrichtung des Patrick Bateman macht dem Zuschauer klar, dass hier ein waschechter Yuppie zu Gange ist, der sich stundenlang 80er-Jahre-Treibgas in die Haare sprüht, ohne an die Zukunft des Planeten zu denken. Dass er am selben Abend der übernächsten Hure mit einem Beil den Schädel spaltet, macht endgültig klar, dass es in „American Psycho“ nur am äußersten Rande moralisch zugeht. Anders als eine Vielzahl von Genre-Kollegen belässt es der Film jedoch nicht bei gestylten Haaren und blutverschmierten Tatorten, ohne dabei ein unterschwelliges Augenzwinkern in den jeweiligen Szenen zu platzieren. Im Herzen ist „American Psycho“ nämlich kein grundernster Horrortrip in die Abgründe eines degenerierten Konsum-Opfers, sondern vielmehr eine auf die blutige Spitze getriebene Satire über die vermeintliche Geistesarmut der 80er Jahre, in denen (insbesondere in höheren Kreisen) nichts anderes zählte als der Erfolg – und sei es der Erfolg beim Abmurksen wehrloser Taugenichtse. Gepaart mit obligatorischem Synthie-Soundtrack und einem gnadenlos guten Christian Bale ist es demnach kein Wunder, dass Mary Harrons fraglos bekanntester Film längst zu den modernen Genre-Klassikern zählt und bis heute nicht nur allen Phil-Collins-Fans das Fürchten lehrt.

Wer es noch eine Ecke unverblümter will, der sollte sich Bret Easton Ellis’ ebenso berüchtigter Romanvorlage widmen, in der es noch ein Stück weit härter zur Sache geht. Für den Anfang dürfte jedoch bereits Harrons gelungene Verfilmung ausreichen, um für staunenden Applaus zu sorgen.


Daten:

USA 2000, 102 Minuten, FSK: 16
Regie: Mary Harron
Genre: Krimi | Drama
Darsteller: Christian Bale, Willem Dafoe, Jared Leto, uvm.


Für Fans von:

Der Maschinist, American History X, Capote


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,0 von 10
filmstarts.de: 3,0 von 5


Filmzitate:

„Die Waschräume sind nicht gut zum koksen.“

„Sehen sie sich dieses zarte, gebrochene Weiß an, die geschmackvolle Stärke… Oh mein Gott, sie hat sogar ein Wasserzeichen.“



Auszeichnungen:

  • Chlotrudis Award 2001 in der Kategorie Bester Schauspieler
  • IHG Award 2001 als Bester Film
  • National Board of Review 2000 in der Kategorie Special Recognition



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Weitere Filme von Mary Harron:

1996: I Shot Andy Warhol
2005: The Notorious Bettie Page
2011: The Moth Diaries


Weitere Filme mit:

Christian Bale