Der Name der Leute

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,55 von 10 (83x bewertet)
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Der Name der LeuteDie flippige Bahia (Sara Forestier) vertritt energisch ihre algerischen Wurzeln und versucht als Linksaktivistin, rechte Tendenzen in der Gesellschaft mit allen Mitteln zu bekämpfen. Als sie während einer ihrer Aktionen einen Radiosender stürmt, trifft sie auf Arthur (Jacques Gamblin), den sie fälschlicherweise für einen Sympathisanten der rechen Szene hält. Nach anfänglichen Streitgesprächen kommen sich die beiden immer näher. Dabei stehen nicht zuletzt die jeweiligen Familiengeschichten im Mittelpunkt. Denn während Bahia als Tochter eines Algeriers immer noch um Anerkennung kämpfen muss, flüchtete Arthurs Mutter einst vor dem Holocaust.

Haben Sie schon mal eine US-amerikanische Romantische Komödie gesehen, in der neben der eigentlichen spaßigen Turtelei Themen wie Rassismus, Humanismus und der Holocaust eine zentrale Rolle spielen? Zugegeben – der Vergleich hinkt etwas. „Der Name der Leute“ ist nämlich gar keine standardisierte Romantische Komödie, sondern vielmehr ein grandioser französischer Genre-Mix, in dem neben augenzwinkerndem Humor insbesondere zum Ende des Films hin auch ernstere Töne angeschlagen werden. Mittendrin und drumherum schlängelt sich allerdings das zentrale Highlight: die absurde Liebesbeziehung zwischen Bahia und Arthur. Dabei braucht es keinen Experten für französische Filme bei der Hand, um das widersprüchliche Pärchen entsprechend einzuordnen. Denn wenn ein verstockter Beamter an eine ausgeflippte Mittzwanzigerin gerät, kann sich selbst ein Cineast im Delirium ungefähr ausmalen, in welche Richtung sich „Der Name der Leute“ bewegt. Dass Michel Leclercs Film funktioniert, liegt neben den erwähnten gesellschaftskritischen Anklängen jedoch vornehmlich an Sara Forestier. Die Französin agiert herrlich überzogen und versprüht dank ihres naiv anmutenden Charmes beinahe den gesamten Film über gute Laune. Achja: Obwohl der Humor – wie erwähnt – durchaus charmante Züge trägt, sollten sich besonders „konservative“ Cineasten vorsehen. Zweideutige Anspielungen, die mehr als eindeutig unter die Gürtellinie zielen, und das eine oder andere entblößte Körperteil weisen „Der Name der Leute“ als durchaus bissigen Film aus, der in der Tradition des frechen modernen französischen Kinos einen der vorderen Plätze einnimmt.


Daten:

Frankreich 2010, 100 Minuten, FSK: 12
Regie: Michel Leclerc
Genre: Komödie
Darsteller: Jacques Gamblin, Sara Forestier, Zinedine Soualem, uvm.


Für Fans von:

C’est la vie, Barfuß auf Nacktschnecken


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,1 von 10
moviepilot.de: 7,7 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5
moviemaze.de: 78 von 100%


Filmzitate:

„Ich würde dir gerne so viel geben, wie du mir gibts“

„Erst ins Bett oder erst essen? – „Ehrlich gesagt habe ich kein großen Hunger.“



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Weitere Filme von Michel Leclerc:

2012: Télé gaucho


Trailer zum Film (deutsch):

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