Einer nach dem anderen

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,23 von 10 (78x bewertet)
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Einer nach dem anderenNils Dickman (Stellan Skarsgard) arbeitet in Norwegen als Schneepflugfahrer und ist mit seiner beschaulichen Existenz zufrieden. Doch als sein Sohn tot aufgefunden wird und die Polizei, anders als er selbst, nicht an ein Verbrechen glaubt, stürzt er in eine tiefe Depression. Erst als er erfährt, dass die ansässige Drogenmafia für den Tod seines Sohnes verantwortlich zeichnet, rappelt er sich wieder auf und beginnt damit, die Schergen zu dezimieren. Drogenboss Ole Forsby (Pal Sverre Valheim Hagen) glaubt allerdings, dass die Mafia-Konkurrenz hinter den Anschlägen steckt und geht seinerseits zum Angriff über.

Beschaulich sieht es aus, wenn Nils Dickman zu Beginn des Films mit seinem Schneepflug durch die norwegische Einsamkeit zuckelt und die Straßen – Sisyphos getreu – vom atmosphärischen Weiß befreit. Dass sich an gleicher Stelle bald Rachegelüste Bahn brechen, Mafiosi ihren letzten Atem aushauchen und Nils Dickman im Zentrum einer blutigen Gangster-Fehde steht, scheint dabei allenfalls absurd. Beschauliche Alltäglichkeit in absurde Verwicklungen zu verwandeln, ist jedoch bekanntlich das Steckenpferd des modernen skandinavischen Kinos. Und Regisseur Hans Petter Moland gehört mittlerweile zu den Speerspitzen der filmischen Bewegung. Bereits in „Ein Mann von Welt“ stattete er Skarsgard in einer von grotesken Figuren nur so strotzenden Welt mit umgreifenden Rachegelüsten aus, wenngleich der Fokus im Jahre 2010 noch vermehrt auf satirisch vermengter Sozialkritik lag. „Einer nach dem anderen“ hingegen stammt gänzlich aus dem absurd-melancholischen Zweig der skandinavischen Groteske und erinnert (wie so viele Genre-Kollegen) nicht nur in den besten Momenten an Coen-Klassiker wie etwa „Fargo“. Cineasten dürfte daher kaum überraschen, dass Depression, Mord-Lust und (nicht zufällig) karg erscheinende Landschaften in Molands Filmperle zu humoristischen Zwecken eingesetzt und nicht selten schlichtweg karikiert werden. Fans von Schwarzen Komödien und der skandinavischen Schule der Neuzeit überhaupt kommen demnach voll auf ihre Kosten. Kino-Fans hingegen, die mit einem zwinkernden Film-Auge eher weniger anfangen können, raten wir besten Gewissens ab.


Daten:

NO/SE/DK 2014, 115 Minuten, FSK: 16
Regie: Hans Petter Moland
Genre: Action | Komödie | Krimi
Darsteller: Stellan Skarsgard, Kristofer Hivju, Pal Sverre Valheim Hagen


Für Fans von:

The Guard – Ein Ire sieht schwarz, Am Sonntag bist du tot


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.2 von 10
moviepilot.de: 6.3 von 10
Filmstarts.de: 3.5 von 5


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Weitere Filme von Hans Petter Moland (Auszug):

2000: Aberdeen
2004: The Beautiful Country
2010: Ein Mann von Welt
2012: Når boblene brister
2014: Kraftidioten


Trailer zum Film (deutsch):

EINER NACH DEM ANDEREN Trailer Deutsch German

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