Falling Down

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,38 von 10 (348x bewertet)
Loading...

Falling DownWilliam Foster (Michael Douglas) befindet sich auf dem Weg zu seiner Ex-Frau, um der gemeinsamen Tochter ein Geburtstagsgeschenk zu überreichen. Nach einem ersten Streit mit einem Ladenbesitzer gerät Foster in einen Konflikt mit einer Straßengang und kann deren Waffenarsenal in seinen Besitz bringen. Fortan begegnet er auf seinem Weg zu seiner Tochter jeder weiteren Provokation mit brutaler Waffengewalt. Indes wird der kurz vor seiner Pensionierung stehende Cop Prendergast (Robert Duvall) auf die Verwüstungen, die Foster hinterlässt, aufmerksam. Er heftet sich an dessen Fersen und versucht, Schlimmeres zu verhindern.

Wer Mitte der 1990er Jahre längst keinen Schlabberlatz mehr um den Hals trug und bereits über die motorischen Fähigkeiten verfügte, die Fernbedienung des heimischen Röhrenfernsehers in Händen zu halten, der wird sich womöglich daran erinnern, dass „Falling Down“ Zeit des Erscheinens ein durchaus zwiespältiges Medien- und Kritiker-Echo auf den Plan rief. Ein Normalo, der plötzlich zu den Waffen greift, um der allgegenwärtigen sozialen Degeneration mit bloßer Gewalt zu begegnen, war 1993 schließlich ein heißes Hollywood-Eisen – und ist es bis heute. Denn auch wenn Joel Schumachers bis hierhin vielleicht mutigster Film angesichts der heute üblichen filmischen Gewaltorgien in Sachen expliziter Gewalt-Darstellung etwas Staub angesetzt hat, bleibt die Wandlung von William Foster vom frustrierten Jedermann zum fatalistischen Rächer eine auch heute noch authentische Parabel auf die existenziellen Probleme des Individuums innerhalb der modernen Gesellschaft. Pikante Themen wie Rassismus oder Humanismus werden dabei genauso angerissen wie die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit des Einzelnen in einer vermeintlich gesunden Umwelt. Dass hierbei nicht immer der richtige Ton getroffen wird und mutwillig etwaige dramaturgische Dissonanzen in Kauf genommen werden, unterstützt nur den aufrüttelnden Charakter eines der wichtigsten Hollywood-Werke der frühen 90er Jahre. Wer hingegen keine Lust hat, sich über Gesellschaft und Individuum entscheidende Gedanken zu machen, der kann sich auch einfach nur am tollen Spiel von Michael Douglas und Robert Duvall erfreuen. So oder so bekommt „Falling Down“ von uns den Stempel „Unbedingt Empfehlenswert“ verpasst.


Daten:

USA, Frankreich, Großbritannien 1993, 107 Minuten, FSK: 16
Regie: Joel Schumacher
Genre: Crime | Drama | Thriller
Darsteller: Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, uvm.


Für Fans von:

Black Rain, Sleepers, The Game


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,6 von 10
moviepilot.de: 7,3 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviemaze.de: 87 von 100%


Filmzitate:

„…und nun werden sie sterben, auf dem Kopf ein lächerliches Hütchen.“

„Du kommst in MEIN Land und verdienst MEIN Geld – dann lern auch gefälligst meine Sprache!“

„Jeder Mensch hat wohl seine eigenen Vorstellungen vom Paradies.“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei dem den Edgar Allan Poe Award
  • Eine Nominierung für die Goldene Palme
  • Eine Nominierung bei dem International Film Festival of the Art of Cinematography in Polen



Falling Down bei Amazon:

Amazon auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Joel Schumacher (Auszug):

1995: Batman Forever
1996: Die Jury
1999: 8mm – Acht Millimeter
2002: Nicht auflegen!
2007: Number 23
2010: Twelve
2011: Trespass


Weitere Filme mit:



Trailer zum Film (deutsch):

Kommentare zu Falling Down

Ein Kommentar bisher. Sag auch was dazu!


  1. Bill Hicks am 6. Juli 2013 00:48

    Dieser Film hat mich sehr überrascht. Und zwar positiv.

    Der Film basiert auf drei grundlegenden Motiven:
    1.) Der Protagonist (oder wohl eher Antagonist) wird zunächst als durchschnittlicher Bürger dargestellt. Wir nehmen an dass er auf dem Weg von der Arbeit nach Hause ist, und schlicht die Nase voll hat. Von dem Stau, in dem er sich zu Beginn befindet, und von einigen anderen Dingen…

    Zu Beginn identifizert der Zuschauer sich mit Foster. Das ändert sich jedoch bald, da seine Handlungen immer irrationaler werden.

    Im Zuge seines Weges der Zerstörung werden einige interessante (wenn auch nicht originelle) gesellschaftskritische Töne angestimmt.

    2.) Der Aufbau des Protagonisten. Je weniger wir uns mit Foster identifizieren können, desto präziser wird Pendergasts Charakter gezeichnet.

    3.) Die Veränderung der Charaktere während des Films, wodurch sich die Perspektive des Zuschauers ändert. Aber nicht nur das, sondern auch die zusätzlichen Hintergrundinformationen über die Charaktere spielen dabei eine Rolle.

    Diesen Kommentar kommentieren

Wie hat dir der Film gefallen?





Kommentare abonnieren ohne selbst einen Kommentar abzugeben: