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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,60 von 10 (109x bewertet)
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Die Watergate-Affäre hat Präsident Richard Nixon zu Fall gebracht und seine politische Karriere zunichtegemacht. Immerhin blieb es ihm durch die Begnadigung durch seinen Nachfolger Gerald Ford erspart, sich in aller Öffentlichkeit für seine Verfehlungen zu rechtfertigen. Nun plant der aufstrebende Talkmaster David Frost eine vierteilige Interview-Serie mit Nixon, um ihm ein medial zu vermarktendes Geständnis zu entlocken. Nixon indes sieht die Chance, sich im Gespräch mit dem unerfahrenen Frost reinzuwaschen. Und da sich Frost nur unzureichend auf die TV-Duelle vorbereitet, scheint Nixons Plan zunächst aufzugehen.

US-amerikanische Filme, die durch mehr oder weniger aktuelle politische Ereignisse inspiriert wurden, gibt es mehr, als dass es selbst der Politik-interessierteste Cineast verkraften kann. Die Auswahl an tatsächlich sehenswerten Vertretern dieses Genres fällt hingegen schwer. Einige Oliver-Stone-Werke wie etwa „JFK“ oder Gus Van Sants „Milk“ – vielmehr fällt den meisten dann aber auch nicht ein. Wie gut, dass Ron Howard mit „Frost/Nixon“ im Jahre 2008 eine echte Sternstunde des Genres produziert hat. Und dabei mutet das Gefecht zwischen Journalist und Ex-Präsident trotz des eher für seine Mainstream-Produktionen bekannt gewordenen Regisseurs keineswegs an wie ein überflüssiger Aufguss der bis zum Erbrechen ausgeschlachteten Watergate-Affäre. „Frost/Nixon“ entpuppt sich nämlich als Kammerspiel-artiges Psycho-Duell der beiden Protagonisten, die sich auf unterhaltsamstem Niveau gegenseitig in die Enge treiben. Dass dabei die politischen Zusammenhänge zunehmend in den Hintergrund treten, ist der eigentliche Kniff des Films. Denn anstatt sich an längst bekannten Fakten zu verbrauchen, gelingt es Howard, die Auseinandersetzung seiner Hauptfiguren auf einer persönlichen Ebene stattfinden zu lassen, aus welcher der Film seine außerordentliche Qualität zieht.

Das Besondere an „Frost/Nixon“ ist, dass selbst dem Thema eher abgeneigte Cineasten auf ihre Kosten kommen. Man muss sich im Ganzen nämlich noch nicht einmal für den politischen Hintergrund interessieren, um Gefallen am dargestellten Wortgefecht zu finden. Und selbst jene, die den guten alten Ron auf ihrer schwarzen Liste stehen haben, sollten es mit diesem ungemein unüblichen Howard-Werk durchaus mal versuchen.


Daten:

USA, Großbritannien, Frankreich 2008, 122 Minuten, FSK 6
Regie: Ron Howard
Genre: Drama | Geschichte
Darsteller: Frank Langella, Michael Sheen, Sam Rockwell, uvm.


Für Fans von:

Der Krieg des Charlie Wilson, The Insider, Milk


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,5 von 10
moviepilot.de: 7,9 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Der Mann der die größte Straftat der amerikanischen Geschichte begannen hat wird nie vor Gericht stehen.“

„Ich wär gern der Obercrack! – Und ich der Untercrack!“

„Mit dem Interview können Sie sich rehabilitieren.“

„Damit steht und fällt die Demokratie!“



Auszeichnungen:

  • Nominiert bei den Oscars und Golden Globes 2009 in fünf Kategorien
  • Auszeichnung bei den Satellite Awards für das Beste Drehbuch
  • Dem Film wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat „Besonders wertvoll“ verliehen



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Weitere Filme von Ron Howard (Auszug):

1995: Apollo 13
2000: Der Grinch
2001: A Beautiful Mind
2005: Das Comeback
2009: Illuminati
2010: Dickste Freunde