Deutsche Filme

Die besten deutschen Filme

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2016 beginnt wild. Oder besser: Mit „Wild“. In Nicolette Krebitz‘ Drama entwickelt Hauptdarstellerin Lilith Stangenberg eine existenzielle Beziehung zu einem Wolf. In ihrem Beruf und ihrem persönlichen Leben unerfüllt, zieht sie sich zunehmend in sich zurück und versucht das Raubtier als treuen Begleiter abzurichten. Das mit durchaus verstörend wirkenden Szenen gespickte Drama gehört fraglos zu den sehenswertesten deutschen Filmen überhaupt. Und dass ausgerechnet Nicolette Krebitz, die einst mit dem 90er-Schund „Bandits“ für Furore sorgte, hierfür verantwortlich zeichnet, ist reinste Ironie der Filmgeschichte.

Weniger existenziell, dafür skurril-komisch geht es in „Toni Erdmann“ zu. Die Story: Ines Conradi (Sandra Hüller) hat sich schon lange von ihrem Vater losgesagt und führt ein selbstbestimmtes Leben. Als dann plötzlich ihrer Erzeuger (Peter Simonischek) vor der Türe steht, zeigt sie wenig Verständnis und ist froh, als sich dieser wieder aus dem Staub macht. Doch schon bald steht der Vater mit schlechter Perücke abermals vor der Tür und gibt sich als Toni Erdmann aus, dem keine Unterhaltung zu peinlich ist. Was als verrückte Komödie beginnt, entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer zu einem ernstzunehmenden Tochter-Vater-Drama, das nicht zuletzt von der außergewöhnlichen Präsenz von Sandra Hüller lebt.

Im Spätherbst sollten Cineasten zudem noch den neuen Film von Fatih Akin auf dem Zettel haben. In „Tschik“ erzählt Akin die Geschichte zweier Jugendlicher, die sich mit einem „geborgten“ Wagen auf einen erlebnisreichen Road Trip begeben und das erste große Abenteuer ihres Lebens erleben.

Trotz großer Schauspieler wie Frederick Lau oder Lukas Gregorowicz gehört „Schrotten!“ leider zu den Flops des Filmjahres. In der Komödie von Max Zähle wollen Lau und Gregorowicz den Schrottplatz ihres Vaters retten, kommen jedoch zu keinem Zeitpunkt auf Betriebstemperatur. Wir sagen: Mehr als schade!

Den wohl eindringlichsten deutschen Film der letzten Zeit serviert 2015 Regisseur Sebastian Schipper mit „Victoria“. Mit Frederick Lau in der Hauptrolle erzählt Schipper die Geschehnisse in einer Berliner Nacht und stellte dabei nicht zuletzt die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere in den Mittelpunkt. Die eigentliche Sensation ist allerdings, dass der Film ohne jeglichen Schnitt auskommt und aus einer einzigen 140 Minuten langen Einstellung besteht. Cineasten werden also ihre helle Freude mit dem bis hierhin vielleicht besten deutschen Film des neuen Jahrtausends haben.

„Der Staat gegen Fritz Bauer“ erzählt die Geschichte von Staatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner), der es sich im Nachkriegsdeutschland zur Aufgabe macht, NS-Verbrecher ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Dabei hat er es insbesondere auf Adolf Eichmann, einem der bürokratischen Vorarbeiter der Nazi-Diktatur, abgesehen, der erst nach Deutschland überführt werden muss. Das detailreiche Polit-Drama von Lars Kraume lebt vom intensiven Spiel des oftmals unterschätzten Burghart Klaußner und gehört 2015 zu den absoluten Highlights des deutschen Films. Dabei ist das kleine Meisterwerk bis in die Nebenrollen mit hochkarätigen Schauspielern besetzt und überrascht durch seine – trotz der Thematik – leichtgängige Inszenierung.

Der Nationalsozialismus spielt auch in Oliver Hirschbiegels „Elser – Er hätte die Welt verändert“ eine zentrale Rolle. Die Story: Um Adolf Hitler zu stoppen, konzipiert Schreiner Georg Elser eine mit Zeitzünder versehene Bombe, die Hitler und hochrangige Nazi-Funktionäre während einer Versammlung im Bürgerbräukeller in München das Leben kosten soll. Doch da Hitler die Veranstaltung durch Zufall früher als geplant verlässt, scheitert das Attentat. In der Folge wird Elser von der Gestapo verhört und seiner Freiheit beraubt.

Allround-Schauspieler Devid Striesow steht 2014 in „Zeit der Kannibalen“ im Mittelpunkt. Das Kammerspiel von Johannes Naber spielt beinahe die gesamte Zeit über in den Räumen eines Luxus-Hotels und erzählt die Geschichte der Unternehmensberater Öllers (Striesow) und Niederländer (Sebastian Blomberg), die mit ihrer neuen Kollegin Bianca (Katharina Schüttler) zurechtkommen müssen. Dabei entwickelt sich eine existenzielle Eigendynamik, die alle drei in seelische Abgründe führt.

„Kreuzweg“ erzählt die Geschichte der 14-jährigen Maria (Lea van Acken), die bei ihren strenggläubigen Eltern lebt. Bald verliebt sie sich in einen Schulkameraden und weiß mit ihren neuentdeckten Gefühlen kaum umzugehen, zumal ihre Familie die reine Gottesliebe predigt. Das Coming-of-Age-Drama von Dietrich Brüggemann gehört zu den sehenswerten deutschen Filmen des angebrochenen Jahrzehnts und 2014 nicht zufällig zum Starterfeld der Berlinale.

Die Kombination Christian Petzold/Nina Hoss darf 2014 nicht fehlen. In „Phoenix“ steht Jüdin Nelly Lenz (Hoss) im Mittelpunkt, die nur knapp dem KZ-Tod entkommen ist und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ihr Leben neu ordnen muss. Nach der Erbschaft einer beträchtlichen Summe stehen ihr alle Wege offen. Doch ihr erstes Anliegen ist es, ihren Mann Johnny (Ronald Zehrfeld) wiederzusehen, der sich in früheren Zeiten als Klavierspieler einen Namen machen konnte. Die x-te Zusammenarbeit von Regisseur Petzold und Schauspielerin Hoss ist zum x-ten Mal äußerst sehenswert.

In „Die geliebten Schwestern“ geht es um Friedrich Schiller (Florian Stetter), der sich in die Schwestern Charlotte (Henriette Confurius) und Caroline (Hannah Herzsprung) verliebt. Das Drama von Altmeister Dominik Graf überzeugt dabei durch seine opulente Ausstattung und das Gespür für melancholische Zwischentöne. Wir sagen: Nicht nur für Schiller-Freunde ein Highlight!

2013 legt los mit einer deutschen Großproduktion. Im opulent ausgestatteten „Der Medicus“ von Philipp Stölzl verfügt Robert Cole (Tom Payne) über die außergewöhnliche Fähigkeit, den Gesundheitszustand eines Patienten auf den ersten Blick einschätzen zu können. Um allerdings im fortschrittlichen Persien studieren zu können, muss er eine Reihe von gefährlichen Hindernissen überwinden. Der Directors Cut mit über 180 Minuten Spielzeit begeistert auf ganzer Linie!

„Die andere Heimat“ erzählt die Geschichte von Jakob Simon (Jan Dieter Schneider), der Mitte des 19. Jahrhunderts davon träumt, aus seinem Dorf in Deutschland nach Brasilien auszuwandern. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Jettchen (Antonia Bill) schmiedet er bereits Pläne, wie das neue Leben in Amerika aussehen soll. Doch als Jakobs Bruder Gustav auftaucht, nehmen die Verwicklungen ihren Lauf. Im Stile des modernen Heimatfilms inszeniert, sorgt Regisseur Edgar Reitz für erinnerungswürdige Gänsehautmomente.

Die österreich-deutsche Produktion „Das finstere Tal“ funktioniert ebenfalls als moderner deutscher Heimatfilm. Die Story: Ein geheimnisvoller Mann namens Greider (Sam Riley) macht Halt in einem abgelegenen Alpendorf und stellt sich der Gemeinschaft als Fotograf vor. Doch schon bald mehren sich die Zweifel an der Identität des Fremdlings. Fans von Filmen wie „Das weiße Band“ dürfen sich freuen!

„Die Frau des Polizisten“ gehört 2013 fraglos zu den anspruchsvollsten Produktionen des größeren deutschen Kinos. In 59 Kapiteln (!) erzählt Regisseur Philip Gröning die Geschichte einer Ehe. Während Christine (Alexandra Finder) die meiste Zeit mit ihrer Tochter verbringt, ist Uwe (David Zimmerschied) mit seinem Job als Polizist voll ausgelastet. Nach und nach zeichnet sich das verstörende Bild einer von Gewalt beherrschten Partnerschaft.