Horrorfilme

Die besten Horrorfilme

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Horror-Kammerspiele haben 2016 Hochkonjunktur. Mit „10 Cloverflield Lane“ und „Hush“ wartet das Split-Genre gleich mit zwei waschechten Hochkarätern auf. „10 Cloverflield Lane“ funktioniert dabei als direkter Nachfolger des Überraschungshits „Cloverfield“ von 2008. Der Großteil des Films spielt sich in einem Bunker ab, in dem John Goodman gemeinsam mit Mary Elizabeth Winstead die Apokalypse überdauern will. Dabei stellt sich stets die Frage: Welche Motive hat Goodman in Wirklichkeit? In „Hush“ bekommt es hingegen eine taubstumme Protagonistin mit einem maskierten Angreifer zu tun, der in ihr Haus eindringt. Der Untertitel „Silence can be Killer“ ist hierbei Programm.

In Sachen Style ist Nicolas Winding Refn mal wieder ganz weit vorne. In „The Neon Demon“ entwickelt der Schöpfer von „Drive“ einen psychologischen Horror-Thriller, in dem Elle Fanning als aufstrebendes Model in eine sterile Welt gerät und in der Folge dämonische Züge zu entwickeln scheint. Dabei erinnert der Film nicht zufällig an „Black Swan“, geht allerdings noch eine Ecke härter zur Sache.

Fans des „Texas Chainsaw Massacre“-Franchise dürften 2016 ebenfalls noch auf ihre Kosten kommen. Mit „Leatherface“ befindet sich das Prequel zum Original von 1974 in der Post-Produktion-Pipeline. In der Vorgeschichte zum eigentlichen Blutfest wird die Geschichte eines jugendlichen Psychiatrie-Patienten erzählt, der erst aus seine Gefangenschaft ausbricht und sich dann auf den Weg macht, einer der legendärsten Schnetzler aller Zeiten zu werden.

Flop des Jahres (oder der letzten Jahre) ist hingegen Killer-Kollege Michael Myers. Seit geraumer Zeit befindet sich „Halloween Returns“ in der Horror-Warteschlange und dürfte wohl auch 2016 nicht mehr das Licht der Welt erblicken. Fans der Serie schauen in die Röhre.

M. Night Shyamalan feiert 2015 sein Genre-Comeback und liefert mit „The Visit“ einen der sehenswertesten Horror-Streifen der letzten Jahre. Dabei setzt der „The Sixth Sense“-Regisseur auf eine äußerst unkonventionelle Ausgangsituation. Grundlage für markerschütternden Mystery-Horror bildet nämlich der Besuch von Enkel und Enkelin bei den Großeltern. Zunächst scheinen Oma und Opa ganz einfach ein bisschen verschroben. Doch schon bald nimmt das Grauen seinen Lauf.

Shyamalansche Züge trägt ebenso „The Witch“ und erinnert in seiner Inszenierung nicht zufällig an „The Village“. Die Story: Die amerikanische Siedler-Familie um Ralph Ineson wird aus der puritanischen Gemeinde ausgestoßen und sucht sich in der Nähe eines Waldstückes ein Plätzchen, um die eigene Farm zu errichten. Der Traum vom selbstbestimmten Leben scheint perfekt. Doch nach und nach ereignen sich sonderbare Unglücksfälle, die nicht allein mit Zufall erklärt werden können. Und tatsächlich: Eine Hexe treibt ihr Unwesen.

Der Horror-Thriller des Jahres spielt zu einem Großteil in nur einem Raum. In „Green Room“ hat sich eine Band die falsche Bar für ihren Gig ausgesucht und wird bald Zeuge eines Mordes. Um den blutdürstigen Neo-Nazis um Patrick Stewart nicht in die Hände zu fallen, verschanzen sie sich in einem Hinterzimmer und schmieden einen Plan, um lebend davon zu kommen.

Genre-Überraschung des Jahres war fraglos „Bone Tomahawk“. Der Horror-Western mit Kurt Russell in der Hauptrolle spielt gekonnt mit den Gesetzen des Genres und hält sich mit expliziten Gewalt-Szenen nicht zurück. Und dass Russell gemeinsam mit Patrick Wilson gegen kannibalistische Indianer antreten muss, dürfte Genre-Fans bereits Anreiz genug sein. Aber Vorsicht: Nichts für zarte Gemüter!

2014 ist fraglos das Jahr der kleinen, gemeinen Horror-Reißer, die das Salz in der Kino-Suppe für jeden Genre-Fan sind. Den Anfang macht „Clown“ von Jon Watts, der sich als drastische Variante von David Cronenbergs „Die Fliege“ versteht. Die Story: Um seinem Sohn eine Freude zu machen, streift sich Kent McCoy das Kostüm eines Clowns über. Doch schon bald muss er feststellen, dass sich das Kostüm nicht so einfach wieder abstreifen lässt. In der Folge verändert sich Kents Verhalten.

Freunde des Teenie-Horrors kommen mit „It Follows“ auf ihre Kosten. Maika Monroe wird nach einem Schäferstündchen mit ihrem Date von einem unheimlichen Wesen verfolgt. Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie, der Ursache für den Fluch auf die Spur zu kommen. Natürlich geht das nicht ohne so manchen Kollateralschaden vonstatten.

Europäisches Horror-Kino ist 2014 ebenfalls am Start. Mit „Shrew’s Nest“ wartet ein spanisch-französisches Kammerspiel auf alle Genre-Fans, in dem die zurückgezogen lebende Montse gemeinsam mit ihrer Schwester einem verletzten Nachbarn Unterschlupf gewährt. Das Problem: Die Schwester findet Gefallen an dem Besuch, während Montse seit langer Zeit einen Hass auf Männer empfindet. Die gelungene Mischung aus Psycho- und Mystery-Horror kommt vor allem in der zweiten Hälfte so richtig in Schwung!

Dass aus Dänemark nicht nur verschrobene Komödien kommen, beweist schließlich „When Animals Dream“ von Jonas Alexander Arnby. Dabei bilden der Werwolf-Mythos und ein entlegenes Fischerdorf den passenden Rahmen. Die Story: Die 19-jährige Marie lebt mit ihrem Vater und ihrer an einer unbekannten Krankheit leidenden Mutter im besagten Dorf. Als Marie einen Hautausschlag bei sich entdeckt, wendet sie sich an den mit der Familie bekannten Arzt. Es stellt sich heraus, dass ihr mit einer einfachen Salbe nicht geholfen werden kann.

Im richtigen (oder falschen) Licht können Kinder ganz schön gruselig sein. Das Jahr 2013 beweist das gleich in vielerlei Hinsicht. Mit „Conjuring“ liefert Regisseur James Wan („Saw“) eine wohltuend altmodische Haunted-House-Geschichte, in der eine Farmerfamilie mit gleich fünf (!) Kindern erst seltsame Geräusche hört und dann genretypisch in ernste Bedrängnis gerät. Für Fans des klassischen Horrors etwa der 1970er Jahre könnte es kaum aufregender zugehen, zumal hintersinnige Verweise auf Legenden wie „Der Exorzist“ oder „The Changeling“ warten.

„Mama“ von Andés Muschietti ist ebenfalls eher klassisch angehaucht und stellt zwei Schwestern in den Mittelpunkt, die nach jahrelanger Einsamkeit in einer abgelegenen Waldhütte zur Adoption freigegeben werden und in die Obhut von Jessica Chastain gelangen. In der Folge spielen verstörenden Kinderzeichnungen und ein jähzorniger Geist die Hauptrolle. Ganz ähnliche Zutaten nutzt Mike Flanagan in „Oculus“, um in zwei Zeitebenen das Mysterium um einen gruseligen Spiegel aufzuklären.

Mit „Evil Dead“ hat das Jahr 2013 zudem die Neuverfilmung des Klassikers „Tanz der Teufel“ zu bieten. An der Story hat sich im Grunde nicht viel getan: Eine paar Jugendliche begeben sich zu einer einsamen Waldhütte und erwecken unbedacht das Böse zum Leben, das ihnen bald zu Leibe rückt. Dabei ist Fede Alvarez‘ Version nicht ganz so brutal wie das Original, aber genauso sehenswert!

Den anspruchsvollsten Genre-Film des Jahres bietet hingegen Jim Jarmusch an. Der eigenwillige Regisseur erzählt im Vampir-Drama „Only Lovers Left Alive“ ohne allzu ausführliche Schauereffekte die Geschichte vom beschwerlichen wie romantischen Vampir-Leben in der Gegenwart. Tilda Swinton und Tom Hiddelston liefern Glanzleistungen ab!