Liebesfilme

Die besten Liebesfilme

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In „Ein ganzes halbes Jahr“ übernimmt die etwas schrullige Louisa die Pflege des nach einem Unfall gelähmten Will. Zunächst reagiert der zurückgezogen lebende Will schroff auf die offene Art seiner neuen Pflegerin. Doch mit der Zeit lernen die beiden sich besser kennen und Will die Vorzüge Louisas zu schätzen. Der warmherzige Liebesfilm ist sowas wie die romantische Variante von „Ziemlich beste Freunde“ und kann nicht zuletzt durch die stimmige Chemie der beiden Hauptdarsteller Emilia Clarke und Sam Claflin punkten.

„Love & Friendship“ zieht die Angelegenheiten der Liebe eher von einer absurd-komischen Seite auf. Die Story: Ende des 18. Jahrhunderts ist Lady Susan Vernon (herrlich fies: Kate Beckinsale) auf der Suche nach einem Ehemann für ihre Tochter. Und wenn sie schon einmal dabei ist, sucht sie gleich einen wohlhabenden Mann für sich dazu. Dabei schreckt sie vor keiner Intrige zurück, um endlich das (finanzielles) Glück zu finden.

Gar nicht witzig oder romantisch oder ganz einfach nur unterhaltsam ist hingegen „How to Be Single“. Die (angedacht) romantische Liebeskomödie zeigt Rebel Wilson als ausgeflippte Single-Frau, die ihren nicht so sehr ausgeflippten Freundinnen zeigen will, wie man sich als Single amüsiert. Dass dann irgendwann die echte Liebe in die Quere kommt, ist genauso vorhersehbar wie langweilig. Wir sagen: Genre-Flop des Jahres!

Wesentlich sehenswerter dürfte da „A Storm in the Stars“ werden, das (möglicherweise) noch Ende 2016 in die Kinos kommt. Im Film von Haifaa al-Mansour steht das frühe Leben von Mary Shelley (Elle Fanning) im Mittelpunkt, die eine romantische Beziehung mit Schriftsteller Percy Bysshe Shelley eingeht und sich zum Schreiben inspirieren lässt. Ergebnis ist später der legendäre Roman „Frankenstein“.

1950er, New York. In „Carol“ trifft Therese Belivet (Rooney Mara) durch Zufall auf die mondäne Carol Aird (Cate Blanchett) und verliebt sich in sie. Die beiden Frauen kommen in näheren Kontakt und lernen die Lebensumstände der jeweils anderen kennen. Während Carol sich von ihrem Ehemann scheiden lassen will, steht Therese mit ihrem Freund kurz vor der Hochzeit. Bald stellt sich die Frage, wer wen tatsächlich begehrt. Im Stile des alten Hollywoods zeichnet Todd Haynes eine angenehm altmodische Liebesgeschichte zwischen zwei starken Frauen.

Ebenfalls elegant geht es in „Brooklyn“ zu. Im Mittelpunkt von John Crowleys Film steht die junge Irin Eilis, die in die USA emigriert und versucht, sich ein eigenes Leben aufzubauen. Schließlich trifft sie auf Tony und geht eine Beziehung mit ihm ein. Schließlich muss sie aufgrund eines Todesfalles zurück in die Heimat reisen und trifft dort auf Jim, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Bald muss sie sich für eines ihrer Leben entscheiden.

„The Danish Girl“ erzählt die Geschichte von Einar Wegener, der in den 20er Jahren ein gefragter Landschaftsmaler ist und gemeinsam mit seiner Frau Gerda (ebenfalls Malerin) zusammenlebt. Als eines Tages Einar als Model für ein Bild für Gerda einspringen muss, entwickeln beide ein Rollenspiel, in dem Einar als Lili Elbe in Frauenkleidern auftritt. Doch schon bald verspürt Einar eine existenzielle Nähe zu seiner Kunstfigur, die das Paar vor eine Belastungsprobe stellt. Wir sagen: Einfühlsam und mitreißend inszeniert!

Einen Liebesfilm der etwas anderen Art hat Regisseur Giorgos Lanthimos mit „The Lobster“ zu bieten. Die (kuriose) Story: In einer dystopischen Welt dürften Menschen nur in einer festen Beziehung leben. Singles erhalten 45 Tage Zeit, sich einen Partner zu suchen – oder sie werden in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. Nachdem David (Colin Farrell) von seiner Frau verlassen wurde, muss er sich in einem Hotel also auf die Suche nach einer neuen Partnerin machen. Dabei trifft er auf eine nette Bekanntschaft (Rachel Weisz). Doch die Zeit drängt. Die ironische Liebesgroteske überzeugt mit schrägen Nebenfiguren (John C. Reilly) und staubtrockenem Humor.

Die sechzehnjährige Hazel (Shailene Woodley) hat mit den Auswirkungen ihrer Krebserkrankung zu kämpfen und trifft in einer Selbsthilfegruppe auf Gus (Ansel Elgort). Die beiden bauen eine zarte Freundschaft zueinander auf. Während Hazel sich davor fürchtet, eine engere Beziehung einzugehen, gesteht Gus ihr bald seine Liebe. Als Mischung aus „50/50“ und Gus Van Sants „Restless“ funktioniert „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ als Coming-of-Age-Liebesdrama unter speziellen Voraussetzung. Wir sagen: Ein Film, der das Leben und Lieben preist – am Ende aber unglaublich traurig wird.

„The Duke of Burgundy“ ist kein Liebesfilm im klassischen Sinne, sondern interessiert sich vornehmlich für die wechselwirkenden Abgründe der Protagonistinnen. Die Story: Insektenforscherin Cynthia wohnt und arbeitet in einem abgelegenen Herrenhaus und führt Dienstmädchen Evelyn mit harter Hand. Doch schon bald wird klar, dass beide erotische Rollenspiele miteinander treiben, die Evelyn genießt. Als Cynthia die Demütigungen jedoch zu weit treibt, gerät ihre Beziehung in Gefahr.

Regisseur James Marsh zeichnet in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ die frühen Jahre von Stephen Hawking (Eddie Redmayne) nach. An der Universität gehört Hawking bereits zu den klügsten Köpfen und steht kurz vor seinem wissenschaftlichen Durchbruch. Auf einer Feier lernt er Kommilitonin Jane (Felicity Jones) und verliebt sich in sie. Als die beiden bereits ein Paar sind, machen sich bei Stephen erste Symptome seiner Nervenerkrankung bemerkbar. Gemeinsam versuchen sie, dem Schicksal zu trotzen.

Weniger dramatisch geht es in der französischen Liebeskomödie „Liebe auf den ersten Schlag zu“. Die Story: Schreiner Arnaud trifft auf die rebellische Madeleine und verliebt sich in sie. Da Madeleine das Weltende kommen sieht, meldet sie sich zu einem mehrtätigen Survival-Training. Arnaud schreibt sich kurzerhand ebenfalls ein und begibt sich auf unbekanntes Terrain. Die lustig-romantische Mischung aus Buddy- und Liebeskomödie ist 2014 ganz weit vorn!

Richard Linklater, als Spezialist für den langen Atem, serviert 2013 mit „Before Midnight“ den dritten Teil seiner „Before“-Reihe. Nach den Ereignissen in „Before Sunrise“ (1995) und „Before Sunset“ (2004) sind Jesse (Ethan Hawke) und Celine (Julie Delpy) längst ein Paar und verbringen mit ihren Kindern den Urlaub in Griechenland. Doch nach all den Jahren hat längst der Alltag Einzug gehalten und das Feuer ihrer Liebe scheint erloschen. Für Fans der Reihe ist die bitter-süße Weitererzählung der Liebesgeschichte natürlich ein Muss.

In „Her“ verliebt sich Joaquin Phoenix in Betriebsprogramm Samantha und glaub in ihr eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Was beginnt als locker-leichte Erzählung, dehnt Regisseur Spike Jonze (ähnlich wie bei „Adaption“) mit zunehmender Spieldauer zu einem genialen Meta-Konstrukt, das dem Zuschauer im letzten Drittel grandios in den Rücken fällt. Wir sagen: Ein Meisterwerk des (Meta-)Genres!

Mit Jim Jarmusch steht gleich der nächste Regie-Hochkaräter in den Startlöchern. In „Only Lovers left Alive“ erzählt Jarmusch die Geschichte von den Vampiren Adam und Eve, die sich über die Jahrhunderte unter die Menschen gemischt haben und versuchen, ein friedliches Dasein zu fristen. Doch das Ehepaar hat mit den Tücken der modernen Welt zu kämpfen und als noch Eves Schwester auftaucht, steht die Beziehung vor einer harten Belastungsprobe. Jarmusch wie immer: Stilsicher und auf eigenen Wegen.

„Blau ist eine warme Farbe“ erzählt die Liebesgeschichte von Adéle und Emma, die sich zufällig über den Weg laufen und eine lesbische Beziehung eingehen. Während Künstlerin Emma die unerfahrene Adéle als ihre Muse betrachtet, fühlt sich Adéle in der Welt der Künstler zunehmend verloren. Das tiefgreifende Liebesdrama aus Frankreich ist nichts für zwischendurch. Happy-End-Freunde werden keine Freude daran haben.