Road Movies

Die besten Road Movies

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Dass französische Road Movies zuweilen ganz eigene Wege bestreiten, ist unter Cineasten kein Geheimnis. Dass „Unterwegs mit Jacqueline“ zu den skurrilen Vertretern des Genres gehört, liegt ebenfalls auf der Hand. Der algerische Bauer Fatah ist nämlich mit seiner Kuh (!) unterwegs. Fatah und seine Jacqueline sind zu einer Pariser Ausstellung eingeladen worden. Der Weg aus der französischen Provinz in die Hauptstadt gestaltet sich allerdings gar nicht so einfach. Zum einen kann die gute Jacqueline nämlich ganz schön störrisch sein. Zum anderen stellt sich Fatah hin und wieder ein bisschen dämlich an. Wir sagen: Ein leichtfüßiger Spaß für Freunde der Genre-Komödie.

Skurril geht es ebenfalls in „Elizabeth, Michael and Marlon“ zu. Die Story: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 will so mancher US-Amerikaner New York verlassen. Aufgrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und des eingestellten Flugverkehrs ist das allerdings gar nicht so einfach. So müssen sich Elizabeth Taylor (Stockard Channing), Michael Jackson (Joseph Fiennes) und Brian Cox (Marlon Brando) zusammen tun und erleben einen grotesken Road Trip. Dabei ist allein die Besetzung von Joseph Fiennes als Michael Jackson so abwegig, dass es bereits die größte Freude ist. Die US-amerikanische TV-Produktion könnte also das heimliche Genre-Highlight des Jahres sein!

Zudem könnten sich Genre-Fans 2016 noch für „Strange Weather“ interessieren. Dass im Spätherbst erscheinen Road-Movie-Drama erzählt die Geschichte eine trauernden Mutter (Holly Hunter), die den Tod ihres Sohnes verarbeiten muss. Hierfür begibt sie sich auf einen Road Trip, der sie auf ländlichen Straßen gen Süden führt. Wir sagen: Könnte einer der eindringlichsten Genre-Vertreter des Jahres werden!

2015 geht es los mit einem Glücksspiel-Road-Movie. In „Dirty Trip“ steht Spieler Gerry (Ben Mendelsohn) vor dem Ruin. Als dann auch noch seine Gläubiger handgreiflich werden wollen, muss er sich etwas einfallen lassen. Durch Zufall trifft er auf den spielsüchtigen Curts (Ryan Reynolds). Gemeinsam begeben sie sich an die Spieltische und hecken den Plan aus, in New Orleans an einem hochdotierten Pokerspiel teilzunehmen. Also machen sie sich auf und begeben sich auf eine von Casinobesuchen gespickte Reise. Denn natürlich lassen die beiden auf dem Weg keine Gelegenheit aus, ihr Glück zu versuchen. Das sympathische Buddy-Movie gehört zu den locker-leichten Vertretern des Genres und überzeugt durch seine dynamische Inszenierung und die gut aufgelegten Hauptdarsteller.

Einen guten Grund, um sich auf die Socken zu machen, findet sich in Road Movies eigentlich immer. Oder wie im Falle von „Shangri-La Suite“ ein besonders fragwürdiger. Die Story: Karen (Emily Browning) und Jack (Luke Grimes) haben mit psychischen Problemen zu kämpfen und sitzen in einer geschlossenen Anstalt fest. Dennoch gelingt es beiden, die Sicherheitssysteme zu überlisten und auszubrechen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Los Angeles, wo niemand Geringeres als Elvis Presley ihr Ziel ist. Jack ist nämlich dem Wahn verfallen, dass es seine Bestimmung ist, dem King den Garaus zu machen. Doch natürlich stellt sich die Reise wesentlich beschwerlicher dar als zunächst gedacht.

Ein Road Movie der besonderen, nämlich Doku-Art, hat 2015 ebenfalls zu bieten. Ein Team des RBB hat sich in „Ein Sommer in Brandenburg“ ein Jahr in einem alten Bus durch das Land Brandenburg auf eine Entdeckungstour begeben. Das Road Movie zeigt Orte, Menschen und Begebenheiten aus dem Herzen Deutschlands und funktioniert bereits heute als einzigartiges Zeitdokument.

Den Anfang 2014 macht Christian Züberts Road-Movie-Drama „Hin und weg“. Die Story: Wie jedes Jahr machen die Kumpels um Hannes (Florian David Fitz), Kiki und Michael einen größere Fahrradtour. Diese Mal soll es ans Meer in Belgien gehen. Während der Reise berichtet Hannes allerdings, dass er an einer unheilbaren Nervenkrankheit leidet und sich auf seiner letzten Tour befindet. Das reduziert inszenierte Drama überzeugt mit glänzenden Schauspieler-Leistungen und sein mitfühlendes Drehbuch. Fans der eher ernsteren Genre-Vertretungen kommen also voll auf ihre Kosten.

Nach einem Streit mit seiner Mutter wird der junge Tomas in „Güeros“ zu seinem Bruder nach Mexico City geschickt. Alleine macht er sich auf die Reise und muss schon bald lernen, für sich selbst zu sorgen. Zu seiner Überraschung findet er das Appartement seines Bruders nämlich verlassen vor. In der Folge streift Tomas durch die Stadt und lernt den Trubel der Großstadt kennen. Als Hommage an den italienschien Neorealismus und die französische Nouvelle Vague funktioniert „Güeros“ als mexikanische Antwort auf den europäischen Kunstfilm. Wir sagen: Für Fans von Antonioni, Godard und Co. ist Alonso Ruizpalacios‘ kleines Meisterwerk 2014 eine echte Entdeckung!

Zudem hat das Genre-Jahr noch die US-Version von „Vincent will Meer“ zu bieten. In „The Road Within“ macht sich der am Tourette-Syndrom erkrankte Vincent (Robert Sheehan) auf den Weg zum Meer, um die Asche seiner verstorbenen Mutter zu verstreuen. Ihm zur Seite stehen die an einer Essstörung leidende Marie (Zoë Kravitz) und der an Zwangsstörrungen erkrankte Alex (Dev Patel). Gemeinsam müssen sie den Tücken des Trips begegnen – und den jeweiligen Krankheitsbildern.

2013 tritt mit Regisseur Alexander Payne der König des modernen Road Movies auf den Plan. In „Nebraska“ geht es um Woody Grant (Bruce Dern), der einen Werbebrief erhält und sich in der Folge für den Gewinner von einer Million Dollar hält. Um den Gewinn abzuholen, macht er sich auf nach Nebraska. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters sind seine Reiseversuche allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Widerwillig erklärt sich schließlich sein Sohn David (Will Forte) bereit, seinen Vater auf der beschwerlichen Reise zu begleiten. Da sich die beiden seit geraumer Zeit nicht mehr viel zu sagen haben, braucht es eine Weile, bis beide einen Draht zueinander finden. Das melancholische Road-Movie-Drama funktioniert als Mischung aus „About Schmidt“ und „Sideway“ und gehört fraglos zu den reifsten Werken Alexander Paynes.

Alvin (Paul Rudd) und Lance (Emile Hirsch) begeben sich in „Prince Avalanche“ im wahrsten Sinne auf die Straße. Gemeinsam fahren sie sich nämlich durch die Außenbezirke der Stadt, um die ländlichen Straßen mit frischen Markierungen zu versehen. Auf ihrem Trip lernen sie mehr über das Leben, sonderbare Angewohnheiten des Gegenübers und so manches mehr. Die locker-leichte Road-Movie-Komödie von David Gordon Green bereichert das Genre!

„Madame empfiehlt sich“ erzählt die Geschichte von Bettie (Catherine Deneuve), die sich einst als Miss Bretagne kaum vor Verehrern retten konnte. Mittlerweile ist Bettie allerdings in die Jahre gekommen und fristet ein tristes Dasein im Haus ihrer Mutter. Als sie auch noch erfährt, dass sich ihr Geliebter mit einer Jüngeren vergnügt, begibt sie sich kurzerhand auf die Straße und fährt ihrem alten Leben davon.