Science Fiction

Die besten Science-Fiction-Filme

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2016 spielen nicht zuletzt Kinder die Genre-Hauptrolle. In „Midnight Special“ setzt sich Roy (Michael Shannon) mit seinem Sohn Alton erst von einer religiösen Sekte ab, um dann Ziel einer umgreifenden Fahndung zu werden. Alton besitzt nämlich übersinnliche Fähigkeiten, die zunehmend zerstörerische Dimensionen annehmen. Gemeinsam mit Kumpel Joel Edgerton schlagen sie sich zu einem geheimen Treffpunkt durch, wo Außergewöhnliches geschieht.

Gruselig geht es in „Shortwave“ zur Sache. Die Story: Nach dem Tod ihres einzigen Kindes gehen Wissenschaftler Josh und Isabel durch schwere Zeiten. Um sich vom Schock zu erholen, ziehen sich beide mit Joshs Kollegen in ein einsam gelegenes Forschungszentrum zurück, wo sich die Wissenschaftler mit der Erforschung von Kurzwellen befassen. Bald stoßen sie auf ein sonderbares Signal, das nicht zuletzt Auswirkungen auf Isabels Gemütszustand zu haben scheint.

Weniger gelungen ist hingegen die Dystopie „Die 5. Welle“. Als Mischung aus Katastrophen-Drama und Alien-Invasion à la „Independence Day“ schlägt sich Chloë Grace Moretz durch die beginnende Apokalypse. Dabei scheint es, als bediene sich der Film aus unzähligen Klassikern, ohne dabei allerdings den richtigen Ton zu treffen. Wir sagen: Hat man bereits in verschiedenen Versionen wesentlich besser gesehen!

Interessant könnte 2016 noch „Replicas“ werden, in dem Keanu Reeves die Hauptrolle spielt. Als zunehmend besessen agierender Wissenschaftler setzt er nach dem Unfalltod seiner Familie alles daran, sie zurück ins Leben zu holen. Dabei geht er an die Grenzen jeglicher Wissenschaft – und der Moral. Regisseur Jeffrey Nachmanoff, der im Kinogeschäft bis hierhin eher noch ein unbeschriebenes Blatt ist, könnte 2016 also zu den ganz großen Gewinnern gehören.

2015 macht Tom Cruise eine Pause. Dafür springt Matt Damon in die Bresche, auch wenn „Der Marsianer“ mehr SciFi-Drama als Action-Spektakel ist. Die Story: Auf ihrer Mars-Mission gerät eine Crew in einen lebensgefährlichen Sandsturm und muss den Planeten verlassen. Matt Damon als Mark Watney bleibt als einziger Astronaut zurück und sieht keine Chance, in naher Zukunft zur Erde zurückzukehren. In der Folge muss er um sein Überleben kämpfen und darum, seine Kollegen auf der Erde davon zu überzeugen, dass er noch am Leben ist.

Während „Der Marsianer“ zu großen Teilen als One-Man-Show funktioniert, stehen in „Ex Machina“ zwei Personen im Mittelpunkt. Zwei Personen – und ein Roboter. In Alex Garlands Überraschungserfolg erhält Computerspezialist Caleb die Chance, das abgelegene Anwesen seines Chefs Nathan zu besuchen. Dort stellt sich heraus, dass Nathan an einem Roboter mit künstlicher Intelligenz forscht und Caleb ihn auf die Probe stellen soll. Doch schon bald verschwimmen die Identitäten.

„Tomorrowland“ hingegen erzählt die Geschichte rund um George Clooney und Britt Robertson, die sich ins futuristische Tomorrowland begeben und es u. a. mit gefährlichen Robotern zu tun bekommen. Als Disney-Produktion spricht Brad Birds Film dabei weniger Die-Hard-Cineasten als mehr die gesamte Familie an.

Kreativstes Fundstück des Jahres ist fraglos der Kurzfilm „Kung Fury“. In feinster 80er-Jahre-Spielautomaten-Optik sieht sich Super-Cop Kung Fury bald seinem ärgsten Gegenspieler gegenüber: Adolf Hitler. Um Hitler zu stoppen, muss Fury in die Vergangenheit reisen, landet fälschlicherweise aber erstmal im Wikinger-Zeitalter. Dort bekommt er es mit Dinosauriern und allerhand anachronistischen Gegenspielern zu tun. Erst danach findet er die Muse, Hitler das Handwerk zu legen. Wir sagen: Wer auf kreativen Trash steht, findet in „Kung Fury“ ein wahnwitziges Genre-Highlight. Die gut 30 Minuten Spielzeit brennen sich ins Gedächtnis ein!

Was Tom Cruise 2013 kann, kann Tom Cruise 2014 schon lange. Der SciFi-Action-Kracher „Edge of Tomorrow“ funktioniert dabei wie die Kriegsversion von „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Während Bill Murray in besagtem Klassiker den wiederholenden Tag dazu nutzt, um Französisch zu lernen und sein Klavierspiel zu verbessern, ist Cruise dazu verdammt, seinen ersten Einsatz im Krieg gegen übermächtige Aliens immer wieder zu erleben. Da macht es dann Sinn, an seinen Fähigkeiten zu feilen, um den Aliens endlich beizukommen.

Das gute alte Zeitreisen steht hingegen in „Predestination“ im Mittelpunkt. Die Story: Ethan Hawke hat als Zeitreise-Agent die Aufgabe, Verbrechen zu verhindern, bevor sie begangen werden. Doch auf einer seiner Reisen gerät er in Schwierigkeiten und selbst auf die Abschussliste. Wer sich hierbei an „Minority Report“ (Cruise zum Dritten!) erinnert fühlt, ist auf dem richtigen Dampfer!

Christopher Nolan bietet 2014 ein wahres SciFi-Epos an. In knapp drei Stunden erzählt er die Geschichte von Cooper (Matthew McConaughey), der in der nahen Zukunft lebt und wie die wenigen anderen Überlebenden mit den Auswirkungen einer ökologischen Katastrophe zu kämpfen haben. Die einzige Rettung: Die Besiedlung eines neuen Planeten!

Den Independent-Vertreter des Genres liefert 2014 Mike Cahill. Im Liebesdrama (mit SciFi-Anleihen) „I Origins“ verliebt sich Wissenschaftler Michael Pitt erst in Àstrid Bergès-Frisbey und erfährt nach ihrem Tod, dass sich in Indien ein Mädchen befinden soll, das über das exakt gleiche Augenpaar wie seine große Liebe verfügt. Er begibt sich auf die Reise und stellt sich dabei die großen Fragen der Menschheit. Was bedeuten Tod, Vorherbestimmung und Leben? Wir sagen: Nicht für ungeduldige Kino-Fans geeignet. Für alle anderen: Großartig!

In Sachen Action-SciFi macht 2013 Tom Cruise niemand etwas vor. In „Oblivion“ arbeitet Cruise auf der nach einem Krieg mit Außerirdischen verwüsteten Erde. Abgesehen von anderen Technikern glaubt er sich allein auf dem Planeten. Doch bei einem seiner Erkundungsgänge macht er eine unliebsame Entdeckung, die bald sein ganzes Talent als Überlebenskünstler herausfordert. Dabei setzt der Film auf Unterhaltung à la „Mission Impossible“, garniert mit „Krieg der Welten.

Hoch her geht’s ebenfalls im zwölften Teil der „Star Trek“-Reihe. In „Star Trek Into Darkness“ müssen Kirk, Spock und Co. es mit Space-Terrorist Harrison aufnehmen, der auf seiner Flucht auch noch die guten alten Klingonen ins Spiel bringt. Atemberaubende Bilderwelten und die gewohnt vor Anspielungen nur so strotzende Inszenierung lassen das Herz eines jeden Trekkies schneller schlagen.

In „Gravity“ hingegen gegen geht es wesentlich reduzierter zu. Zumindest was das Personal betrifft. Mit Sandra Bullock steht eine einzelne Astronautin im Mittelpunkt, die sich mit den zerstörerischen Auswirkungen eines Asteroidenschauers herumschlagen muss. Dabei legt Regisseur Alfonso Cuarón den Fokus vor allem auf die realistische Darstellung des Weltraums und die Tücken der Schwerelosigkeit.

Das hintersinnigste SciFi-Drama des Jahres liefert Spike Jonze, der in „Her“ Joaquin Phoenix in ein selten gesehenes Gefühlschaos stürzt. Als Theodore Twombly verliebt sich Phoenix in das fortschrittliche Betriebsprogramm seines neuen Computers und führt den Zuschauer in eine grandios konzipierte Falle. Cineasten können sich also schon einmal warm anziehen. Eine harmlose SciFi-Romanze ist „Her“ nämlich bei weitem nicht, sondern einer der sehenswertesten Filme des gesamten Jahrzehnts!