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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 6,72 von 10 (46x bewertet)
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Love ExposureSeit dem Tod seiner Mutter hat Yu (Takahiro Nishijima) mit den streng katholischen Ansichten seines Vaters zu kämpfen. Dieser zwingt ihn, täglich seine Sünden zu beichten. Doch da Yu sich nicht täglich versündigt, beschließt er, vorsätzlich unsittliche Handlungen zu begehen. Gemeinsam mit Freunden macht er sich daran, Frauen unter die Röcke zu photographieren. Dabei trifft er auf Yoko (Hikari Mitsushima), in die er sich unversehens unsterblich verliebt. Doch da er Yoko unter ungünstigen Umständen kennen lernt und Yokos Mutter Gefallen an Yus Vater findet, nimmt das Gefühlschaos seinen Lauf.

Also erst einmal eine dicke Warnung an alle, die es gerne ruhiger mögen, auf Schnittfolgen à la Tony Scott keinen Wert legen und im Style des sog. J-Pop unerträgliche Auswüchse einer absonderlichen Jugendkultur erkennen. Mit „Love Exposure“ hat Regisseur Shion Sono nämlich (nicht zum ersten Mal) ein echtes Pfund hingelegt, das so manchem Cineasten einen krachenden K.o. verpassen dürfte. Knapp vier (!!!) Stunden lässt Sono seine (gewollt) überzeichneten Protagonisten auf den Zuschauer los und erzählt, eingerahmt von abstrusen Nebenhandlungssträngen, eine Liebesgeschichte epischster Ausmaße. Neben der eigenwilligen Dramaturgie dürfte jedoch vor allem die (gewollt) übertriebene Inszenierung entweder für staunende oder bestürzte Gesichter sorgen. Wenn Photoapparate im Stile des Martial Arts durch die Gegend geschleudert werden, um klischeebeseelten Schulmädchen unter die Röcke zu lugen, dann wird nämlich entweder Beifall geklatscht oder abgeschaltet. „Love Exposure“ gehört fraglos zu jener Art von polarisierenden J-Pop-Produktionen, die bei Fans für Begeisterungsstürme sorgen und bei J-Pop-Verächtern für blankes Entsetzen. In diesem Sinne: Wer glaubt, Spaß an einem ultra-kreativen J-Pop-Genremix Gefallen finden zu können, der wird mit „Love Exposure“ womöglich seinen neuen absoluten Lieblingsfilm entdecken. Wer hingegen nie etwas mit J-Pop anfangen konnte, der sollte einen großen (wirklich großen) Bogen um Shion Sonos Epos machen.

Kein Zufall: Hauptdarsteller Takahiro Nishijima ist hauptberuflich Sänger bei „AAA“ – eine der auch international bekannten J-Pop-Formationen.


Daten:

Japan 2008, 237 Minuten, FSK: 16
Regie: Sion Sono
Genre: Action | Komädie| Drama | Romanze
Darsteller: Makiko Watanabe, Itsuji Itao, Takahiro Nishijima, uvm.


Für Fans von:

Hana-bi – Feuerblume, Brother, Uhrwerk Orange


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
moviepilot.de: 8,3 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviemaze.de: 84 von 100%


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Weitere Filme von Sion Sono (Auszug):

2002: Suicide Club
2005: Into a Dream
2005: Noriko’s Dinner Table
2005: Hazard
2009: Be Sure to Share
2011: Himizu
2012: Land of Hope


Trailer zum Film (deutsch):