Oldboy

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 8,06 von 10 (341x bewertet)
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OldboyOh Dae-su (Choi Min-sik) wird entführt und für 15 Jahre in einem Zimmer gefangen gehalten. Nach anfänglicher Depression beginnt er zu trainieren, um beim geplanten Ausbruch seinen Entführern gegenübertreten zu können. Als Dae-su schließlich in Freiheit gelangt, macht er sich daran, seine Peiniger ausfindig zu machen. Dabei trifft er auf Mi-Do, mit der er eine Liebesbeziehung eingeht. Doch je näher Dae-su dem Geheimnis seiner Entführung kommt, umso schmerzlicheren Wahrheiten muss er sich stellen. Es stellt sich nämlich heraus, dass seine eigene Vergangenheit etwas mit den Verwicklungen zu tun hat.

Nimmt man sich heutzutage einen aktuell-modernen Hollywood-Thriller zur Brust, ist die Gefahr nicht gerade gering, gelangweilt ins Reich der Träume wegzudämmern. Zumeist kranken die glattproduzierten, zu Blockbustern stilisierten Machwerke nämlich an beschämender Harmlosigkeit. Dabei könnte ein nicht einmal besonders umsichtiger Blick über den cineastischen Tellerrand aufzeigen, wie es geht. Denn bereits im Jahr 2003 kam mit „Oldboy“ ein südkoreanischer Rache-Thriller um die Ecke, der nicht weniger harmlos anmuten könnte. Park Chan-wooks von Kritikern und Cineasten gefeiertes Meisterwerk scheut nämlich weder davor zurück, mit expliziten Gewalt-Szenen zu schockieren noch mit drastischen Plot-Wendungen für verstörtes Raunen zu sorgen. So wie der Protagonist lernt, die Fäuste zu schwingen, mutet der Film insgesamt an wie ein immer angriffslustigeres Ungetüm, das dem Zuschauer nur zu gerne von hinten in den Nacken springt. Dass der Film aufgrund seiner äußerst physisch agierenden Darsteller und der atmosphärischen Inszenierung zudem über eine radikal-psychologische Tiefe verfügt, lässt gar existenzielle Interpretationen zu. Also nicht von ungefähr gehört „Oldboy“ zu jenen Filmen, die Cineasten unbedingt auf dem Zettel haben sollten – und die in diesen Zeiten zu unserem Unglück so selten gedreht werden.

Treibt man die allgemein vorgetragenen Lobeshymnen auf „Oldboy“ auf die Spitze, könnte glatt der Eindruck entstehen, Park Chan-wooks fraglos bekanntestes Werk gehöre zu den wichtigsten Filmen des vergangenen Jahrzehnts. Und so manch ein Cineast wird diesem Eindruck sicher nichts entgegenstellen wollen.


Daten:

Südkorea 2003, 120 Minuten, FSK: 16
Regie: Park Chan-wook
Genre: Drama | Mystery | Thriller
Darsteller: Min-sik Choi, Ji-tae Yu, Hye-Jeong Kang, uvm.


Für Fans von:

Das Gesetz der Rache, 96 Hours, Crank


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,4 von 10
moviepilot.de: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5
moviemaze.de: 85 von 100%


Filmzitate:

„Ameisen sind immer in einer Gruppe unterwegs, darum müssen Menschen, die wirklich einsam sind, immer an Ameisen denken.“

„Auch wenn ich schlimmer bin, viel schlimmer bin als jedes Tier, habe ich nicht wenigstens das Recht zu leben?“

„In einer größeren Zelle lebt es sich nicht unbedingt besser.“



Auszeichnungen:

  • Auszeichnung bei dem 57. Cannes Film Festival 2004
  • Auszeichnung bei den Grand Bell Awards Südkorea 2004
  • Auszeichnung bei den British Independent Film Awards 2004



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Weitere Filme von Park Chan-wook:

1992: The Moon Is… The Sun’s Dream
1997: Trio
2000: Joint Security Area
2002: Sympathy for Mr. Vengeance
2003: If you were me
2004: Three… Extremes
2005: Lady Vengeance
2006: I’m a Cyborg, But That’s OK
2009: Durst
2011: Night Fishing


Trailer zum Film (deutsch):

Kommentare zu Oldboy

Ein Kommentar bisher. Sag auch was dazu!


  1. Clemens Bussert am 13. August 2012 22:32

    Sehr interessante Kameraführung und Bildkompositionen, die Story ist in meinen Augen aber ungenügend verarbeitet und lässt viele Fragen offen.

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