Revolver

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,56 von 10 (305x bewertet)
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RevolverJake Green (Jason Statham) kommt nach sieben Jahren aus dem Gefängnis und ist ein echter Zocker. Als er gegen Gangster Macha (Ray Liotta) spielt und ihm einen Batzen Geld abknöpft, hat er allerdings schlechte Karten. Macha hetzt ihm nämlich Killer Soner auf den Hals und will so seine Schmach ausmerzen und das Geld zurückholen. Nachdem bei Jake eine unheilbare Blutkrankheit festgestellt wird, schließt er sich zwei Kredithaien an, für die er Aufträge erledigen soll. Im Gegenzug bieten sie ihm Schutz vor Machas Attentaten.

In britischen Kinos gefloppt, wurde „Revolver“ in Deutschland direkt auf DVD veröffentlicht und brockte Guy Ritchie einen vorläufigen Karriere-Knick ein, von dem er sich erst allmählich erholen sollte. Und dabei ist „Revolver“ der bis hierhin wohl interessanteste Film, den Ritchie in seiner Filmografie aufweisen kann. Denn nicht vermeintlich mangelnde Qualität hat dem Film Zeit seines Erscheinens zu schaffen gemacht, sondern vielmehr ein existenzielles Missverständnis im Zusammenspiel mit seinem Publikum. Denn während die Kino-Zuschauer einen Gangster-Film à la „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAs“ erwarteten, kam „Revolver“ sehr viel artifizieller daher als so manch eingefleischter Richie-Fan erwarten und ertragen konnte. Jake Greens wahnwitzige Odyssee erinnert nämlich nur auf den ersten Blick an Ritchies Erstlingswerke. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich „Revolver“ vielmehr als albtraumhafte Collage vermeintlicher Realitäten, die sich in verschiedenen Erzählebenen überschneiden und in ihren Dimensionen zuweilen mehr an David Lynch als an Guy Ritchie erinnern. Kein Wunder also, dass so mancher Kino-Zuschauer verwirrt von Qualitätsproblemen sprach.

Wer Ritchies berühmt gewordenes Gangster-Flair erleben möchte, dem sei zu seinen bereits erwähnten Frühwerken und zum 2010 erschienenen „Rock N Rolla“ geraten. Wer aber hingegen experimentierfreudiges Kino genießen kann, das sich wenig um festgefahrene Genre-Konventionen schert, dem sei „Revolver“ ans Herz gelegt. Manchmal ist es eben für alle Beteiligten von Vorteil, sich genauer zu informieren, als mit verfrühten Buh-Rufen den Ruf eines Filmes zu ruinieren.


Daten:

UK, Frankreich 2005, 115 Minuten, FSK: 16
Regie: Guy Ritchie
Genre: Krimi | Drama | Mystery | Thriller
Darsteller: Jason Statham, Ray Liotta, Andre Benjamin, uvm.


Für Fans von:

Layer Cake, RocknRolla, Lucky Number Slevin


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 6,2 von 10
moviepilot.de: 5,6 von 10
Filmstarts.de: 3 von 5


Filmzitate:

„In jedem Spiel gibt es immer einen Gegner und ein Opfer. Der Trick besteht darin, zu erkennen, wenn man das Opfer ist, damit man zum Gegner werden kann.“

„Ich sitze fest in einem Nirgendwo zwischen der Hölle und einem Ort, der garnicht existiert.“

„Ein weiser Mann sagte mir einst: Es gibt nur eine Regel in dieser Welt. Eine winzige Frage, die zum Erfolg führt. Je mehr ein Mann in diese Frage investiert, desto mächtiger wird dieser Mann dann werden.“

„Das „Ich“ ist der beste Betrüger, den man sich vorstellen kann, weil man es nicht sieht.“



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Weitere Filme von Guy Ritchie (Auszug):

1998: Bube, Dame, König, grAs
2000: Snatch – Schweine und Diamanten
2008: Rock N Rolla
2009: Sherlock Holmes
2011: Sherlock Holmes: Spiel im Schatten


Weitere Filme mit:



Trailer zum Film (englisch):

Kommentare zu Revolver

6 Kommentare bisher. Sag auch was dazu!


  1. Jofrie am 5. Juni 2011 18:36

    Einige Szenen die sich echt in die länge ziehen. Aber trotzdem ein recht guter Film 8/10

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  2. ss am 25. September 2011 01:04

    ein beispiel wie ein absolut anspruchvoller film nicht verstandne wird und dadurch schlechte kritiken bekommen hat…

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  3. js am 2. September 2012 18:34

    Ein raffinierter Film, der die Facetten es menschlichen Egos enthüllt und wie es uns an der Nase herumführt. Der Film ist sehr tiefgründig, voller Symbolik und trotzdem ein spannender Actionknaller. Unbedingt sehenswert.

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  4. Alex am 10. September 2012 18:29

    Der Kampf gegen die Angst

    Selbstfindung ist sich bewusst zu werden das es keine Angst gibt und nur durch Angst können Hasserfüllte Menschen überleben, das zeigt der Film auf sehr eindrucksvolle Weise.

    Hass will Angst erzeugen, fürchtet sich niemand vor dem Hass, wird der Hass zur Angst.

    Ein Meisterwerk wenn man den Film versteht.

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  5. Lebenssymphonie am 9. März 2013 19:51

    Ein Meisterwerk… Mehr als nur ein experimenteller Film eines begnadeten Regisseurs. Ich frage mich bei diesem Film was mit den Fans Guy Ritchies los war als der Film erschienen ist?! Gerade wenn man doch ein Fan ist sollte man etwas offener sein für neues und keine all zu subjektiven Ansprüche haben. Einer der meist unterschätztesten Filme der Geschichte. Ein komplexer, tiefgründiger Konflikt zwischen Mensch und Ego, Realität und Phantasie und Angst und Macht. Hierbei sollte auch auf die grandiose schauspielerische Leistung Jason Stathams verwiesen werden.

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  6. Cosmodius am 30. Dezember 2013 14:45

    WOW!
    Dieser Film ist ein Meisterwerk. Kamera, Farbe, Ton, Dialoge, … Alles war Top! Selbst Statham, den ich eigentlich nicht wirklich mag, da er nur anderthalb Gesichtsausdrücke beherrscht, wird hier perfekt eingesetzt!
    Natürlich lässt er sich nur SEHR schwer verstehen, im Gegensatz zu den klassischeren Guy Ritchie Werken.

    Vielen Dank Mojoba,
    Ihr seid spitze!

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