The Artist

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,09 von 10 (137x bewertet)
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The ArtistGeorge Valentin (Jean Dujardin) ist Ende der 1920er Jahre der gefeierte Star eines Stummfilm-Studios. Als er bei einer Film-Premiere auf die begeisterte Zuschauerin Peppy (Bérénice Bejo) trifft, entsteht ein Photo, das Peppy in der Folge ihren ersten Job in der Filmbranche einbringt. Während Peppys Weg steil nach oben führt, gerät Valentins Karriere ins Stocken. Der konservative Star setzt nämlich weiterhin auf Stummfilme, obwohl der Tonfilm eine neue Ära einläutet. Trotz der unterschiedlichen Lebenswege bleiben beide stets in Verbindung, auch wenn Valentin bald vor den Trümmern seiner Existenz steht.

Dass eine Hommage an den Stummfilm nicht zwingend großen Erfolg nach sich ziehen muss, hat Franka Potente Mitte des vergangenen Jahrzehnts mit ihrem Regie-Debüt „Der die Tollkirsche ausgräbt“ am eigenen Leibe erfahren. Wenig überdachte Urteile wie „zu artifiziell“ oder „zu anstrengend“ machten ziellos die Runde. Dabei bleibt zu konstatieren, dass die Mehrheit der „echten“ Stummfilme aus der Frühzeit der Branche heutigen Sehgewohnheiten nur bedingt entgegenkommen und in vielerlei Hinsicht tatsächlich artifiziell und anstrengend anmuten. Wie Michel Hazanavicius mit „The Artist“ einen Oscar abräumen konnte und überall auf der Welt dem Mainstream zugewandte Zuschauer und Kritiker begeisterte, ist demnach eine durchaus lohnenswerte Frage. Immerhin folgt die Antwort auf dem Fuße: „The Artist“, als Film, in dem bis auf wenige Ausnahmen nicht gesprochen wird, geht nämlich nicht als klassisch inspirierter Stummfilm durch und ist somit so etwas wie eine halbe Hommage. Und das bedeutet gar nichts Schlechtes. Hazanavicius ist nämlich das Kunststück gelungen, eine beim Normalo-Publikum in Vergessenheit geratene Kunstform zurück ins Scheinwerferlicht zu rücken, was, wäre „The Artist“ ein echter Stummfilm alter Schule geworden, niemals möglich gewesen wäre. Somit ist der Film als eine Art Mischform aus dosierten Zutaten des Stummfilms und einer angemessenen Prise Mainstream-Verträglichkeit anzusehen, die kaum hätte unterhaltsamer ausfallen können. Auch wenn Film-Puristen die Augen verdrehen dürften, können wir „The Artist“ daher nur wohlwollend empfehlen. Und wer weiß? Vielleicht macht der eine oder andere Cineast über diesen Umweg ja noch die Entdeckung von Erich von Stroheim und Co.


Daten:

Frankreich 2011, 100 Minuten, FSK: 6
Regie: Michel Hazanavicius
Genre: Komödie | Drama | Romanze
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, uvm.


Für Fans von:

Moonrise Kingdom, Lachsfischen im Jemen, Hugo Cabret


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,1 von 10
moviepilot.de: 7,7 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviemaze.de: 92 von 100%


Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung und eine Nominierung bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2011
  • Fünf Auszeichnungen und fünf Nominierungen bei den Oscars 2012
  • Drei Auszeichnungen und drei Nominierungen bei den Golden Globes 2012



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Weitere Filme von Michel Hazanavicius:

1992: Derrick contre Superman
1992: Ca détourne
1993: La classe américaine
1997: Échec au capital
1999: Mes amis
2006: OSS 117 – Der Spion, der sich liebte
2009: OSS 117 – Er selbst ist sich genug
2012: Les Infidèles


Trailer zum Film (deutsch):

Kommentare zu The Artist

Ein Kommentar bisher. Sag auch was dazu!


  1. Sidenstein am 6. November 2012 12:45

    Wirklich ein atemberaubender Film. Nur zu empfehlen!

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