Transamerica

schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,42 von 10 (19x bewertet)
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TransamericaBree (Felicity Huffmann) hat sich seit jeher als Frau im Körper eines Mannes gefühlt und sich über die Jahre hinweg chirurgischen Eingriffen unterzogen. Kurz vor ihrer letzten Operation erfährt sie von ihrem 17-jährigen Sohn Toby (Kevin Zegers), der in New York im Gefängnis sitzt. Ihr Therapeutin (Elizabeth Pena) besteht darauf, die Angelegenheit zu klären. So stellt Bree für Toby die Kaution und wird von ihm in der Folge für eine Missionarin gehalten. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Road-Trip, auf dem sie sich stückweise annähern.

Jener Trip von New York nach Los Angeles ist natürlich nicht nur eine bloße Reise von einem Ort zum anderen, sondern vielmehr eine Expedition zum eigentlichen Wesen der Charaktere. Dabei widmet sich der Film bewusst offenherzig dem Tabu „Transsexualität“. Denn anstatt den Zuschauer mit Samthandschuhen in den Plot zu geleiten, bekommt der (womöglich) nicht ganz so vorurteilsfreie Cineast von „Transamerica“ gleich zu Beginn alles Wissenswerte aufs Kino-Brot geschmiert. Ganz nach dem Motto: „Wer sich nach zehn Minuten nicht auf die zwischenmenschlichen Probleme von Bree und Toby konzentrieren kann, sondern sich an Brees Lebensentwurf stört, der hat dann doch irgendwie ein Problem“. Letztlich erzählt der Film nämlich nichts anderes als eine Familiengeschichte und entlarvt dabei alle, die auf eine vermeintliche Freak-Show aus sind. Entsprechend beeindruckend mutet es dabei an, dass es sich bei „Transmerica“ um das Spielfilmdebüt von Regisseur Duncan Tucker handelt, der es vollbracht hat, mit geringen finanziellen Mitteln eine wahre Perle des modernen US-amerikanischen Independentfilms zu kreieren. Ebenso erwähnenswert ist die Leistung von Felicity Huffman, der es spielerisch gelingt, ihrer ambivalenten Figur die nötige Authentizität zu verleihen. „Transmerica“ ist demnach etwas für die echten Entdecker unter den Cineasten, die nicht gleich gelangweilt aus dem Sessel rutschen, wenn links und rechts vom Road-Trip-Wegesrand die Explosionen ausbleiben. Wir sagen daher: Beide Independent-Daumen nach oben!


Daten:

USA 2005, 103 Minuten, FSK: 12
Regie: Duncan Tucker
Genre: Abenteuer| Komödie | Drama
Darsteller: Felicity Huffman, Kevin Zegers, Fionnula Flanagan, uvm.


Für Fans von:

Blau ist eine warme Farbe, Brokeback Mountain, XXY


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,8 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5
moviemaze.de: 65 von 100%


Filmzitate:

„Das Haus deiner Eltern war aber schöner – Das Haus meiner Eltern gibts aber nur mit meinen Eltern“

„Weißt du, wir brauchen ein bisschen mehr Zeit dafür. Deine Mutter und ich, wir lieben dich beide, aber…“

„Aber ich tu dir doch gar nix an. Ich hab eine Geschlechtsidentitätsstörung. Das ist genetisch bedingt.“



Auszeichnungen:

  • Leserpreis der Siegessäule bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin
  • Beste Drama-Darstellerin bei dem Golden Globe Award, national Board of Review Award und dem Satellite Award
  • Der Filmsong wurde für einen Oscar nominiert



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Weitere Filme von Duncan Tucker:

2001: Boys to Men
2000: The Mountain King


Trailer zum Film (deutsch):

TransAmerica Trailer deutsch

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