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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 7,25 von 10 (88x bewertet)
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Jeffrey Beaumont (Kyle MacLachlan) kehrt in sein beschauliches Heimatstädtchen Lumberton zurück, um sich um seinen Vater zu kümmern, der einen Schlaganfall erlitten hat. Durch Zufall findet er ein abgeschnittenes menschliches Ohr und bringt es zu Polizist John Williams, der aber keine Anstalten macht, der Sache nachzugehen. Mit Hilfe von dessen Tochter Sandy (Laura Dern) macht sich Jeffrey nun selbst daran, den mysteriösen Fall aufzuklären. Dabei kommt er dem zwielichtigen Frank Booth (Dennis Hopper) auf die Spur, der die Sängerin Dorothy (Isabella Rossellini) in seinen Fängen zu haben scheint.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Anders als neuere Werke David Lynchs wie etwa „Mullholland Drive“ oder „Inland Empire“ ist „Blue Velvet“ noch ein Film der alten Lynch-Schule, bei dem der Zuschauer in die Lage versetzt wird, den Geschehnissen auf (banal-basaler) dramaturgischer Ebene zu folgen. Denn während Lynchs spätere Filme wie alleinige surrealistisch anmutende, traumhafte Gebilde wirken, die vordergründig fragmentarischen Charakter in sich tragen, steht in „Blue Velvet“ ein Kriminalfall im Mittelpunkt, den der Regisseur mit einzelnen surrealistischen Momenten und der ihm eigenen Bild-Ästhetik würzt.

In diesem Sinne zählt der Film zu Lynchs mainstreamigsten Produktionen und gehört nicht aus Zufall bis zum heutigen Tage zu seinen erfolgreichsten Werken. Denn dank eines herrlich überdrehten Dennis Hopper, der seiner Figur geradezu denkwürdige Züge verleiht, und eines vor Vitalität strotzenden Kyle MacLachlan in seiner wohl wichtigsten Rolle ist der Film auch für jene Cineasten geeignet, die ansonsten vielleicht nicht so viel mit dem späten (und sperrigeren) David Lynch anfangen können. Und wer bisher noch gar nicht mit dem eigenwilligen Regisseur in Berührung gekommen ist, der kann getrost zu „Blue Velvet“ als Einstiegswerk greifen, da der Film nicht zuletzt als verträgliche Symbiose aller David-Lynch-Merkmale funktioniert.

Wem „Blue Velvet“ gefällt, der sollte – falls nichts bereits geschehen – unbedingt einen Blick auf Lynchs Kultserie „Twin Peaks“ riskieren, in der es in 29 Folgen ebenfalls um einen Kriminalfall geht und die nicht nur aufgrund vergleichbarer Motive lose an den Film erinnert.


Daten:

USA 1986, 116 Minuten, FSK: 16
Regie: David Lynch
Genre: Krimi | Mystery | Thriller
Darsteller: Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper, uvm.


Für Fans von:

Wild at Heart, Lost Highway, Mulholland Drive


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,8 von 10
moviepilot.de: 8,2 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„Der Mann im eleganten Anzug hat auch ein WalkieTalkie.“

„Ich fahre deinen Nachbarn raus aufs Land, Scheiße!“

„Es gibt manchmal die Chance im Leben, wirklich was zu lernen und zu erfahren. Und manchmal muss man dafür was riskieren.“



Auszeichnungen:

  • Zwei Nominierungen bei den Golden Globes 1987
  • Vier auszeichnungen beim National Society of Film Critics Award
  • Nominiert bei den Oscars 1987 in der Kategorie Beste Regie



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von David Lynch (Auszug):

1977: Eraserhead
1980: Der Elefantenmensch
1990: Wild at Heart
1997: Lost Highway
1999: The Straight Story
2001: Mulholland Drive – Straße der Finsternis
2011: The 3 Rs