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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 6,35 von 10 (54x bewertet)
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Am 4. Juni 1968 soll Präsidentschaftsanwärter Robert F. Kennedy im Zuge der US-Vorwahlen im Ambassador Hotel eine Rede halten. Bereits im Vorfeld entsteht im Hotel erwartungsvolle Geschäftigkeit, von der sich eine Reihe von Personen anstecken lassen. U. a. erwarten Sängerin Virginia Fallon (Demi Moore), der langjährige Hotelmitarbeiter John Casey (Anthony Hopkins) und Hoteldirektor Paul (William H. Macy) die Ankunft Kennedys und nehmen den geschichtsträchtigen Moment auf ganz verschiedene Art und Weise wahr. Als Kennedy schließlich eintrifft, ist der Jubel groß. Doch RFK wird diesen Abend nicht überleben.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Obwohl der Verdacht nahe liegt, „Bobby“ sei der kleine Bruder von Werken wie etwa Oliver Stones „JFK“, soll gleich zu Anfang erwähnt sein, dass sich Emilio Estevez’ Film nicht im Geringsten darum bemüht, die genaueren Umstände des Attentats auf Robert Kennedy auszuleuchten. „Bobby“ ist im wenigsten Sinne nämlich ein klassischer Historienfilm. Denn wenn auch der Ablauf des Attentats als solcher korrekt dargestellt wird, geht es im Film weniger um die Ermordung Kennedys selbst, sondern vielmehr mehr um eine Reihe verschiedenster Persönlichkeiten, die vor, während und nach der Bluttat unmittelbar von den Geschehnissen betroffen sind.

Bis in die kleinste Nebenrolle mit namhaften Hollywood-Schauspielern besetzt (u. a. Ashton Kutcher und Martin Sheen), funktioniert „Bobby“ demnach als Ensemble-Episodenfilm, in dem eigentliche Randnotizen in den Mittelpunkt gerückt werden, wodurch ein eindrucksvolles Stimmungsbild rund um das Kennedy-Attentat entsteht, das kaum sorgfältiger hätte komponiert werden können. Da sich die Handlung zum Großteil allein im Hotel abspielt, könnte man folglich behaupten, der Film sei ein Kammerspiel-artiges „L.A. Crash“ von ähnlicher Qualität und ebensolcher gesellschaftspolitischer Bedeutung.

Wird Emilio Estevez gemeinhin als der unbedeutende, weniger erfolgreiche Bruder von Charlie Sheen angesehen, bleibt festzuhalten, dass Estevez mit „Bobby“ im vergangenen Jahrzehnt ein ernstzunehmendes Filmprojekt auf die Beine stellen konnte, das mehrheitlich wohlwollenden Applaus einfuhr – ganz im Gegensatz zu Charlie „Winning“ Sheen.


Daten:

USA 2006, 117 Minuten, FSK: 12
Regie: Emilio Estevez
Genre: Drama | Geschichte
Darsteller: Anthony Hopkins, Demi Moore, Sharon Stone, uvm.


Für Fans von:

Frost/Nixon, The Ides of March, Im Tal von Elah


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,0 von 10
moviepilot.de: 7,1 von 10
Filmstarts.de: 3,0 von 5


Filmzitate:

„Wir sind gar nicht über die Grenze gegangen, die Grenze ist über uns gegangen.“

„Wir sind keine Brüder, Amigo!“ – „Und wir sind keine Amigos, Bruder!“

„Unser Leben auf diesem Planeten ist zu kurz – die Arbeit, die vor uns liegt ist zu wichtig, aber vielleicht sollten wir uns vor Augen halten, dass unsere Mitmenschen auch unsere Brüder sind, dass wir den selben kurzen Augenblick des Lebens teilen.“



Auszeichnungen:

  • 2 Nominierungen bei den Golden Globe Awards 2007
  • Eine Nominierung bei den Screen Actors Guild Awards 2007



Bobby bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Emilio Estevez:

1986: Wisdom – Dynamit und kühles Blut
1990: Men at Work
1996: The War At Home
2010: The Way