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Charmeur Don (Billy Murray) ist in die Jahre gekommen und verbringt die meiste Zeit des Tages in der Einöde seines Hauses. Als er jedoch einen anonymen Brief erhält, aus dem er erfährt, dass er einen ihm unbekannten Sohn hat, ist es mit dem Slacker-Leben vorbei. Gemeinsam mit Nachbar und Hobby-Detektiv Winston (Jeffrey Wright) versucht er, in „akribischer“ Recherchearbeit herauszufinden, wer den Brief geschrieben haben könnte. Schließlich bleiben vier Verflossene übrig, die Don nacheinander besuchen will, um seinen Sprössling ausfindig zu machen. Doch die Damen sind alles andere als erfreut…

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Bill Murray als einsilbiger Schlurfi mit treu-melancholischem Dackelblick? Was bereits im Ansatz in Sofia Coppolas „Lost in Translation“ funktioniert hat, wird in Jim Jarmuschs „Broken Flowers“ auf die Spitze getrieben. Somit ist gleich klar: Wer Bill Murray und seine lakonische Art nicht abkann, wird auch mit „Broken Flowers“ so seine Probleme bekommen. Eine komplexe Story wird schließlich nicht erzählt und die Nebendarsteller sind zwar über Gebühr namhaft (Sharon Stone, Tilda Swinton, Julie Delpy), am Ende konzentriert sich der Film dann aber doch vornehmlich auf Billy Murray, wie er mit treu-melancholischem Dackelblick einsilbig durch die USA schlurft und lakonisch unbedarft nach seinem Sohn Ausschau hält. Dennoch enthält der Film Jarmusch-typisch einen nicht zu übersehenden Subtext, wenngleich dieser im Vergleich mit Frühwerken des Kult-Regisseurs nur am Rande mitschwingt. So klimpern satirisch aufgeladene Seitenhiebe auf die sozialen Probleme der US-amerikanischen Gesellschaft wohltuend im Hintergrund, ohne der fantastischen Performance von Bill Murray in die Quere zu kommen.

Letztlich ist und bleibt „Broken Flowers“ also ein einziges Bill-Murray-Vehikel, das fraglos zu den großen kleinen Filmen des vergangenen Jahrzehnts gehört. Cineasten, die also weder etwas gegen Jim Jarmusch oder Bill Murray vorzubringen haben, können sich auf eine lakonisch erzählte Tragikomödie freuen, die den nächsten Filmabend mit Sicherheit zu einem besonderen Ereignis werden lässt. Und wem das noch nicht genug war: Bill Murray!


Daten:

USA/FR 2005, 101 Minuten, FSK: o.A.
Regie: Jim Jarmusch
Genre: Komödie| Drama | Mystery
Darsteller: Bill Murray, Jeffrey Wright, Sharon Stone, uvm.


Für Fans von:

Lost in Translation, The Darjeeling Limited, Little Miss Sunshine


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,2 von 10
moviepilot.de: 7,4 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„Du gibst mir eine Liste all deiner Freundinnen und ich entwickle einen Plan.“

„Finde die Schreibmaschine, dann kann ich forensisch nachweisen, dass auf ihr der Brief geschrieben wurde.“

„Haben Sie einen philosophischen Tipp für mich?“



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Weitere Filme von Jim Jarmusch (Auszug):

1986: Down By Law
1991: Night on Earth
1995: Dead Man
1999: Ghost Dog – Der Weg des Samurai
2003: Coffee and Cigarettes
2009: The Limits of Control
2013: Only Lovers Left Alive