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Teenager Elio (Timothée Chalamet) verbringt den Sommer gemeinsam mit seiner Familie in einem italienischen Städtchen. Dort trifft er auf Französin Marzia (Esther Garrel), mit der er einen unschuldigen Flirt beginnt. Als sein Vater den 24-jährigen Studenten Oliver (Armie Hammer) auf dem Urlaubsanwesen einquartiert, ändert sich die zwischenmenschliche Dynamik schlagartig. Oliver fühlt sich nämlich von Elio angezogen und macht ihm vorsichtig Avancen. Schließlich entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden, die Oliver allerdings unter allen Umständen geheim halten möchte.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Als sich im Jahre 2005 Ang Lees „Brokeback Mountain“ weit über die Grenzen des sog. queeren Kinos erhob und damit zwangsläufig filmhistorische Bedeutung beanspruchte, schien das lange Zeit als obszön geltende Genre endgültig im Mainstream angekommen. Über ein Jahrzehnt später sprengen Filme mit homosexueller Thematik zwar nicht monatlich die Box-Office-Listen. Dennoch erhalten Regisseure wie Luca Guadagnino mittlerweile die Möglichkeit, ihre Geschichten einem wesentlich breiteren Publikum zu erzählen, ohne dabei in die artifiziell-exotische Schublade abgedrängt zu werden. In diesem Sinne ist es also nicht zuletzt Ang Lee zu verdanken, dass „Call Me by Your Name“ nicht ausschließlich Genre-Experten vorbehalten bleibt. Wäre es nämlich so gewesen, hätten die allermeisten Cineasten den wohl sinnlichsten Film der letzten Jahre schlichtweg verpasst.

Im Gewand eines klassisches Coming-of-Age-Dramas erzählt Guadagnino die komplizierte Liebesgeschichte zweier junger Männer, die in den Wirrungen ihrer eigenen Gefühle nur allmählich zueinanderfinden und hinter aller selbstbewusster Attitüde eine tief berührende Verletzlichkeit offenbaren. Im Zuge dessen dürfte es selbst für erfahrene Cineasten zu allerhand Irritationen kommen. Irritationen nämlich über die außerordentliche Qualität des Drehbuchs, der frisch-melancholischen Inszenierung und des Auftritts von Armie Hammer, der mit großem Abstand die eindrucksvollste Vorstellung seiner bisherigen Karriere abliefert. Die authentische Entwicklung der Figuren rundet den brillanten Eindruck wie beiläufig ab und lässt uns nur staunend zurück. Wir sagen: „Call Me by Your Name“ ist ein absolutes Muss für alle Cineasten, die anspruchsvoll-sinnliches Kino lieben!



Daten:

ITA, FRA, USA, BRA 2017, 130 Minuten, FSK: Keine Angabe
Regie: Luca Guadagnino
Genre: Liebesfilm
Darsteller: Armie Hammer, Timothée Chalamet, Michael Stuhlbarg, uvm.


Für Fans von:

Swimming Pool, Hallam Foe, Submarine


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8.3 von 10
moviepilot.de: 8.1 von 10
Filmstarts.de: 4.5 von 5


Weitere Filme von Luca Guadagnino:

2011: Melissa P.
2009: I Am Love
2015: A Bigger Splash

Grafik: Memento Films International / Sony Pictures Classics