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Der eigensinnige Schriftsteller Truman Capote (Philip Seymour Hoffman) liest in einer Zeitung von der Ermordung der Clutter-Familie, die in ihrem Haus von zwei auf der Flucht befindlichen Männern brutal zu Tode gebracht wurde. Capote beschließt, eine Reportage über die Geschehnisse zu schreiben und reist gemeinsam mit Freundin Harper Lee (Catherine Keener) in den Mittleren Westen. Bei seinen Recherchen kommt er den Hintergründen des Verbrechens auf die Spur und besucht die mittlerweile gefassten Täter Perry Smith und Dick Hickock im Gefängnis. Schließlich entscheidet Capote, einen der ersten Tatsachenromane überhaupt zu schreiben.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Die brutale Ermordung der Clutters schlug Ende der 1950er Jahre hohe Wellen und gehört bis heute zu den berühmtesten US-amerikanischen Verbrechen überhaupt. Literatur und Filmwesen haben dabei einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet, dass die Erinnerung an die mittlerweile über 50 Jahre alten Geschehnisse immer wieder aufgefrischt werden. Neben Capotes Roman „Kaltblütig“ gehört dabei die Verfilmung des Stoffes durch Richard Brooks fraglos zu den gelungensten Verarbeitungen.

In Bennet Millers Film „Capote“ geht es allerdings nicht um den eigentlichen Clutter-Mord. Vielmehr steht die Entstehungsgeschichte von „Kaltblütig“ im Vordergrund und dabei insbesondere, in welcher Tragweite sich Schriftsteller Truman Capote von dem Fall beeindrucken ließ. Denn was zunächst als handelsübliche Reportage beginnt, wird für Capote bald zum Lebensinhalt und dank eines hervorragend agierenden Philip Seymour Hoffman für den Zuschauer unmittelbar nachvollziehbar. Im Grunde bleibt „Capote“ nämlich ein Ein-Mann-Stück, in dem die Qualität des Films von der Intensität der dargestellten Hauptfigur abhängt. Dass Hoffman für seine Leistung im Jahre 2006 den Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten hat, spricht in diesem Sinne für den gesamten Film.

Literatur? Nö. Truman Capote? Auch nicht unbedingt. Im Grunde muss man sich gar nicht für Capote oder sein schriftstellerisches Schaffen interessieren, um in „Capote“ ein mitreißendes Biopic zu entdecken. Denn weniger ein Film für eingeweihte Literaten ist Millers Kino-Debüt vielmehr eine einfühlsame (typisch US-amerikanische) Geschichte auf erzählerischem Niveau.



Daten:

Kanada, USA 2005, 110 Minuten, FSK: 12
Regie: Bennett Miller
Genre: Biographie | Krimi | Drama
Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins Jr., uvm.


Für Fans von:

Tödliche Entscheidung, Collateral, A Single Man


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,5 von 10
moviepilot.de: 7,7 von 10
Filmstarts.de: 4 von 5


Filmzitate:

„John ist tot, Frank hat sich erschossen und Perry hat getan, was er getan hat.“

„Schließlich musste ich ihr eröffnen, dass von den vier Matisse, die bei ihr an der Wand hängen, zwei verkehrt herum hingen.“

„Wissen Sie, ich habe jetzt einen Titel für mein Buch. Er wird Ihnen gefallen – er ist sehr maskulin: Kaltblütig.“



Auszeichnungen:

  • Philip Seymour Hoffman gewann 2006 einen Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller
  • Eine Nominierung bei den Golden Globe 2006
  • Fünf Nominierungen bei den British Academy Film Awards 2006



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Bennett Miller:

1998: The Cruise
2011: Die Kunst zu gewinnen – Moneyball