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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 6,83 von 10 (77x bewertet)
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Nach dem Suizid zweier Fans hat Rockstar Cheyenne (Sean Penn) sein Karriere an den Nagel gehängt. Zwanzig Jahre später plagt er sich immer noch mit Schuldgefühlen herum. Als er erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt, macht er sich auf den Weg nach New York, um ihn aufzusuchen. In der Folge findet er heraus, dass sich sein Vater Zeit seines Lebens auf der Suche nach SS-Verbrecher Alois Lange (Heinz Lieven) befunden hat. Cheyenne beschließt, das Werk seines Vaters zu vollenden und versucht, Lange ausfindig zu machen.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Ähh. Ok. Sean Penn dabei zuzuschauen, wie er als abgewrackter Alt-Rocker mit auftoupierter Mähne und Fistelstimme den Nazi-Jäger in sich entdeckt, mutet zugegebenermaßen im ersten Augenblick ein wenig obskur an. Und um ehrlich zu sein: Auch nachdem sich erste Irritationen gelegt haben, bleibt „Cheyenne“ der üblichen Sehgewohnheit einigermaßen fern. Als eigenwillige Mischung aus „The Wrestler“ und „Hesher“ positioniert sich Paolo Sorrentinos Film irgendwo zwischen Drama und Satire und streift in besonders aberwitzigen Momenten die Genre-Grenzen zur Groteske. Und doch entwickelt sich „Cheyenne“ nicht zur bloßen Freakshow.

Denn trotz aller absurden Details nimmt der Film seinen Protagonisten durchaus ernst und stellt das emotionale Durcheinander desselben in den Mittelpunkt der filmischen Betrachtung. Ein Film für die nächste Party unter Freunden ist „Cheyenne“ trotz des ersten Eindrucks also weniger. Vielmehr eignet sich Sorrentinos streitbares Werk für aufmerksame Cineasten, die sich fern ab vom üblichen Hollywood-Gewäsch für einen ungewöhnlichen Film interessieren, der oberflächlich betrachtet einer absurden Odyssee gleichkommt, im Kern jedoch ein tieftrauriges Drama über einen aus der Spur geworfenen Außenseiter darstellt.

An letzter Stelle wollen wir euch noch ans Herz legen, Paolo Sorrentino und dessen Werk nicht aus den Augen zu verlieren. Zuletzt bewies der Italiener mit seiner „La dolce vita“-Hommage „La Grande Bellezza“ nämlich, dass der Geist Fellinis bis heute für unbedingt sehenswerte Filme verantwortlich zeichnet.


Daten:

FR/IE/IT 2011, 118 Minuten, FSK: 12
Regie: Paolo Sorrentino
Genre: Komödie | Drama
Darsteller: Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch, uvm.


Für Fans von:

Mil, The Tree of Life, Biutiful


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 6,6 von 10
moviepilot.de: 6,9 von 10
Filmstarts.de: 4,0 von 5


Filmzitate:

„Es gibt viele Arten zu sterben. Die schlimmste von allen ist weiter zuleben.“

„Hast du früher viel getrunken? – Genug, um zu beschließen damit auf zu hören.“

„Vor dem Inferno konnte mein Leben mit einem einzigen Wort beschrieben werden: unbeschwert.“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2011
  • Drei Auszeichnungen bei den italienischen Filmpreisen „David di Donatello“ 2012
  • Drei Auszeichnungen bei den italienischen Filmpreisen „Nastro d’Argento“ 2012



Cheyenne – This Must Be the Place bei Amazon:

auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Paolo Sorrentino:

2001: L’uomo in più
2004: Le conseguenze dell’amore
2006: L’amico di famiglia
2008: Il Divo
2013: La Grande Bellezza – Die große Schönheit


Weitere Filme mit: