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Jake Gittes (Jack Nicholson) ist ein erfolgreicher Privatdetektiv und hat alles im Griff. Als allerdings eine gewisse Mrs. Mulwray bei ihm auftaucht und ihm den Auftrag erteilt, ihren untreuen Ehemann auszuspionieren, gerät alles durcheinander. Zwar kann Gittes den Mann auf frischer Tat ertappen, allerdings muss er bald einsehen, dass die Frau, die sich für Mrs. Mulwray ausgab, gänzlich andere Ziele verfolgt. Als er wenig später den ermordeten Mr. Mulwray auffindet, ahnt Gittes, dass der Fall wesentlich komplexer ist als zunächst gedacht. Bald kommt er einem Komplott auf die Spur.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Es soll ja Leute geben, die glauben, in „Chinatown“ gehe es um verfeindete Triaden, die sich erst über den Haufen schießen und dann in eindrucksvoll choreographierten Martial-Arts-Sequenzen den Rest geben. Manchmal lohnt es sich eben, ein bisschen genauer hinzuschauen. Denn Roman Polanskis Meisterwerk ist eigentlich ein waschechter Neo-Noir mit allem, was dazu gehört. Faye Dunaway gibt die Femme fatale und Jack Nicholson übt sich als lässiger Privatdetektiv in unterhaltsam-zynischer Weltsicht. Gepaart mit einem undurchsichtigen Fall, in dem praktisch jede handelnde Figur etwas zu verbergen hat, und der Hitze eines Sommers in Los Angeles ergibt sich ein Neo-Noir, für den Cineasten überhaupt erst geboren werden.

Dabei mutet „Chinatown“ in vielerlei Hinsicht härter an als viele vergleichbare Genre-Kollegen. Das – an dieser Stelle nicht verratene – Ende hat es nämlich auch unter heutigen Gesichtspunkten in sich und gehört fraglos nicht in die Kategorie 08/15-Abschluss. Und dass es letztendlich Roman Polanski selbst ist, der dem Protagonisten die Nase aufschlitzt und ihm damit zum legendär gewordenen Nasen-Verband verhilft, rundet das Bild eines grandios inszenierten Neo-Noirs mit einem Insider-Gag ab.

Die 1970er Jahre haben u. a. mit „Der Pate (II)“, „Apocalypse Now“ oder den Frühwerken eines Martin Scorsese wahrlich so manchen großartigen Film zu bieten. Dass „Chinatown“ ebenfalls zu den Größen dieser Dekade gezählt wird, ist daher gar nicht hoch genug zu bewerten. Schade ist es da nur, dass das 1990 von Jack Nicholson gedrehte Sequel „The Two Jakes“ beileibe nicht mithalten kann.


Daten:

USA 1974, 131 Minuten, FSK: 16
Regie: Roman Polanski
Genre: Krimi | Drama | Mystery | Thriller
Darsteller: Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston, uvm.


Für Fans von:

Hundstage, French Connection, Vertigo


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8.2 von 10
moviepilot.de: 8,1 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„Manchmal fndet man die Antwort auf Fragen, die man nie gestellt hat.“

„Leute, die überall ihre Nase reinstecken, weißt du was mit denen passiert? Möchtest du es wissen? Na? … Nein? Na schön! Sie verlieren ihre Nase! „

„Politiker, alte Häuser und Huren haben alle einen guten Leumund, wenn sie es lange genug durchstehen.“

„Vergiss es, Jake. Wir sind in Chinatown.“



Auszeichnungen:

  • 1975: Oscar für Bestes Originaldrehbuch
  • 1975: BAFTA-Awards für besten Schauspieler, beste Regie und bestes Drehbuch
  • 1975: Golden Globes für besten Film, beste Regie, besten Schauspieler und bestes Drehbuch
  • 2007: Aufgeführt auf der AFI-Liste der 100 besten englischsprachigen Filme (Platz 21)



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Weitere Filme von Roman Polanski (Auszug):

1968: Rosemaries Baby
1988: Frantic
1992: Bitter Moon
1999: Die neun Pforten
2002: Der Pianist
2005: Oliver Twist
2010: Der Ghostwriter