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Coraline ist gemeinsam mit ihren vielbeschäftigten Eltern in eine abgelegene Villa umgezogen und versucht, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden. Dabei trifft sie auf verschrobene Nachbarn und den gesprächigen Wybie, von dem sie mehr über die Verhältnisse der Umgebung erfährt. Eines Tages findet Coraline im Haus eine Geheimtür und gelangt in eine Parallelwelt, in der sowohl die Nachbarn als auch ihre Eltern einen freundlicheren Eindruck machen. In der Folge begibt sich Coraline immer wieder aufs Neue in die Parallelwelt und verbringt glückliche Stunden – bis ihre „Zweitmutter“ eine Bedingung stellt.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Es ist gar nicht mal allzu lange her, da saßen Kinder freudig vor dem Fernseher, wenn Papa Schlumpf samt seines blauen Mini-Gefolges gegen Gargamel in moralinschwangere Abenteuer zog, während die Mutti nebendran nur desinteressiert mit dem Fuß wippen konnte. Massentaugliche Zeichentrick- bzw. Animationsfilme waren bis vor wenigen Jahren nämlich noch beinahe ausschließlich Kindergebiet. Filme wie „Mary & Max“ haben zuletzt jedoch bewiesen, dass die natürliche Verwandtschaft von Animations- und Kinderfilm zunehmend auseinander bröckelt. Mit „Coraline“ ging im Jahr 2009 eine weitere Produktion ins Rennen, die sich nicht mehr allein an den Nachwuchs wendet – falls überhaupt.

Henry Selicks vierter Kinofilm kommt nach anfänglicher Schonfrist nämlich ungemein düster daher und deutet in Form von Coralines entdeckter Parallelwelt pessimistisch anmutende Szenarien von Realitätsflucht an. Als bloßes Fantasy-Spektakel, in dem sich ein kleines Mädchen auf eine gewöhnliche Abenteuer-Reise begibt, geht „Coraline“ daher kaum durch. Der dazu im Kontrast stehende kindliche Humor bleibt der Erzählperspektive geschuldet und verleiht dem Film in seiner Gesamtheit gar einen leicht surrealen Einschlag. Wir können daher nur empfehlen, „Coraline“ eine echte Chance zu geben und den Animationsfilm mit einem mehr cineastischen als kindlichen Auge zu betrachten.

Dass Henry Selick 1993 bei Tim Burtons „Nightmare Before Christmas“ für die Regie verantwortlich zeichnete, lässt deutlich werden, dass der US-Amerikaner – trotz seiner Arbeiten für Disney – bereits schon zu Schlumpf-Zeiten über die weitsichtige Kreativität verfügte, um vermeintlichen Genre-Gesetzen die lange Nase zu zeigen.


Daten:

USA 2009, 101 Minuten, FSK: 6
Regie: Henry Selick
Genre: Zeichentrick | Fantasy | Thriller
Darsteller: Dakota Fanning, Teri Hatcher, Jennifer Saunders, uvm.


Für Fans von:

Nightmare Before Christmas, Mary & Max, #9, Tim Burton


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7,7 von 10
moviepilot.de: 7,4 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Du bist nicht meine Mutter! Meine Mutter hat keine Knö..knö..knöpfe.“

„Sie hat diese Welt, wo alles besser ist. Aber es ist eine Falle.“

„Du denkst vermutlich dein Traum wäre wahr geworden, aber du irrst dich.“



Auszeichnungen:

  • Auszeichnung bei den BAFTA Awards 2009
  • Sieben Nominierungen und drei Auszeichnungen bei den Annie Awards 2010
  • Nominierung bei der Oscarverleihung 2010



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Henry Selick:

1981: Seepage
1993: Nightmare Before Christmas
1996: James und der Riesenpfirsich
2001: Monkeybone
2005: Moongirl