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Hotelier Helge Klingenfeld-Hansen (Henning Moritzen) hat aus Anlass seines 60. Geburtstages zu einem großen Fest auf dem Familienanwesen geladen. Neben zahllosen Geschäftsfreunden sind auch seine Kinder anwesend. Während seine Söhne Christian (Ulrich Thomsen) und Michael (Thomas Bo Larsen) ihrerseits mit beiden Beinen im Geschäftsleben stehen, versucht sich Tochter Helene (Paprika Steen) als Studentin über Wasser zu halten. Als es daran ist, die Fest-Rede zu halten, ergreift Christian das Wort und beschuldigt seinen Vater vor den versammelten Gästen, ihn und seine Zwillingsschwester Linda in jungen Jahren sexuell missbraucht zu haben.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Als Mitte der 90er Jahre Lars von Trier und Thomas Vinterberg als federführende Autorenfilmer die Dogma-Bewegung ins Leben riefen und damit für neuen Schwung im europäischen Kino sorgen konnten, galt „Das Fest“ bald als wichtigster Vertreter des modernen naturalistisch anmutenden Kunst-Films. Und daran hat sich auch nach über 15 Jahren nichts geändert. „Das Fest“ ist und bleibt Archetypus des Dogma-95-Manifests und entwickelt aufgrund seines dokumentarischen Stils eine ungewöhnlich mitreißende Atmosphäre, die schlichtweg ihresgleichen sucht. Dabei wird dem Zuschauer durchaus die eine oder andere quälende Film-Minute zugemutet. Schließlich dürfte es nur die abgebrühtesten Cineasten kalt lassen, wenn der Film mit zunehmender Spieldauer das Familien-Drama auf die Spitze treibt und die Abgründe der handelnden Figuren in zynischen Bildern auf dem Silbertablett serviert. Die großartige Performance von Ulrich Thomsen tut ein Übriges, dass sich die eigentlich fröhliche Familien-Feier zu einem wahren Albtraum entwickelt und dem Zuschauer noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte.

Nicht zuletzt der durchaus etwas gewöhnungsbedürftige Dogma-Stil dürfte dafür sorgen, dass so mancher Cineast – irritiert von derlei geradlinigen Bildern – auf die Idee kommen könnte, es handele sich bei „Das Fest“ um einen trashig angehauchten B-Film. Wir können allerdings nur empfehlen, sich auf die authentisch-befremdliche Machart des Films einzulassen. Die Dogma-Bewegung gehört schließlich nicht zufällig zu den wichtigsten Erscheinungen der modernen europäischen Filmwelt.


Daten:

SE/DK 1998, 101 Minuten, FSK: 12
Regie: Thomas Vinterberg
Genre: Drama
Darsteller: Henning Moritzen, Ulrich Thomsen, Thomas Bo Larsen, uvm.


Für Fans von:

Die Jagd, Gegen die Wand, Melancholia


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,1 von 10
moviepilot.de: 8,0 von 10
Filmstarts.de: 4,5 von 5


Filmzitate:

„Als meine Schwester vor ein paar Monaten starb, wurde mir klar, dass Helge mit seinen vielen Bädern ein sehr sauberer Mann war.“

„Auf den Mann, der meine Schwester umgebracht hat. Auf einen Mörder!“



Auszeichnungen:

  • Eine Auszeichnung bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes 1998
  • Eine Auszeichnung bei den Independent Spirit Awards 1999
  • Zwei Auszeichnungen beim dänischen Filmpreis Bodil



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Thomas Vinterberg:

1996: Zwei Helden
2001: D-Day
2003: It’s All About Love
2005: Dear Wendy
2007: Ein Mann kommt nach Hause
2010: Submarino
2012: Die Jagd