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Einst war Ramón Sampedro (Javier Bardem) ein lebensfroher Seemann und eine Urgewalt in sich. Doch nach einem Kopfsprung ins zu flache Wasser ist Ramón querschnittsgelähmt und ans Bett gefesselt. Nach reiflicher Überlegung hat er den Entschluss gefasst, seinem Leben ein würdiges Ende zu setzen. Es beginnt ein schmerzlicher Kampf um Sterbehilfe, bei dem er nur vereinzelt Unterstützung erhält. Ist sein Bruder strikt dagegen, findet er in Fabrikarbeiterin Rosa (Lola Dueñas) nach zähem Ringen schließlich eine verwandte Seele, die begreift, was die unvorstellbaren Qualen für Ramón bedeuten.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Wo Menschen sich mit der Gefangenschaft im eigenen Körper auseinandersetzen müssen, sind Assoziationen mit „Schmetterling und Taucherglocke“ oder „Johnny zieht in den Krieg“ nicht weit. Und tatsächlich reiht sich „Das Meer in mir“ in das spezielle Genre ein. Doch während sich Julian Schnabels Film um eine besondere Inszenierung bemüht und Dalton Trumbos Meisterwerk vor allem aufgrund seiner düsteren Gnadenlosigkeit beeindruckt, geht Alejandro Amenábars vielleicht interessantester Film das heikle Thema auf rein zwischenmenschlicher Ebene an. Wie die Personen um den Protagonisten herum muss auch dem Zuschauer erst näher gebracht werden, welche Gedankengänge Ramón dazu treiben, seinem Leben ein Ende setzen und sich damit aus seiner Gefangenschaft befreien zu wollen.

Stellvertretend nehmen dabei der Bruder und Rosa die verschiedenen Meinungen des Publikums an und erweisen sich zusehends als nachvollziehbare Gradmesser der dramaturgischen Entwicklung. Dass der ein oder andere Cineast angesichts des tragischen Sujets die ca. 120 Minuten Spielzeit nicht ohne Klos im Hals überstehen dürfte, sollte letzter Hinweis auf die ergreifende Inszenierung des Dramas sein.

Javier Bardem war in der spanischen Filmlandschaft bereits ein Star, bevor Hollywood auch nur eine Ahnung vom wandlungsfähigen Talent des Ausnahme-Schauspielers hatte. Aber die Zeiten haben sich längst geändert. Der Oscar-prämierte Spanier ist mittlerweile ein weltweit anerkannter Schauspieler und gehört zu den Größen der US-amerikanischen Film-Industrie. Seinen Durchbruch hat er im Übrigen seinem eindruckvollen Auftritt in Julian Schnabels Drama „Bevor es Nacht wird“ zu verdanken, das jeder Cineast ebenfalls auf dem Zettel haben sollte.


Daten:

Spanien, Frankreich, Italien 2004, 125 Minuten, FSK: 12
Regie: Alejandro Amenábar
Genre: Biographie | Drama
Darsteller: Javier Bardem, Belen Rueda, Lola Dueñas, uvm.


Für Fans von:

Jenseits der Stille, Biutiful, Auf der anderen Seite


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 8,1 von 10
moviepilot.de: 7.6 von 10
Filmstarts.de: 5 von 5


Filmzitate:

„Wenn man nicht entkommen kann und vollkommen von Anderen abhängig ist, dann lernt man lachend zu weinen.“

„Warum willst du sterben?“



Auszeichnungen:

  • Oscar 2005: Bester fremdsprachiger Film
  • Golden Globe 2004: Bester fremdsprachiger Film
  • 14 Auszeichnungen bei den Goyas 2004 u.a. als Bester Film



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Weitere Filme von Alejandro Amenábar (Auszug):

1992: Himenóptero
1995: Luna
2001: The Others
2009: Agora – Die Säulen des Himmels